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Lele

Dandie Dinmont Terrier

Gelassener Terrier mit eigenem Kopf

auch bekannt als Dandie

klein (S)Großbritannien

Steckbrief

Größe
klein (S), 20 bis 28 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 8 bis 11 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 4 Welpen
Fell
Rauhaar, doppeltes Haarkleid mit weichem Unterhaar und krausem Deckhaar, Braucht regelmäßiges Trimmen beziehungsweise Handstrippen alle paar Monate, dazu Pflege des markanten Topknots am Kopf.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 168

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5, Tendenzwert)

Der Charakter: Dandie Dinmont Terrier im Porträt

Der Dandie Dinmont Terrier stammt aus der schottisch-englischen Grenzregion, wo er ursprünglich zur Jagd auf Dachse und Otter eingesetzt wurde. Seinen Namen verdankt er einer Figur aus Sir Walter Scotts Roman Guy Mannering von 1814, in dem ein Grenzbauer solche Hunde hielt. Aus diesem Arbeitshund für die Baujagd entwickelte sich ab etwa 1870 eine eigenständige Rasse mit sehr charakteristischem Körperbau. Bis heute ist der Dandie Dinmont Terrier eine der seltensten britischen Hunderassen und blieb auch auf dem europäischen Festland immer eine Nischenrasse mit kleiner Zuchtbasis. Der FCI-Standard beschreibt einen mutigen, arbeitsfreudigen Terrier, der zugleich unabhängig, hartnäckig und feinfühlig ist. Im Vergleich zu vielen anderen Terrierrassen gilt er als eher gelassen und anhänglich, was ihn zu einem der umgänglicheren Vertreter seiner Gruppe macht. Trotzdem bleibt der jagdliche Ursprung spürbar: Der Dandie verfolgt Gerüche und kleine Fluchttiere mit Ausdauer und lässt sich davon nur mit konsequenter, geduldiger Erziehung wieder abrufen. Fremden gegenüber verhält er sich meist abwartend bis wachsam, ohne grundsätzlich ängstlich oder aggressiv zu sein. Im Alltag braucht er moderate, aber regelmäßige Bewegung, verträgt lange sportliche Ausdauereinheiten wegen des langen Rückens und der kurzen Läufe aber schlechter als hoch bewegungsbedürftige Rassen. Das krause, harte Deckhaar über weichem Unterhaar sollte in der Regel regelmäßig getrimmt beziehungsweise per Hand ausgezupft werden, dazu kommt die Pflege des auffälligen, silber oder cremefarbenen Topknots auf dem Kopf. Rassetypisch und gut belegt ist die Neigung zu Bandscheibenproblemen durch den langen Rücken und die kurzen Läufe, ähnlich wie beim Dackel; auch Lebershunts kommen vor, und Krebserkrankungen zählen laut einer britischen Langlebigkeitsstudie zu den häufigeren Todesursachen der Rasse. Der Dandie Dinmont Terrier passt zu erfahreneren Halterinnen und Haltern, die einen eigenständigen, aber treuen Begleiter mit überschaubarem Bewegungsdrang suchen und Interesse an konsequenter Terriererziehung sowie regelmäßiger Fellpflege mitbringen. Für reine Anfänger ohne Terriererfahrung, für Familien mit sehr kleinen Kindern oder für Haushalte mit Kleintieren ist er eher weniger geeignet. Vor der Anschaffung lohnt sich wegen der geringen Zuchtbasis eine sorgfältige Suche nach Züchtern, die auf Rückenprobleme und Lebershunts hin untersuchen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Wegen der Bandscheibenanfälligkeit durch den langen Rücken sollten Treppensteigen, Sprünge von Möbeln und Übergewicht konsequent vermieden werden; bei Anzeichen von Rückenschwäche, Lähmung oder Blasenkontrollverlust zügig tierärztlich abklären lassen.
  • Das Fell braucht alle 2 bis 3 Monate professionelles Trimmen oder Handstripping, was laufende Pflegekosten von deutlich mehr als bei kurzhaarigen Rassen bedeutet.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs auf kleine Fluchttiere ist ein sicher eingezäunter Garten wichtig, und der Rückruf sollte früh und konsequent trainiert werden, bevor Freilauf in unübersichtlichem Gelände infrage kommt.
  • Bei der geringen Zuchtbasis der Rasse lohnt sich eine gezielte Nachfrage nach Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, insbesondere zu Rücken und Leberfunktion, sowie eine realistische Wartezeit auf einen Wurf.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Bandscheibenvorfall (IVDD) durch den langen Rücken und die kurzen Läufe, kann bis zu Lähmungserscheinungen führen
  • Portosystemischer Lebershunt
  • Erhöhtes Krebsrisiko im Vergleich zum Rassedurchschnitt, laut Langlebigkeitsstudien eine der häufigeren Todesursachen der Rasse

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Dandie Dinmont Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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