Brasilianische Campeiro-Bulldogge
Ruhiger Wächter mit festem Biss und treuem Herz
auch bekannt als Campeiro, Bulldog Campeiro, Buldogue Campeiro, Brazilian Campeiro Bulldog
Steckbrief
- Größe
- groß (L), 49 bis 58 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 31 bis 42 kg
- Lebenserwartung
- typisch 9 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
- Fell
- Kurzhaar, Das kurze, glatte Fell ist pflegeleicht, gelegentliches Bürsten reicht. Wamme und Lefzenfalten am Hals und im Gesicht solltest du regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf trocken halten, damit sich dort keine Reizungen bilden.
- Herkunft
- Brasilien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 2 (Pinscher, Schnauzer, Molosser), Standard Nr. 374
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5, Tendenzwert)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5, Tendenzwert)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- mittlerer Jagdtrieb (3 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Brasilianische Campeiro-Bulldogge im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Wegen der schmalen genetischen Basis aus der Rettungszucht der 1970er Jahre lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und möglichst unterschiedliche Blutlinien.
- Die tiefe, breite Brust ist bei großen, tiefbrüstigen Rassen ein Risikofaktor für eine Magendrehung, teile die Mahlzeiten auf zwei bis drei kleinere Portionen auf und lass den Hund danach ruhen.
- Hautfalten an Wamme und Lefzen brauchen regelmäßige Kontrolle und gelegentliches trockenes Reinigen, damit sich dort keine Reizungen oder Entzündungen entwickeln.
- Weil die Rasse in Deutschland kaum verbreitet ist, ist ein persönliches Kennenlernen vor der Anschaffung fast nirgends möglich, plane realistisch mit Wartezeit oder einem Importweg aus Brasilien.
- Als bindungsstarker Wach- und Fanghund mit reservierter Fremdenart braucht sie früh und konsequent Sozialisierung mit fremden Menschen und anderen Hunden.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Erhöhtes Magendrehungs-Risiko: Der laut Standard breite, tiefe und fast runde Brustkorb bis Ellbogenhöhe ist bei großen, tiefbrüstigen Rassen ein anerkannter Risikofaktor für eine Magendrehung.
- Neigung zu Hautfalten-Reizungen an Wamme und Lefzen: Die vom Standard geforderte lockere Halshaut (Wamme) und die dicken, hängenden Lefzen können bei mangelnder Pflege feuchte Reizstellen und Entzündungen begünstigen.
- Schmale genetische Vielfalt: Die Rasse wurde in den 1970er Jahren aus einer kleinen Rettungspopulation wieder aufgebaut, was das Risiko erblich bedingter Gesundheitsprobleme in einzelnen Linien erhöhen kann.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Brasilianische Campeiro-Bulldogge hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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