Englische Bulldogge
Gemütlicher Charmeur mit Kampfergesicht und weichem Kern
auch bekannt als Bulli, Englische Bulldogge, British Bulldog, Bulldog

Zucht-Hinweis
Der Bulldog gilt aufgrund seiner extremen Brachyzephalie und der massiven Fellfalten als Qualzucht im Sinne von Paragraf 11b Tierschutzgesetz. Betroffen sind vor allem die Atmung und die Fortpflanzung (Kaiserschnitt-Rate). Interessenten sollten gezielt Züchter mit gesundheitlich geprüften, moderater gebauten Elterntieren suchen. Verengte Atemwege und die weit überwiegend per Kaiserschnitt verlaufende Geburt betreffen bereits das standardgerechte Tier, nicht nur Einzelfälle.
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M)
- Gewicht
- typisch 23 bis 25 kg
- Lebenserwartung
- typisch 6 bis 9 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- gut verfügbarStufe 4 von 5VDH 2024: 5 Welpen, aber einer der häufigsten Hunde im deutschen Stadtbild
- Fell
- Kurzhaar, Die Hautfalten im Gesicht und am Hals müssen regelmäßig, am besten mehrmals wöchentlich, gereinigt und getrocknet werden, sonst drohen Entzündungen. Das kurze Fell selbst ist unkompliziert.
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 149
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- sehr ruhig, geringe Energie (1 von 5)
- Bewegungsbedarf
- genügt wenig Bewegung (1 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- offen gegenüber Fremden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
- Jagdtrieb
- kaum Jagdtrieb (1 von 5)
- Anfänger-Eignung
- mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)
Der Charakter: Englische Bulldogge im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Spaziergänge bei Temperaturen über etwa 22 bis 25 Grad nur in den kühlen Morgen oder Abendstunden und ohne Anstrengung, ein Bulldog kann sich nicht ausreichend über Hecheln kühlen und überhitzt schnell.
- Vor dem Kauf beim Züchter nach BOAS-Untersuchung (Brachyzephalic Obstructive Airway Syndrome) der Elterntiere fragen und auf möglichst offene Nasenlöcher sowie moderate Fellfalten achten, das senkt spätere OP- und Tierarztkosten spürbar.
- Monatliches Budget für Tierarztbesuche und mögliche Operationen (Atemwege, Haut, Gelenke) fest einplanen, viele Zuchtlinien benötigen im Laufe des Lebens mindestens einen chirurgischen Eingriff.
- Geburten verlaufen bei einem Großteil der Zuchttiere nur per Kaiserschnitt, das ist beim Thema Nachzucht und Tierwohl unbedingt vorher zu bedenken.
- Treppen, langes Schwimmen und Autofahrten bei Hitze meiden, die kurze Nase und der kompakte Brustkorb erschweren Anstrengung in jeder Form.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Brachyzephales Obstruktives Atemwegssyndrom (BOAS) durch die stark verkürzte Nase, mit Schnarchen, Atemgeräuschen und eingeschränkter Hitzetoleranz bis hin zu akuter Atemnot
- Herzerkrankungen zählen laut einer britischen Erhebung zu den häufigsten Todesursachen der Rasse
- Tumorerkrankungen sind ebenfalls eine der häufigsten Todesursachen
- Überdurchschnittlich häufige Hüftgelenksdysplasie
- Haut- und Faltenentzündungen bei unzureichender Pflege der Gesichts- und Halsfalten
- Die weit überwiegende Mehrheit der Geburten erfolgt aufgrund der Körperproportionen per Kaiserschnitt
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Englische Bulldogge hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Die Ratgeber liegen bei dieser Rasse weit auseinander, deshalb ist die Spanne breit. Frag beim Züchter nach den Untersuchungen der Elterntiere, vor allem zur Atmung.
Quellen: futalis, hundeo.com (2026), mein-haustier.de (2026). Von uns erhoben am 02.09.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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