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Lele

Bullmastiff

Ruhiger Wächter mit sanftem Kern

auch bekannt als Gamekeeper's Night Dog

groß (L)Großbritannien
Bullmastiff sitzt aufrecht vor dunklem Hintergrund und schaut ruhig in die Kamera
Bullmastiff im Porträt
Bullmastiff mit dunkler Maske steht draußen auf dem Rasen und beobachtet aufmerksam
Bullmastiff unterwegs
Bullmastiff mit falbfarbenem Fell liegt entspannt am Fenster und schaut nach draußen
Bullmastiff zu Hause

Steckbrief

Größe
groß (L), 61 bis 69 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 41 bis 59 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 38 Welpen
Fell
Kurzhaar, hart und wetterbeständig, Das kurze Fell ist pflegeleicht, dafür brauchen Hautfalten am Kopf, Lefzen und Ohren regelmäßige Kontrolle, die Rasse sabbert und schnarcht typischerweise stärker als schlanke Hunderassen.
Herkunft
Großbritannien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Bullmastiff im Porträt

Der Bullmastiff entstand im England des 19. Jahrhunderts als Kreuzung aus Old English Mastiff und der inzwischen ausgestorbenen Old English Bulldog, in einem Mischverhältnis von etwa 60 zu 40. Wildhüter brauchten einen Hund, der Wilddiebe lautlos aufspürte, stellte und festhielt, ohne sie schwer zu verletzen. Der englische Beiname aus dieser Zeit lautet Gamekeeper's Night Dog, und viele Eigenschaften der Rasse erklären sich bis heute aus diesem Zweck: enorme Kraft, ruhige Wachsamkeit und ein ausgeprägter Beschützerinstinkt statt lautstarker Bellfreude. Der FCI Standard beschreibt das Wesen als kraftvoll, ausdauernd, aktiv und verlässlich, dazu sehr lebhaft, wachsam und treu. In der Praxis zeigt sich das oft als ruhiger Grundton im Alltag, der bei einer echten Bedrohung binnen Sekunden in entschlossenes Handeln umschlagen kann. Der Bullmastiff bindet sich eng an seine Familie und ist im vertrauten Kreis oft überraschend anhänglich für einen so imposanten Hund, Fremden gegenüber bleibt er tendenziell reserviert und beobachtend. Der Bewegungsbedarf ist für seine Größe moderat, tägliche ausgedehnte Spaziergänge reichen meist aus, exzessives Joggen oder Springen belastet die Gelenke unnötig, besonders im Wachstum. Das kurze, harte Fell ist pflegeleicht, dafür brauchen Hautfalten am Kopf und die Lefzen regelmäßige Kontrolle, und die Rasse sabbert und schnarcht typischerweise mehr als schlanke Hunderassen. Konsequente, aber gewaltfreie Erziehung ab dem Welpenalter ist wichtig, denn ein ausgewachsener Bullmastiff lässt sich kaum noch steuern, wenn er das nicht früh gelernt hat. Gesundheitlich zählen Hüft und Ellbogendysplasie, Magendrehung als akuter Notfall und eine im Rassevergleich erhöhte Krebsrate, insbesondere Lymphome und Mastzelltumoren, zu den bekannten Risiken. Krebs gehört bei dieser Rasse zu den häufigsten Todesursachen, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt Studien zufolge bei rund acht bis zehn Jahren und damit deutlich unter dem Schnitt kleinerer Rassen. Der Bullmastiff passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit Platz, Zeit für früh beginnendes, konsequentes Training und einem realistischen Blick auf das Gewicht und die Kraft eines ausgewachsenen Tieres. Für Erstlingshalter, sehr kleine Wohnungen oder Familien, die einen verspielten Dauerbeweger suchen, ist er eher nicht die richtige Wahl. Wegen seiner Größe und seines Wachtriebs lohnt vor der Anschaffung ein Blick in die jeweilige Landes oder Kantonsgesetzgebung zu Halteauflagen für große Wachhunderassen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht erfahrene, konsequente Halterinnen und Halter mit Zeit für frühe, breit angelegte Sozialisierung, eine Hundeschule mit Erfahrung in großen Wach und Schutzhunderassen ist sinnvoll.
  • Als Riesenrasse fallen hohe Futterkosten an, zwei bis drei kleinere Mahlzeiten statt einer großen Portion senken tendenziell das Magendrehungsrisiko, eine OP Kostenversicherung ist empfehlenswert.
  • Vor dem Kauf beim Zuchtbetrieb nach HD und ED Röntgenbefund der Elterntiere sowie nach Herz und Augenuntersuchung fragen, seriöse Zuchtstätten legen diese offen vor.
  • Ausreichend Platz zuhause einplanen, auch wenn der Bewegungsbedarf moderat ist, ein ausgewachsener Bullmastiff braucht schlicht Raum zum Liegen und Wenden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftdysplasie
  • Ellbogendysplasie
  • Magendrehung (Gastric Dilatation Volvulus)
  • erhöhte Krebsrate, insbesondere Lymphome und Mastzelltumoren
  • Entropion
  • progressive Retinaatrophie

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Bullmastiff hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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