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Lele

Chow Chow

Würdevoller Eigenbrötler mit Löwenmähne

auch bekannt als Chow

mittelgroß (M)China
Chow Chow im Porträt mit dichter Löwenmähne und typisch mürrischem Gesichtsausdruck
Chow Chow im Porträt
Chow Chow läuft mit typisch steifem Gang einen Weg zwischen Büschen entlang
Chow Chow unterwegs
Chow Chow liegt zu Hause entspannt auf dem Fliesenboden
Chow Chow zu Hause

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 46 bis 56 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 16 bis 41 kg
Lebenserwartung
typisch 9 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 104 Welpen
Fell
Stockhaar (rau oder glatt), regelmäßiges Bürsten wegen dichter Unterwolle
Herkunft
China
Anerkennung
FCI-Gruppe 5 (Spitze und Urtypen), Standard Nr. 205

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5, Tendenzwert)
Trainierbarkeit
sehr eigenständig, schwer zu trainieren (1 von 5)
Alleinbleiben
bleibt problemlos einige Stunden allein (5 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Chow Chow im Porträt

Der Chow Chow zählt zu den ältesten bekannten Hunderassen der Welt. Seine Wurzeln liegen in China, wo er dem FCI-Standard zufolge seit mehr als 2000 Jahren als Wach- und Jagdhund gehalten wurde. Wegen der langen Abschottung Chinas gelangte die Rasse erst um 1800 nach Europa, populär wurde sie in Großbritannien ab den 1920er-Jahren. Das löwenhafte Erscheinungsbild, die bläulich-schwarze Zunge und der eigentümlich kurz-steife Gang sind bis heute unverwechselbar. Im Wesen neigt der Chow Chow zu ruhiger Gelassenheit gepaart mit ausgeprägter Wachsamkeit. Er gilt als loyal gegenüber seiner Bezugsperson, verhält sich Fremden gegenüber aber tendenziell reserviert bis distanziert. Frühe, konsequente Sozialisierung mildert das, ändert die grundsätzliche Anlage zur Distanz jedoch selten grundlegend. Als selbstbewusster, eigenwilliger Charakter reagiert er auf Druck und strenge Kommandoketten eher abweisend; liebevolle, konsequente Führung ohne Drill funktioniert erfahrungsgemäß besser. Welpen zeigen oft noch Verspieltheit, die mit zunehmendem Alter einer würdevollen Ernsthaftigkeit weicht. Im Alltag kommt der Chow Chow im Durchschnitt mit moderater Bewegung aus. Lange Ausdauerläufe passen weder zu seinem gedrungenen Körperbau noch zum dichten Fell, das bei Hitze schnell zur Belastung werden kann. Dafür verlangt das üppige Stockhaar konsequente Pflege: mindestens wöchentliches, gründliches Bürsten, während des Fellwechsels deutlich häufiger, sonst verfilzt die dichte Unterwolle rasch und es drohen Hautprobleme in den Falten. Für wen passt diese Rasse? Menschen, die einen ruhigen, unabhängigen Wächter ohne übermäßigen Spieltrieb suchen und bereits Erfahrung mit eigenständigen, nicht auf schnellen Gehorsam getrimmten Hunden mitbringen, finden im Chow Chow einen treuen Begleiter. Tendenziell weniger geeignet erscheint die Rasse für Haushalte mit kleinen Kindern, da ausgewachsene Tiere selten aktiv mitspielen und auf ungestümen Körperkontakt reserviert reagieren können. Auch für sportlich sehr aktive Menschen oder unerfahrene Erstlingshalter, die rasche Gehorsamserfolge erwarten, ist er im Durchschnitt keine ideale Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Etwa 1 bis 1,5 Stunden Spaziergänge pro Tag genügen im Durchschnitt. Für Joggen, Fahrrad-Begleitung oder Agility ist der kurze, gestreckte Gang der Rasse nicht ausgelegt, besonders bei Wärme.
  • Alleinbleiben ist wegen der eigenständigen Wesensart tendenziell weniger problematisch als bei sehr anhänglichen Rassen, sollte aber trotzdem ab dem Welpenalter schrittweise trainiert werden statt vorausgesetzt zu sein.
  • Das dichte Doppelfell braucht mindestens wöchentliches gründliches Bürsten, während des Fellwechsels (in der Regel zweimal jährlich) deutlich häufiger. Sonst drohen Verfilzungen und Hautreizungen in den Fellfalten.
  • Regelmäßige tierärztliche Kontrolle der Augenlider ist sinnvoll, da Entropium (nach innen rollendes Lid) bei dieser Rasse gehäuft beschrieben wird und im Ernstfall operiert werden muss.
  • Neben der Fellpflege können orthopädische Vorsorgeuntersuchungen (Hüfte, Knie) sinnvolle Zusatzkosten sein, da die vom Standard vorgegebene sehr gerade Hinterhandwinkelung die Gelenke stärker belasten kann als bei normal gewinkelten Rassen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Entropium (Lidrandeinrollung) durch die ausgeprägte Faltenbildung im Kopfbereich
  • Erhöhtes Risiko für Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie
  • Patellaluxation, begünstigt durch die im Standard geforderte sehr gerade Hinterhandwinkelung
  • Faltendermatitis (Hautentzündungen in Gesichtsfalten) bei unzureichender Pflege
  • Physiologisch verkleinerte rote Blutkörperchen (Mikrozytose): meist ohne eigenen Krankheitswert, aber bei Blutbild-Interpretation zu berücksichtigen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Chow Chow hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2020 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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