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Lele

Tornjak

Ruhiger Hirtenwächter mit dichtem Fell und eigenem Kopf

auch bekannt als Tornjak, Bosnisch-Herzegowinischer-Kroatischer Schäferhund

sehr groß (XL)Bosnien und Herzegowina / Kroatien
Tornjak Hündin mit weiss braun schwarzem Fell sitzt im Gras, ihr Welpe kuschelt sich an sie.
Tornjak im PorträtFoto: Tomasz Waśko · CC BY-SA 4.0
Tornjak mit weiss schwarzem Fell steht wachsam auf einem Bergkamm und blickt in die Ferne.
Tornjak unterwegsFoto: Tomasz Waśko · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 58 bis 72 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 35 bis 50 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Langhaar mit dichter Unterwolle, Das lange, grobe Deckhaar mit Mähne am Hals und Fahne an der Rute haart im Fellwechsel stark und braucht dann mehrmals wöchentlich Bürsten, damit sich die Unterwolle nicht verfilzt.
Herkunft
Bosnien und Herzegowina / Kroatien

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Tornjak im Porträt

Der Tornjak stammt aus den Berggegenden von Bosnien und Herzegowina und Kroatien, wo er seit Jahrhunderten Schaf- und Ziegenherden vor Wölfen und Bären schützt. Schriftliche Belege reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Der ursprüngliche Bestand wäre beinahe verschwunden, erst ab 1972 begannen Züchter in beiden Ländern die verbliebenen Hirtenhunde systematisch zu erfassen, seit 1978 gibt es eine kontinuierliche Reinzucht. Bis heute ist der Tornjak in Deutschland eine echte Rarität: Welpen gibt es fast nur über Importe oder wenige spezialisierte Züchter, wer sich für die Rasse entscheidet, sollte lange Wartezeiten und eine sorgfältige Zuchtstättenprüfung einplanen. Der FCI-Standard beschreibt ihn als ausgeglichen, mutig und intelligent, misstrauisch gegenüber Fremden und leidenschaftlich beim Bewachen des ihm anvertrauten Eigentums. Das passt zu seinem Beruf: Der Tornjak arbeitet traditionell frei bei der Herde, entscheidet eigenständig, wann Gefahr droht, und lässt sich dabei nicht beeindrucken. Seiner Familie gegenüber gilt er als ruhig und sehr anhänglich, Fremden begegnet er reserviert bis vorsichtig, nicht aggressiv, wenn er gut sozialisiert ist. Im Alltag braucht er weniger Dauerlauf als Beschäftigung mit Sinn: Grundstück und Familie im Blick behalten, ruhige Spaziergänge, feste Strukturen. Sein langes, dichtes Fell mit üppiger Mähne und Unterwolle haart saisonal stark und will regelmäßig gebürstet werden, damit es nicht verfilzt. Als großer, kräftiger Hund mit tiefer Brust bringt er die typischen Themen großer Rassen mit: Gelenke und Wachstum im Welpenalter im Blick behalten, auf ruhige Bewegung statt Treppen und Sprünge achten. Der Tornjak passt zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit Grundstück, klarer Linie und echtem Interesse an einem eigenständig denkenden Herdenschutzhund, nicht zu Anfängern oder reinem Wohnungsleben. Für Familien mit viel Platz und Ruhe kann er ein loyaler, wachsamer Begleiter sein, für Wohnungshaltung in der Stadt oder als Ersthund ist er dagegen keine gute Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Ein Grundstück mit sicherer Einzäunung ist fast Voraussetzung, der Tornjak ist als Wächter angelegt und markiert sein Revier gern lautstark, das kann in dicht bebauten Wohngebieten für Ärger sorgen.
  • Sozialisation im Welpen- und Junghundealter entscheidet viel: gut sozialisierte Tiere sind Fremden gegenüber reserviert statt ängstlich oder aggressiv, das braucht früh viele ruhige, positive Kontakte.
  • Bei diesem großen, schnell wachsenden Hund lohnt vor dem Kauf der Blick in die Hüftgelenks-Zuchtwerte der Elterntiere, dazu im Welpenalter keine Treppen oder Sprünge im Übermaß.
  • Da es in Deutschland kaum etablierte Zuchtstätten gibt, ist ein persönlicher Besuch bei den Elterntieren vor der Reservierung besonders wichtig, um Wesen und Aufzuchtbedingungen einschätzen zu können.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Als großer, vergleichsweise schnell wachsender Hund besteht wie bei vielen Rassen dieser Statur eine erhöhte Neigung zu Hüftgelenksdysplasie, besonders wenn Junghunde im ersten Lebensjahr überlastet werden.
  • Die tiefe, breite Brust, wie sie der FCI-Standard beschreibt, ist bei großen Rassen mit einem erhöhten Magendrehungsrisiko verbunden, weshalb mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen und Ruhe nach dem Fressen empfehlenswert sind.
  • Die hängenden, dicht anliegenden Ohren können bei Feuchtigkeit im dichten Fell Ohrenentzündungen begünstigen, regelmäßige Kontrolle ist sinnvoll.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Tornjak hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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