Continental Bulldog
Sportlicher Bulldog mit gutem Willen und stürmischem Herz
auch bekannt als Conti

Zucht-Hinweis
Der Continental Bulldog wurde gezielt als gesündere Alternative zur Englischen Bulldogge entwickelt und der FCI-Standard schließt hörbare Atemgeräusche sowie ausgeprägte Hautfalten ausdrücklich als Fehler beziehungsweise Disqualifikationsgrund aus. Trotzdem bleibt die Rasse ein kurzköpfiger, faltiger Molosser mit moderatem Brachyzephalie-Restrisiko, weshalb Interessenten auf ein dokumentiertes BOAS-Screening der Elterntiere achten sollten. Der Standard schließt hörbare Atemgeräusche ausdrücklich aus, betroffen ist ein moderates Restrisiko und nicht der vorgeschriebene Normaltyp.
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 40 bis 50 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 22 bis 30 kg
- Lebenserwartung
- typisch 9 bis 11 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 286 Welpen
- Fell
- Kurzhaar, Das kurze, dichte Deckhaar ist unkompliziert, die Nasenfalte sollte aber regelmäßig kontrolliert und trocken gehalten werden, damit sich dort keine Hautreizung bildet.
- Herkunft
- Schweiz
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 369
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- offen gegenüber Fremden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)
Der Charakter: Continental Bulldog im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Zwei bis drei moderate Spaziergänge täglich reichen meist aus, insgesamt etwa 45 bis 60 Minuten; bei Temperaturen über 25 Grad Anstrengung auf die kühlen Tagesrandzeiten verlegen und immer Schatten und Wasser bereithalten.
- Vor dem Kauf nach dem BOAS-Screening-Status der Elterntiere fragen (Programm des Schweizer Zuchtclubs); Züchter sollten Atemgeräusche, Nasenfalte und Augenlider dokumentiert haben, da diese Punkte laut FCI-Standard schwere bis disqualifizierende Fehler betreffen.
- Die Zuchtbasis ist noch klein und die Rasse in Deutschland selten: Wartezeiten auf einen Wurf einplanen und aktiv nach dem Inzuchtkoeffizienten des Wurfs fragen, statt nur auf Papiere zu vertrauen.
- Nasenfalte und Hautfalten im Gesichtsbereich regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf trocken abwischen, um Hautreizungen vorzubeugen.
- Klare, ruhige Konsequenz in der Erziehung hilft, das laut Zuchtvereinsbeschreibung stürmische Temperament in geordnete Bahnen zu lenken; ein Welpenkurs mit Fokus auf Impulskontrolle ist sinnvoll.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Brachyzephales Atemwegssyndrom (BOAS): Der Continental Bulldog wurde zwar gezielt gegen extreme Kurzköpfigkeit gezüchtet und der Standard verlangt geräuschlose Atmung, bleibt aber ein kurzköpfiger Molosser. Der Schweizer Zuchtclub führt deshalb ein eigenes BOAS-Screening-Programm für Zuchttiere.
- Haut- und Faltenreizungen im Bereich der Nasenfalte, auch wenn der Standard ausdrücklich nur mäßige, nicht zu dicke Falten vorsieht.
- Augenlid-Fehlstellungen (Entropium/Ektropium) sind laut FCI-Standard disqualifizierend und damit ein anerkanntes Risikothema der Rasse, auf das Züchter kontrolliert selektieren müssen.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Continental Bulldog hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Der Continental Bulldog ist jung und selten. Wir fanden nur zwei redaktionelle Angaben, der Rest sind Verkaufsportale. Für eine eigene Spanne reicht uns das nicht. Frag beim Zuchtverein und bei mehreren Züchtern nach.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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