Zum Inhalt springen
Lele

Deutscher Jagdterrier

Furchtloser Jagdprofi im Kleinformat

auch bekannt als DJT, Jagdterrier, German Hunting Terrier

klein (S)Deutschland
Deutscher Jagdterrier steht aufmerksam auf einem herbstlichen Weg mit Laub.
Deutscher Jagdterrier unterwegsFoto: Sciencia58 · CC0 1.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 33 bis 40 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 7,5 bis 10 kg
Lebenserwartung
typisch 14 bis 16 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 514 Welpen
Fell
Rauhaar oder Glatthaar, Das harte, dichte Fell ist pflegeleicht: regelmäßiges Bürsten genügt, beim Rauhaar gelegentlich Trimmen.
Herkunft
Deutschland
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 103

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
verträgt sich selten mit anderen Hunden (1 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Deutscher Jagdterrier im Porträt

Der Deutsche Jagdterrier entstand in den 1920er Jahren, als sich erfahrene Jagdkynologen um Rudolf Frieß und Walter Zangenberg vom zahlenmäßig starken Foxterrier-Club trennten: Sie wollten einen Terrier, der ausschließlich nach jagdlicher Leistung gezüchtet wird. Aus schwarz-roten Terriern aus Foxterrier-Stämmen, altenglischen rauhaarigen Urterriern und Welsh Terriern formten sie einen kleinen, kompakten Jagdgebrauchshund; 1926 wurde der Deutsche Jagdterrier-Club gegründet. Bis heute steht die jagdliche Brauchbarkeit an erster Stelle: gezüchtet wird vor allem für die Baujagd und die Stöberarbeit, dazu kommen Wasserarbeit, Apportieren und Schweißfährte. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als mutig und hart, arbeitsfreudig, ausdauernd, vital und temperamentvoll, zugleich zuverlässig, umgänglich und führig. Übersetzt in den Alltag heißt das: ein Vollblut-Arbeitshund mit enormem Antrieb, angeborener Schärfe und sehr stark ausgeprägtem Jagdtrieb, der seiner Bezugsperson eng verbunden ist, aber eine erfahrene, ruhige und konsequente Führung braucht. Als spurlaut gezüchteter und wachsamer Hund meldet er sich zudem tendenziell deutlich häufiger, als es Nachbarn in einem Mietshaus lieb sein dürfte. Im Alltag braucht der kompakte Terrier deutlich mehr, als seine Größe vermuten lässt: mehrere Stunden Bewegung täglich, dazu Nasenarbeit oder am besten eine echte jagdliche Aufgabe. Unterfordert sucht er sich eigene Beschäftigung, und die gefällt selten jemandem. Wegen des starken Jagdtriebs bleibt Freilauf in wildreichen Gegenden oft die Ausnahme; Schleppleine und Rückruftraining sind Dauerthemen. Das harte Rauhaar oder Glatthaar ist dafür ausgesprochen pflegeleicht, regelmäßiges Bürsten genügt meist. Der Deutsche Jagdterrier passt zu Jägerinnen und Jägern sowie zu sehr erfahrenen, sportlichen Menschen, die ihm täglich eine anspruchsvolle Aufgabe geben können und Freude an einem eigenständigen, unerschrockenen Charakter haben. Als reiner Familien- oder Stadtbegleithund ist er ausdrücklich nicht geeignet, auch der VDH beschreibt ihn als ungeeignet für eine Haltung ohne jagdliche oder vergleichbar intensive Auslastung. Wenn du einen entspannten Feierabendhund suchst oder mit Katzen und Kleintieren zusammenlebst, ist diese Rasse ehrlicherweise nichts für dich. Unbehandelt können die HUU-typischen Harnsteine bei Rüden einen lebensbedrohlichen Harnverhalt auslösen, weshalb Auffälligkeiten beim Wasserlassen umgehend tierärztlich abgeklärt gehören.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Die Rasse wird fast ausschließlich über die jagdliche Leistungszucht abgegeben; viele Züchter im Deutschen Jagdterrier-Club geben Welpen bevorzugt an Jägerinnen und Jäger ab. Kläre vor der Anfrage ehrlich, ob eine jagdliche oder vergleichbar intensive Verwendung bei dir realistisch ist.
  • Plane täglich 2 bis 3 Stunden Bewegung plus geistige Auslastung ein: Fährtenarbeit, Dummytraining oder anspruchsvoller Hundesport. Reine Spaziergänge unterfordern diesen Arbeitshund fast immer.
  • Wegen des sehr starken Jagdtriebs ist Freilauf in wildreichen Gebieten oft nicht möglich: Schleppleinentraining und ein exzellent aufgebauter Rückruf sind lebenslange Themen. Das Zusammenleben mit Katzen und Kleintieren gelingt nur selten.
  • Frag beim Züchter nach dem Gentest auf primäre Linsenluxation (PLL, ADAMTS17-Mutation): Seriöse Zuchtstätten testen die Elterntiere und legen die Befunde offen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Primäre Linsenluxation (PLL): erblich bedingte Verlagerung der Augenlinse durch eine ADAMTS17-Mutation, tritt meist zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr auf; ein Gentest für Zuchttiere ist verfügbar.
  • Sekundäres Glaukom als mögliche Folge einer Linsenluxation: schmerzhaft und unbehandelt bis zur Erblindung fortschreitend, ein gerötetes, trübes oder schmerzendes Auge ist ein Notfall.
  • Hyperurikosurie (HUU): erblich erhöhte Harnsäureausscheidung mit Neigung zu Harnsteinen; bei Rüden können diese Steine unbehandelt einen lebensbedrohlichen Harnverhalt auslösen. Auch hierfür existiert ein Gentest.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Deutscher Jagdterrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Der Zuchtverein vermittelt Welpen dieser Rasse nur an Jägerinnen und Jäger mit Nachweis.

Der Deutsche Jagdterrier-Club sagt selbst, dass seine Zuchtstätten nur an Menschen abgeben, die aktiv jagen. Ohne Jagdschein bekommst du hier keinen Welpen.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die Quellen nennen deutlich unterschiedliche Preise. Nimm die Spanne als groben Rahmen und frag beim Zuchtverein nach.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Ähnliche Rassen entdecken

Passt Deutscher Jagdterrier zu dir?

Finde in drei Minuten heraus, ob diese Rasse zu deinem Alltag passt: ehrlich, kostenlos und ohne Anmeldung.