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Lele

Australian Terrier

Kleiner Kraftprotz mit wachem Kopf

klein (S)Australien
Australian Terrier springt mit angezogener Pfote verspielt über einen schlammigen Pfad.
Australian Terrier unterwegs
Australian Terrier steht mit heraushängender Zunge auf einer Wiese vor Bäumen.
Australian Terrier unterwegsFoto: Witwiki2000 · CC BY-SA 4.0
Australian Terrier liegt entspannt im Gras und schaut zur Seite.
Australian Terrier zu HauseFoto: Ketterechts · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 23 bis 25 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 5 bis 6,5 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 15 Welpen
Fell
Rauhaar (harsches Stockhaar mit weicher Unterwolle), Das harsche, ungetrimmte Deckhaar braucht alle paar Monate Trimmen oder Stripping, damit die Struktur erhalten bleibt, dazwischen reicht Bürsten.
Herkunft
Australien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 8

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Australian Terrier im Porträt

Der Australian Terrier stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert von Siedlern in Tasmanien, New South Wales und Victoria ab, die aus britischen Rassen wie Skye Terrier, Scottish Terrier und Dandie Dinmont Terrier einen robusten Allrounder für das raue Farmleben herauszüchteten: Rattenfänger, Schlangenwächter und Alarmgeber in einem. Er gilt als eine der wenigen Terrier-Rassen, die außerhalb Großbritanniens entstanden sind, und wurde bereits 1850 in Australien offiziell anerkannt. Der FCI-Standard beschreibt ihn als kräftigen, niedrigstehenden Hund mit ausgeprägtem Terriercharakter, aufgeweckt, aktiv und leistungsfähig, dabei treu und ausgeglichen im Wesen. Der jahrzehntelange Arbeitsauftrag als Wach- und Kleintierjäger wirkt bis heute nach: Der Australian Terrier meldet zuverlässig, was sich seinem Revier nähert, und er behält einen wachen Jagdinstinkt gegenüber Kleintieren, den Halter bei Freilauf im Blick behalten sollten. Im Alltag ist er ein anpassungsfähiger, aber keineswegs anspruchsloser Begleiter: Er braucht regelmäßige Bewegung mit Kopfarbeit, sonst sucht er sich selbst Beschäftigung, was bei einem Terrier gern in Buddeln oder Grenztests ausartet. Das harsche, ungetrimmte Fell verlangt alle paar Monate Trimmen oder Stripping, haart dafür aber wenig. Traditionell wurde die Rute kupiert, was in Deutschland heute verboten ist und in modernen Zuchtlinien meist unterbleibt. Gesundheitlich gilt die Rasse als vergleichsweise robust, dennoch tauchen in Erhebungen wiederkehrend Diabetes mellitus und Patellaluxation auf, seltener das autoimmune Vogt-Koyanagi-Harada-ähnliche Syndrom mit Augenbeteiligung, weshalb ein Gesundheitscheck vor dem Kauf sinnvoll ist. Gut passt der Australian Terrier zu aktiven Haltern, die einen kleinen, selbstbewussten Hund mit klarer Konsequenz führen wollen, ihm feste Regeln geben und die Terrier-typische Sturheit gelassen nehmen. Für reine Wohnungssofa-Kandidaten ohne Beschäftigungsanspruch oder für Haushalte mit Kleintieren ohne behutsame Gewöhnung ist er eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 45 bis 60 Minuten Bewegung plus kurze Trainingseinheiten ein, sonst wird der wache Kopf anderweitig kreativ.
  • Das Fell braucht alle 2 bis 3 Monate professionelles Trimmen oder Stripping, wer das selbst lernen will, sollte von Anfang an einen Groomer als Anleitung nutzen.
  • Bei Freilauf in der Nähe von Kleintieren (Hühner, Kaninchen, Katzen) sicherheitshalber Leine oder Schleppleine nutzen, der Jagdinstinkt auf kleine Fluchttiere ist rassetypisch vorhanden.
  • Vor dem Kauf beim Züchter nach Patella- und Augenuntersuchungen der Elterntiere fragen, beides gehört zu den dokumentierten Themen der Rasse.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Patellaluxation (Kniescheibe kann aus der Führungsrinne springen)
  • Diabetes mellitus, in Gesundheitserhebungen unter den häufigeren Todesursachen der Rasse
  • Vogt-Koyanagi-Harada-ähnliches Syndrom (seltene autoimmune Augenerkrankung)
  • Katarakt (grauer Star)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Australian Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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