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Lele

Broholmer

Sanfter Riese mit ruhigem Wächterherz

sehr groß (XL)Dänemark
Nahaufnahme des massigen Kopfes eines Broholmers mit Hängeohren.
Broholmer im PorträtFoto: Pleple2000 · CC BY-SA 3.0
Broholmer steht wachsam auf einer Wiese im Garten.
Broholmer unterwegsFoto: WLVB · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 70 bis 75 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 40 bis 70 kg
Lebenserwartung
typisch 7 bis 10 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 63 Welpen
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dicht anliegendes Fell mit dicker Unterwolle. Wöchentliches Bürsten reicht meist, im Fellwechsel häufiger, damit die Unterwolle nicht verfilzt.
Herkunft
Dänemark

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Broholmer im Porträt

Der Broholmer stammt aus Dänemark und geht auf große Molosser zurück, die im Mittelalter zur Hirschjagd eingesetzt wurden. Später wurden sie zu Wachhunden für Bauernhöfe und Landgüter, und Graf Sehested von Broholm prägte im 18. Jahrhundert die Rasse, die ihm ihren Namen verdankt. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt der Broholmer fast als ausgestorben, erst ab Mitte der 1970er Jahre bauten engagierte Züchter mit Unterstützung des Dänischen Kennel Klubs den Bestand wieder auf. In Deutschland ist die Rasse bis heute sehr selten. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als ruhig, gutartig und freundlich, dabei aber wachsam, mit einem Hund, der großes Selbstvertrauen zeigen soll. Genau das prägt den Alltag: Der Broholmer ist kein Dauerläufer, sondern ein gelassener Beobachter, der Fremden gegenüber erst einmal zurückhaltend bleibt und mit einer kräftigen, weithin hörbaren Stimme meldet, wenn ihm etwas auffällt. Aggressivität ist laut Standard ein disqualifizierender Fehler, das Temperament soll souverän sein, nicht schärfe- oder angstgetrieben. Bewegung braucht er in moderatem Maß, ausgedehnte Spaziergänge und ruhige Zeit an der Seite der Familie passen besser als sportliches Auslastungsprogramm, zumal das schwere Gebäude die Gelenke stark belastet und Welpen entsprechend schonend aufwachsen sollten. Das kurze Fell mit dichter Unterwolle ist pflegearm, haart aber im Fellwechsel spürbar. Aus dem Ausland dokumentierte Fälle von degenerativer Myelopathie, einer fortschreitenden Rückenmarkserkrankung, sind ein Punkt, den Interessenten mit dem Zuchtverein und einer sorgfältigen Elterntier-Auswahl besprechen sollten. Geeignet ist der Broholmer für erfahrene Halterinnen und Halter mit Platz, die einen ruhigen, bodenständigen Wächter für Haus und Familie suchen und Erziehung sowie Sozialisierung von klein auf konsequent angehen. Für kleine Wohnungen, sportlich-ambitionierte Erstlingshalter oder Haushalte, die einen dauerbespaßten Aktivhund erwarten, ist er die falsche Wahl. Wegen der geringen Verbreitung sollte man außerdem mit langen Wartezeiten bei seriösen Züchtern rechnen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Das schwere, schnell wachsende Gebäude verträgt in den ersten 12 bis 18 Lebensmonaten keine langen Läufe oder Treppenmarathons, sonst drohen Belastungsschäden an Hüfte und Gelenken.
  • Konsequente, frühe Sozialisierung mit vielen unterschiedlichen Menschen und Situationen ist wichtig, damit die wachsame Grundhaltung nicht in Distanz gegenüber allem Fremden kippt.
  • Vor dem Kauf lohnt der direkte Kontakt zum dänischen oder deutschen Zuchtverein, da die Rasse hierzulande sehr selten ist und Wartelisten üblich sind.
  • Ein Auto oder Zuhause mit ausreichend Platz für einen bis zu 70 Kilogramm schweren Hund sollte eingeplant sein, ebenso höhere Kosten für Futter, Tierarzt und Ausstattung als bei mittelgroßen Rassen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Degenerative Myelopathie: Bei aus dem Ausland importierten Broholmern wurde diese fortschreitende, ALS-ähnliche Rückenmarkserkrankung dokumentiert, ein Gentest vor der Zuchtauswahl ist empfehlenswert.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Broholmer hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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