Chow Chow
Würdevoller Eigenbrötler mit Löwenmähne
auch bekannt als Chow
Zucht-Hinweis
Der Chow Chow ist nicht extrem brachyzephal wie Mops oder Französische Bulldogge, weist aber mehrere gesundheitsrelevante Übertreibungen auf. Zwei davon sind direkt im FCI-Rassestandard verankert: Die geforderte sehr gerade, kaum gewinkelte Hinterhand führt zu einem eingeschränkten, stelzenden Gang und erhöhter Gelenkbelastung, und der Standard warnt selbst ausdrücklich davor, dass zu viel Fell die Aktivität behindern und bei Hitze Leiden verursachen kann. Bei den ausgeprägten Hautfalten im Kopfbereich liegt der Fall anders: Der Standard schreibt den charakteristischen Ausdruck der Rasse über Ohrenstellung und Kopfform vor und untersagt ausdrücklich, ihn durch lose Hautfalten zu erzeugen. In der Zuchtpraxis werden solche Falten bei manchen Linien dennoch über das Standardmaß hinaus verstärkt, was Entropium (Lideinrollung) und Faltendermatitis begünstigen kann. Wer sich für die Rasse interessiert, sollte daher gezielt auf Zuchtlinien mit funktionaler, nicht übertriebener Fellmenge, moderater Hinterhandwinkelung und ohne übertriebene Gesichtsfalten achten, Elterntiere auf Augen und Gelenke untersuchen lassen und alternativ eine Adoption über rasseerfahrene Tierschutzvereine erwägen. Betroffen sind einzelne Übertreibungen mancher Zuchtlinien, der Standard selbst schreibt weder übertriebene Fellmenge noch künstliche Hautfalten vor.
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 46 bis 56 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 16 bis 41 kg
- Lebenserwartung
- typisch 9 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 104 Welpen
- Fell
- Stockhaar (rau oder glatt), regelmäßiges Bürsten wegen dichter Unterwolle
- Herkunft
- China
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 205
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht mäßig Bewegung (2 von 5, Tendenzwert)
- Trainierbarkeit
- sehr eigenständig, schwer zu trainieren (1 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt problemlos einige Stunden allein (5 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Chow Chow im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Etwa 1 bis 1,5 Stunden Spaziergänge pro Tag genügen im Durchschnitt. Für Joggen, Fahrrad-Begleitung oder Agility ist der kurze, gestreckte Gang der Rasse nicht ausgelegt, besonders bei Wärme.
- Alleinbleiben ist wegen der eigenständigen Wesensart tendenziell weniger problematisch als bei sehr anhänglichen Rassen, sollte aber trotzdem ab dem Welpenalter schrittweise trainiert werden statt vorausgesetzt zu sein.
- Das dichte Doppelfell braucht mindestens wöchentliches gründliches Bürsten, während des Fellwechsels (in der Regel zweimal jährlich) deutlich häufiger. Sonst drohen Verfilzungen und Hautreizungen in den Fellfalten.
- Regelmäßige tierärztliche Kontrolle der Augenlider ist sinnvoll, da Entropium (nach innen rollendes Lid) bei dieser Rasse gehäuft beschrieben wird und im Ernstfall operiert werden muss.
- Neben der Fellpflege können orthopädische Vorsorgeuntersuchungen (Hüfte, Knie) sinnvolle Zusatzkosten sein, da die vom Standard vorgegebene sehr gerade Hinterhandwinkelung die Gelenke stärker belasten kann als bei normal gewinkelten Rassen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Entropium (Lidrandeinrollung) durch die ausgeprägte Faltenbildung im Kopfbereich
- Erhöhtes Risiko für Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie
- Patellaluxation, begünstigt durch die im Standard geforderte sehr gerade Hinterhandwinkelung
- Faltendermatitis (Hautentzündungen in Gesichtsfalten) bei unzureichender Pflege
- Physiologisch verkleinerte rote Blutkörperchen (Mikrozytose): meist ohne eigenen Krankheitswert, aber bei Blutbild-Interpretation zu berücksichtigen
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Chow Chow hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die verfügbaren Angaben stammen von 2020 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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