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Lele

Continental Bulldog

Sportlicher Bulldog mit gutem Willen und stürmischem Herz

auch bekannt als Conti

mittelgroß (M)Schweiz
Continental Bulldog sitzt aufmerksam vor einer Steinmauer.
Continental Bulldog im PorträtFoto: Loghan Despres · CC BY-SA 4.0
Continental Bulldog liegt entspannt mit Kopf auf der Sofalehne zuhause.
Continental Bulldog zu Hause

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 40 bis 50 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 22 bis 30 kg
Lebenserwartung
typisch 9 bis 11 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 286 Welpen
Fell
Kurzhaar, Das kurze, dichte Deckhaar ist unkompliziert, die Nasenfalte sollte aber regelmäßig kontrolliert und trocken gehalten werden, damit sich dort keine Hautreizung bildet.
Herkunft
Schweiz

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Continental Bulldog im Porträt

Der Continental Bulldog ist eine junge Rasse aus der Schweiz: Die Züchterin Imelda Angehrn startete 2001 gezielt ein Programm, um einen mittelgroßen, bulldogartigen Hund zu schaffen, der ohne die typischen Gesundheitsprobleme der Englischen Bulldogge auskommt. Durch Kreuzungen von English Bulldog und Olde English Bulldogge entstand ein athletischerer, beweglicherer Typ. Die Schweizerische Kynologische Gesellschaft erkannte die Rasse 2004 an, die FCI folgte 2022 mit der Anerkennung auf Probe. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als aufmerksam, selbstsicher und freundlich, weder aggressiv noch scheu. Im Alltag zeigt sich das als anhänglicher, menschenbezogener Begleiter, der aber ein positives, mitunter stürmisches Temperament mitbringt und von klaren, liebevollen Grenzen profitiert. Anders als beim English Bulldog ist gezielt auf Bewegungsfreude selektiert worden: Auch bei raschem Trab oder Galopp soll der Hund laut Standard geräuschlos atmen, hörbare Atemgeräusche gelten sogar als disqualifizierender Fehler. Damit ist der Continental Bulldog spürbar athletischer als sein Vorfahre, bleibt aber ein kurzköpfiger, kompakter Molosser mit entsprechend begrenzter Hitze- und Ausdauertoleranz. Im Alltag braucht die Rasse regelmäßige, moderate Bewegung, große Anstrengung bei Hitze sollte vermieden werden. Das kurze Fell ist pflegeleicht, die Falten am Fang sind laut Standard bewusst moderat gehalten, verdienen aber trotzdem gelegentliche Kontrolle. Der Zuchtclub in der Schweiz betreibt inzwischen ein eigenes BOAS-Screening-Programm, ein Hinweis darauf, dass Atemwegsthemen trotz der gesundheitsorientierten Zuchtausrichtung ernst genommen werden müssen. Der Continental Bulldog passt gut zu Familien und Einzelpersonen, die einen kompakten, gesellschaftsorientierten Begleithund mit überschaubarem Bewegungsprogramm suchen und bereit sind, auf Atmung, Gewicht und Fellpflege im Fangbereich zu achten. Für sportlich sehr ambitionierte Halter oder für Klimazonen mit langen Hitzeperioden ohne schattige Rückzugsorte ist die Rasse weniger geeignet. Weil die Rasse noch jung und in Deutschland selten ist, lohnt sich vor dem Kauf ein besonders genauer Blick auf Gesundheitschecks der Elterntiere, da die Zuchtbasis noch überschaubar ist.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Zwei bis drei moderate Spaziergänge täglich reichen meist aus, insgesamt etwa 45 bis 60 Minuten; bei Temperaturen über 25 Grad Anstrengung auf die kühlen Tagesrandzeiten verlegen und immer Schatten und Wasser bereithalten.
  • Vor dem Kauf nach dem BOAS-Screening-Status der Elterntiere fragen (Programm des Schweizer Zuchtclubs); Züchter sollten Atemgeräusche, Nasenfalte und Augenlider dokumentiert haben, da diese Punkte laut FCI-Standard schwere bis disqualifizierende Fehler betreffen.
  • Die Zuchtbasis ist noch klein und die Rasse in Deutschland selten: Wartezeiten auf einen Wurf einplanen und aktiv nach dem Inzuchtkoeffizienten des Wurfs fragen, statt nur auf Papiere zu vertrauen.
  • Nasenfalte und Hautfalten im Gesichtsbereich regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf trocken abwischen, um Hautreizungen vorzubeugen.
  • Klare, ruhige Konsequenz in der Erziehung hilft, das laut Zuchtvereinsbeschreibung stürmische Temperament in geordnete Bahnen zu lenken; ein Welpenkurs mit Fokus auf Impulskontrolle ist sinnvoll.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Brachyzephales Atemwegssyndrom (BOAS): Der Continental Bulldog wurde zwar gezielt gegen extreme Kurzköpfigkeit gezüchtet und der Standard verlangt geräuschlose Atmung, bleibt aber ein kurzköpfiger Molosser. Der Schweizer Zuchtclub führt deshalb ein eigenes BOAS-Screening-Programm für Zuchttiere.
  • Haut- und Faltenreizungen im Bereich der Nasenfalte, auch wenn der Standard ausdrücklich nur mäßige, nicht zu dicke Falten vorsieht.
  • Augenlid-Fehlstellungen (Entropium/Ektropium) sind laut FCI-Standard disqualifizierend und damit ein anerkanntes Risikothema der Rasse, auf das Züchter kontrolliert selektieren müssen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Continental Bulldog hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Der Continental Bulldog ist jung und selten. Wir fanden nur zwei redaktionelle Angaben, der Rest sind Verkaufsportale. Für eine eigene Spanne reicht uns das nicht. Frag beim Zuchtverein und bei mehreren Züchtern nach.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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