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Lele

Bordeauxdogge

Ruhiger Wächter mit weichem Kern

auch bekannt als Dogue, DDB, Dogue de Bordeaux

groß (L)Frankreich
Nahaufnahme einer Bordeauxdogge mit typisch faltigem Kopf und kurzem rotbraunem Fell vor dunklem Hintergrund
Bordeauxdogge im Porträt
Bordeauxdogge liegt entspannt auf einem Hundebett in der Wohnung
Bordeauxdogge zu Hause

Steckbrief

Größe
groß (L), 58 bis 68 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 45 bis 68 kg
Lebenserwartung
typisch 9 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 70 Welpen
Fell
Kurzhaar
Herkunft
Frankreich

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
sehr ruhig, geringe Energie (1 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Bordeauxdogge im Porträt

Die Bordeauxdogge zählt zu den ältesten französischen Hunderassen und geht vermutlich auf die alten Alanenhunde und den sogenannten „Saupacker“ zurück, der einst zur Jagd auf Wildschwein, zur Bewachung von Haus und Vieh sowie, in einem dunkleren Kapitel ihrer Geschichte, auch für Hundekämpfe eingesetzt wurde. Nach beiden Weltkriegen stand die Rasse fast vor dem Aussterben; erst ab den 1960er-Jahren erlebte sie in Frankreich einen neuen Aufschwung und wurde später auch international bekannt. Im Wesen zeigt sich die Bordeauxdogge tendenziell ruhig und ausgeglichen mit einer hohen Reizschwelle. Der FCI-Standard beschreibt sie als aufmerksamen, mutigen Wächter ohne übertriebene Aggressivität. Ihren Menschen gegenüber gilt sie im Durchschnitt als anhänglich und loyal, während Rüden laut Standard eher zu einem dominanten Auftreten neigen. Fremden begegnet sie meist eher reserviert-beobachtend als überschwänglich zugewandt, was zu ihrer historischen Rolle als Wach- und Schutzhund passt. Im Training braucht sie von Welpenbeinen an konsequente, aber einfühlsame Führung: Der VDH beschreibt sie selbst als bisweilen sturen Molosser, der ohne klare Linie schnell eigene Wege geht. Der Bewegungsbedarf ist für eine so große Rasse überschaubar, sollte aber wegen des schweren, gelenkbelastenden Körperbaus über mehrere ruhige Spaziergänge am Tag verteilt werden. Besonders im Wachstum ist Zurückhaltung bei Sprüngen und langen Läufen wichtig. Das kurze Fell selbst ist pflegeleicht, doch die tiefen Hautfalten am Kopf und die ausgeprägte Wamme am Hals verlangen regelmäßige Kontrolle, und Sabbern gehört bei dieser Rasse zum Alltag. Längeres Alleinsein verträgt der stark menschenbezogene Hund eher schlecht. Für die Bordeauxdogge sprechen erfahrene Halter mit Platz, Zeit und Freude an konsequenter Erziehung, die sich zudem bewusst mit dem rechtlichen Rahmen (die Rasse gilt in mehreren Bundesländern und Kantonen als Listenhund) sowie mit den gesundheitlichen Besonderheiten des kurzköpfigen Molosser-Typs auseinandersetzen. Für Ersthundehalter, kleine Wohnungen ohne Auslauf oder Familien, die einen unkomplizierten Begleiter ohne besonderen Betreuungsaufwand suchen, ist sie dagegen eher nicht die passende Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum von insgesamt etwa 1 bis 1,5 Stunden pro Tag in mehreren ruhigen Spaziergängen einplanen; wegen des schweren, gelenkbelastenden Körperbaus sind lange Sprünge, Treppenläufe und intensive Belastung besonders im Wachstum zu vermeiden.
  • Als stark menschenbezogener Molosser verträgt die Bordeauxdogge längeres Alleinbleiben eher schlecht; mehr als drei bis vier Stunden am Stück ohne Bezugsperson sollten die Ausnahme bleiben.
  • Das Kurzhaarfell ist pflegeleicht, aber Kopf- und Halsfalten (Wamme) sollten regelmäßig gereinigt und trockengehalten werden, um Hautentzündungen vorzubeugen; ausgeprägtes Sabbern gehört zum Alltag mit dieser Rasse.
  • Tierarztkosten realistisch einplanen: Röntgenkontrollen der Hüften, kardiologische Vorsorgeuntersuchungen (u. a. auf Aortenstenose und Trikuspidalklappendysplasie) sowie ein möglicher Kaiserschnitt bei der Geburt gehören bei dieser Rasse häufiger zum Budget als bei unauffälligen Rassen.
  • In mehreren Bundesländern/Kantonen gelistet: Haltungsauflagen vor Anschaffung prüfen (u. a. Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg als Kategorie 2, Vorarlberg bewilligungspflichtig, Tessin bewilligungspflichtig, Genf mit Haltungsverbot für Neuerwerb).
  • Vor der Anschaffung lohnt sich ein Züchterbesuch mit Fokus auf offene Nasenlöcher, moderate Faltenbildung sowie dokumentierte Herz- und Hüftuntersuchungen der Elterntiere statt auf besonders extreme Kopfform.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Brachyzephales Atemnotsyndrom (BOAS): Der kurzköpfige Schädelbau kann Atemgeräusche, eine eingeschränkte Hitze- und Belastungstoleranz sowie ein erhöhtes Narkoserisiko mit sich bringen.
  • Erhöhte Prädisposition für Herzerkrankungen, insbesondere (Sub-)Aortenstenose und Trikuspidalklappendysplasie, laut mehreren tiermedizinischen Studien.
  • Hohe Prävalenz von Hüftgelenksdysplasie (je nach Untersuchung rund ein Viertel bis knapp die Hälfte der Population betroffen).
  • Hautfaltendermatitis an Kopf und Wamme durch die dicke, locker anliegende Haut, wenn die Falten nicht regelmäßig gepflegt werden.
  • Erhöhte Rate an Kaiserschnittgeburten sowie überdurchschnittliche Welpensterblichkeit, wie sie bei mehreren großen, kurzköpfigen Molosserrassen dokumentiert ist.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Bordeauxdogge hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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