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Lele

Englischer Toy Terrier (Schwarz und Loh)

Kleiner Wachhund mit grossem Terrier-Herz

auch bekannt als English Toy Terrier, Toy Manchester Terrier

sehr klein (XS)Grossbritannien
Englischer Toy Terrier mit schwarz lohfarbenem Fell steht aufmerksam auf einem Waldweg, Stehohren, schlanker Körperbau.
Englischer Toy Terrier (Schwarz und Loh) im PorträtFoto: Lil Shepherd · CC BY 2.0

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS), 25 bis 30 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 2,7 bis 3,6 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 10 Welpen
Fell
Kurzhaar, Das kurze, dicht anliegende Fell braucht kaum Pflege, gelegentliches Abreiben mit einem Fellhandschuh genügt. Wegen der dünnen Haut und des geringen Fettpolsters ist der Hund kälteempfindlich, an kalten Tagen hilft ein Mantel.
Herkunft
Grossbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 13

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5, Tendenzwert)

Der Charakter: Englischer Toy Terrier (Schwarz und Loh) im Porträt

Der Englische Toy Terrier stammt aus dem viktorianischen England, wo kleine Terrier in Wettbewerben gegen die Uhr Ratten fangen mussten. Ein Vorfahre namens Tiny the Wonder soll 1848 in weniger als einer Stunde 200 Ratten erledigt haben. 1862 wurde die leichteste Gewichtsklasse des Manchester Terrier als eigene Rasse abgespalten, seit 1960 trägt sie ihren heutigen Namen. Von dieser Vergangenheit ist bis heute ein ausgeprägter Beute und Jagdtrieb auf Kleintiere geblieben, auch wenn der Hund selbst zierlich und elegant wirkt. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als wachsam und selbstbewusst, mit typischen Terrier-Eigenschaften, aber niemals übermässig nervös. Im Alltag zeigt sich das als aufmerksamer, anhänglicher Begleiter, der seine Menschen im Blick behält und Besucher durchaus meldet, ohne dabei ein Kläffer zu sein. Trotz der geringen Grösse ist er kein reiner Schoßhund, er will beschäftigt und ernst genommen werden. Die Pflege ist dank des kurzen, dicht anliegenden Fells denkbar unaufwendig, der Bewegungsbedarf bleibt für die Wohnungshaltung überschaubar, auch wenn der Hund gerne läuft und schnüffelt. Wegen des feinen Knochenbaus und der dünnen Haut sollten Sprünge von Möbeln vermieden und an kalten Tagen ein Mantel eingeplant werden. In Deutschland ist die Rasse ausgesprochen selten. Auch in ihrer britischen Heimat führt der Kennel Club sie auf der Liste gefährdeter einheimischer Rassen mit nur rund 100 registrierten Welpen pro Jahr. Hierzulande begann eine Zucht 1977, kam bis 1984 fast zum Erliegen und lebte erst in den 1990er Jahren wieder langsam auf. Interessenten müssen sich auf lange Wartezeiten und häufig auf den Import aus dem europäischen Ausland einstellen. Die Rasse passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern, die einen kleinen, wachen und eigenständigen Begleiter suchen und Zeit in Sozialisierung und Beschäftigung investieren. Für Haushalte mit Kleintieren oder für alle, die einen bedingungslos folgsamen Anfängerhund erwarten, ist der Englische Toy Terrier eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Wegen des historisch stark ausgeprägten Jagd und Beutetriebs auf Kleintiere ist ein unbeaufsichtigtes Zusammenleben mit Katzen, Kaninchen oder Nagern ohne sorgfältige, schrittweise Gewöhnung von Welpe an nicht zu empfehlen.
  • Da die Rasse in Deutschland sehr selten ist, sollten Interessenten mit Wartezeiten von mehreren Monaten bis über einem Jahr rechnen, teils kommen Welpen aus dem europäischen Ausland, was zusätzliche Recherche zum Zuchtbetrieb erfordert.
  • Vor dem Kauf lohnt die Nachfrage nach einem DNA-Test auf von-Willebrand-Erkrankung bei den Elterntieren, da diese Blutgerinnungsstörung in der Toy-Linie der Manchester-Terrier-Verwandtschaft gehäuft dokumentiert ist.
  • Der feine Knochenbau macht Sprünge von Sofa oder Bett riskant, eine kleine Treppe oder Rampe beugt Brüchen und Gelenkproblemen vor.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Von-Willebrand-Erkrankung (erblich bedingte Blutgerinnungsstörung), die in der Toy-Linie der Manchester-Terrier-Verwandtschaft gehäuft beschrieben wird, ein DNA-Test der Elterntiere ist sinnvoll.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Englischer Toy Terrier (Schwarz und Loh) hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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