Deutsche Dogge
Sanfter Riese mit feinem Gespür
auch bekannt als Dogge, Great Dane
Zucht-Hinweis
Der extreme Riesenwuchs der Rasse geht mit kurzer Lebenserwartung und erhöhtem Risiko für Herzerkrankung (DCM), Magendrehung und Knochenkrebs einher, die QUEN-Datenbank führt die Deutsche Dogge unter Hypersomie. Im gefleckten Farbschlag steckt zudem der Merle-Faktor: Die Verpaarung zweier Merle-Träger kann taube oder blinde Welpen hervorbringen und gilt als Qualzucht. Achte auf Herzultraschall und HD-Befunde der Elterntiere, dokumentierte Verpaarungen ohne Merle-mal-Merle und Züchter, die nicht auf Übertypisierung setzen. Betroffen sind die für Riesenrassen typischen Erkrankungsrisiken an Herz, Gelenken und Magen, nicht eine Einschränkung von Atmung, Geburt oder Bewegung im Normalzustand.
Regionale Haltungsregeln
Prüfe vor der Anschaffung die Regeln an deinem Wohnort.
Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 72 bis 90 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 50 bis 90 kg
- Lebenserwartung
- typisch 6 bis 9 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 524 Welpen
- Fell
- Kurzhaar, Sehr kurzes, dichtes, glänzendes Fell: gelegentliches Bürsten genügt, dazu regelmäßige Kontrolle von Augen, Ohren und Lefzen.
- Herkunft
- Deutschland
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 235
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Deutsche Dogge im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Rechne mit deutlich höheren laufenden Kosten als bei den meisten Rassen: Futter, Medikamente und Zubehör skalieren mit 50 bis 90 kg Körpergewicht, eine Not-OP bei Magendrehung kostet schnell vierstellig. Eine OP- oder Krankenversicherung lohnt sich, schließe sie möglichst schon beim Welpen ab.
- Achte beim Züchter auf Gesundheitsvorsorge über das Pflichtprogramm hinaus: HD-Auswertung und aktueller Herzultraschall (DCM) der Elterntiere. Bei gefleckten Doggen zusätzlich die Verpaarung erfragen: Zwei Merle-Träger dürfen nicht miteinander verpaart werden.
- Plane das erste Lebensjahr bewusst ruhig: kein Joggen, kein Radfahren, wenig Treppen, dafür kontrollierte Bewegung und eine auf Riesenrassen abgestimmte Fütterung, bis das Wachstum mit etwa 18 Monaten abgeschlossen ist.
- Wegen des Magendrehungsrisikos: füttere zwei bis drei kleinere Mahlzeiten statt einer großen und halte nach dem Fressen ein bis zwei Stunden Ruhe ein. Kläre vorab, wo die nächste Tierklinik mit Notdienst liegt.
- Prüfe deine Wohnsituation ehrlich: Eine Dogge braucht großzügige Liegeplätze mit weicher, orthopädischer Unterlage, ein Auto mit viel Laderaum und einen Alltag, in dem sie nicht regelmäßig viele Stunden allein bleiben muss.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Magendrehung (Magendilatation und Volvulus)
- Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
- Osteosarkom (Knochenkrebs)
- Hüftgelenksdysplasie (HD)
- Wobbler-Syndrom (zervikale Spondylomyelopathie)
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Deutsche Dogge hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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