Border Terrier
Drahtiger Naturbursche mit Jagdpassion
Steckbrief
- Größe
- klein (S), 32 bis 37 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 5,1 bis 7,1 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 381 Welpen
- Fell
- Rauhaar, Wöchentlich bürsten, zwei- bis viermal im Jahr von Hand trimmen statt scheren
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 10
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- offen gegenüber Fremden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)
Der Charakter: Border Terrier im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Plane täglich 1,5 bis 2 Stunden Bewegung plus Kopfarbeit ein: Nasenarbeit, Agility oder Dummytraining lasten die Mischung aus Schnelligkeit und Ausdauer besser aus als reines Gassigehen.
- Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt: Rückruf und Impulskontrolle von Welpenalter an trainieren, unterwegs mit Schleppleine sichern und Freilauf nur in übersichtlichem, wildarmem Gelände einplanen. In Haushalten mit Kleintieren ist die Rasse meist keine gute Wahl.
- Das Rauhaarfell braucht zwei- bis viermal im Jahr Handtrimming (beim Profi je Termin oft 50 bis 90 Euro, alternativ selbst lernen). Scheren zerstört die wetterfeste Fellstruktur und ist keine Abkürzung.
- Beim Züchter den SLEM-Gentest beider Elterntiere zeigen lassen und aktiv nach CECS beziehungsweise paroxysmaler Dyskinesie in der Linie fragen; betroffene Hunde brauchen oft dauerhaft eine strikt glutenfreie Ernährung.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Paroxysmale gluten-sensitive Dyskinesie (CECS, auch Spike's Disease): epilepsieähnliche Krampfanfälle, die häufig gut auf eine strikt glutenfreie Ernährung ansprechen
- Spongiforme Leukoenzephalomyelopathie (SLEM, Shaking Puppy Syndrome): schwere Nervenerkrankung junger Welpen, über den Gentest der Elterntiere vermeidbar
- Gallenblasenmukozele: Border Terrier haben laut einer britischen Fallstudie ein rund 85fach erhöhtes Risiko gegenüber anderen Rassen, die Erkrankung kann zur Gallenblasenruptur führen und zählt zu den ernstzunehmenden Todesursachen der Rasse; die Sterblichkeit nach Notoperation lag in derselben Studie bei rund 12 Prozent.
- Zahnerkrankungen und Übergewicht zählen laut britischen Praxisdaten (VetCompass) zu den häufigsten Alltagsbefunden
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Border Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die Quellen nennen deutlich unterschiedliche Preise. Nimm die Spanne als groben Rahmen und frag beim Zuchtverein nach.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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