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Lele

Cirneco dell'Etna

Wendiger Felsenspringer mit eigenem Kopf

auch bekannt als Cirneco

mittelgroß (M)Italien
Cirneco dellEtna steht mit aufrechten Ohren in einer italienischen Gasse.
Cirneco dell'Etna im PorträtFoto: Swissadonis · CC BY-SA 4.0
Cirneco dell'Etna steht mit spitzen Stehohren auf einem Felsen vor einem Bergsee.
Cirneco dell'Etna unterwegs
Cirneco dellEtna liegt entspannt zuhause auf einer Decke am Strand.
Cirneco dell'Etna zu HauseFoto: Swissadonis · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 42 bis 52 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 8 bis 13 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, Kurzes, glattes und dichtes Fell mit glänzender Struktur, das kaum Unterwolle bildet. Regelmäßiges Bürsten reicht völlig aus, aufwendige Fellpflege ist nicht nötig.
Herkunft
Italien
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 199

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Cirneco dell'Etna im Porträt

Der Cirneco dell'Etna kommt von den Lavahängen des sizilianischen Vulkans Ätna und gehört zu den ältesten Jagdhundetypen Europas. Historisch wurde er als Nachfahre altägyptischer Jagdhunde vermutet, die Phönizier nach Sizilien gebracht haben sollen. Neuere genetische Untersuchungen zeichnen ein anderes Bild: Der Cirneco hat sich vermutlich eigenständig auf der Insel entwickelt und ist genetisch dem maltesischen Pharaonenhund und dem Podenco Ibicenco am nächsten verwandt, klassische mediterrane Kaninchenjäger also. Bis heute jagt er in seiner Heimat Wildkaninchen in den zerklüfteten Lavafeldern des Ätna, wo er trittsicher und elegant von Fels zu Fels springt. Der FCI-Standard beschreibt ihn als sehr willensstark, unnachgiebig, anhänglich und wachsam, einen resoluten Hund, der seinem Menschen treu ergeben ist, aber wenig Interesse an stumpfem Gehorsam zeigt. Sein ausgeprägter Geruchssinn, verstärkt durch scharfes Gehör und gute Augen, macht ihn zu einem sehr eigenständigen Jäger, der Entscheidungen im Feld selbst trifft. Diese Unabhängigkeit prägt auch den Alltag: Der Cirneco denkt gern mit statt stur zu gehorchen, konsequentes und geduldiges Training zahlt sich aus, Drill eher nicht. Im Alltag braucht er täglich ausgiebige Bewegung mit echten Sprints und Kopfarbeit über die Nase, ein reiner Spaziergang reicht selten aus. Wegen des kräftigen Jagdtriebs auf Kaninchen und anderes Kleinwild gehört er an unübersichtlichen oder wildreichen Orten an die Leine, ein sicher eingezäuntes Grundstück ist von Vorteil. Das kurze, feine Fell ist pflegeleicht, bietet aber wenig Schutz vor Kälte und Nässe, an frostigen Tagen tut ein Mantel gut. Als Wohnungshund im engeren Sinn ist er trotz seiner überschaubaren Größe eher ungeeignet, er braucht Auslauf und Beschäftigung, keinen reinen Couchplatz. Gut passt der Cirneco zu aktiven, hundeerfahrenen Menschen, die Freude an Fährten und Hundesport wie Coursing oder Fährtenarbeit haben und die Eigenständigkeit der Rasse als Charakterzug schätzen statt als Störung zu empfinden. Für Einsteiger, reine Wohnungshaltung oder Haushalte mit Kleintieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen ist er ausdrücklich weniger geeignet. In Deutschland ist die Rasse sehr selten, wer sich für einen Cirneco interessiert, sollte auf Zeit und Geduld bei der Welpensuche eingestellt sein.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs auf Kaninchen und Kleinwild braucht der Cirneco ein sicher eingezäuntes Grundstück, an unübersichtlichen oder wildreichen Orten gehört er an die Leine.
  • Training funktioniert am besten mit kurzen, abwechslungsreichen Einheiten und positiver Verstärkung, laut FCI-Standard ist die Rasse willensstark und unnachgiebig, stures Wiederholen kostet schnell die Motivation.
  • Das kurze Fell mit wenig Unterwolle bietet kaum Kälteschutz, bei Frost und Nässe ist ein wärmender Mantel für lange Spaziergänge sinnvoll.
  • Da die Rasse in Deutschland sehr selten ist, lohnt frühzeitiger Kontakt zu spezialisierten Züchtern oder Jagdhundevereinen, Welpen sind oft nur mit längerer Wartezeit oder über Auslandsvermittlung zu bekommen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Cirneco dell'Etna hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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