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Lele

Bedlington Terrier

Wachsamer Charmeur im Schafspelz

auch bekannt als Wolf im Schafspelz, Rothbury Terrier

klein (S)Grossbritannien
Bedlington Terrier mit lockigem hellgrauem Fell blickt vor einer Steinmauer neugierig in die Kamera.
Bedlington Terrier im PorträtFoto: Mball93 · CC BY-SA 4.0
Bedlington Terrier steht im getrimmten Fell auf einer Wiese.
Bedlington Terrier unterwegsFoto: landagent · CC BY-SA 3.0
Bedlington Terrier liegt entspannt im Gras und blickt zur Seite.
Bedlington Terrier zu HauseFoto: David Owsiany · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 38 bis 44 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 8 bis 10 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 22 Welpen
Fell
gelocktes Wollhaar, Dichtes, flachsartiges Haar mit Anlage zu kleinen Korkenzieherlocken, wächst ohne klassischen Fellwechsel ständig nach und haart dadurch kaum. Braucht alle 6 bis 8 Wochen einen Schnitt beim Hundefriseur oder in Eigenregie nach Anleitung.
Herkunft
Grossbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 9

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Bedlington Terrier im Porträt

Der Bedlington Terrier stammt aus den ehemaligen Bergbaugegenden im Norden Englands und trug ursprünglich den Namen Rothbury Terrier, nach der Ortschaft, in der die Rasse geformt wurde. Bergarbeiter und Zigeuner setzten ihn zur Jagd auf Hasen, Kaninchen und Ratten ein, ein Vereinsverband entstand bereits 1877. Der FCI-Standard betont, dass sein mildes, fast schafsähnliches Erscheinungsbild nicht über seinen Kern als echter Terrier hinwegtäuschen soll: Er ist zurückhaltend im Streit, aber durchaus fähig, sich zu verteidigen, und behält einen stark ausgeprägten Jagdinstinkt. Im Wesen zeigt er sich gutmütig, würdevoll, anhänglich und intelligent, in der Ruhe sanft und bei Erregung voller Mut. Diese Mischung macht ihn zu einem aufmerksamen, klugen Begleiter, der Bindung sucht und sich tendenziell nicht gern ausgeschlossen fühlt. Gleichzeitig steckt in ihm ein eigenwilliger Kopf, konsequentes und liebevolles Training zahlt sich aus. Sein jagdliches Erbe bedeutet auch, dass Kleintiere, Katzen und Alleinlassen ohne frühe Gewöhnung tendenziell Themen sind. Im Alltag braucht der Bedlington regelmäßige, aber keine extremen Auslastungsmengen, dafür läuft er dank seines geschmeidigen, windhundartigen Körperbaus erstaunlich schnell und ausdauernd. Sein charakteristisches, gelocktes Wollhaar wächst ständig nach, haart dadurch kaum, verlangt aber alle sechs bis acht Wochen einen fachgerechten Schnitt. Gesundheitlich ist die Rasse eng mit der Kupferspeicherkrankheit (Kupfertoxikose) verbunden, einer erblichen Stoffwechselstörung, die die Leber schädigen kann. Seriöse Zuchtvereine testen Zuchttiere gezielt darauf. Der Bedlington Terrier passt zu Menschen, die einen anhänglichen, klugen Begleithund mit ungewöhnlicher Optik suchen, moderate Bewegung bieten und die laufende Fellpflege einplanen können. Weniger geeignet ist er für Haushalte mit Kleintieren oder Katzen ohne behutsame Gewöhnung, für Menschen, die den Hund häufig lange allein lassen, und für alle, die Fellpflege komplett scheuen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Frag beim Züchter nach dem Kupfertoxikose-Status beider Elterntiere (DNA-Test oder Leberwert-Screening): Die Rasse ist eng mit dieser erblichen Stoffwechselerkrankung verbunden, und nur der gezielte Ausschluss betroffener Linien hält sie selten.
  • Plane feste Termine beim Hundefriseur ein, das Wollhaar wächst ständig nach und muss alle sechs bis acht Wochen geschnitten werden, sonst verfilzt es.
  • Gewöhne einen Bedlington schon als Welpe behutsam an Katzen und Kleintiere im Haushalt: Der ausgeprägte Jagdinstinkt lässt sich nicht wegtrainieren, aber durch frühe, positive Erfahrungen entspannter gestalten.
  • Baue das Alleinbleiben früh in kleinen, langsam steigenden Schritten auf, der Bedlington ist stark menschenbezogen und neigt sonst zu Trennungsstress.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Kupfertoxikose (Kupferspeicherkrankheit, erbliche Störung des Kupferstoffwechsels, kann unbehandelt zu Leberversagen führen)
  • Augenerkrankungen wie Retinadysplasie, Katarakt, Entropium und Distichiasis
  • Nierenprobleme, in Studien überdurchschnittlich häufig als Todesursache erfasst
  • Hyperkeratose der Ballen (erblich bedingte Verhornungsstörung der Pfotenballen)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Bedlington Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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