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Lele

Yorkshire Terrier

Kleiner Terrier mit großem Selbstbewusstsein

auch bekannt als Yorkie

sehr klein (XS)Großbritannien
Yorkshire Terrier mit langem, seidigem Fell blickt frontal in die Kamera
Yorkshire Terrier im Porträt
Yorkshire Terrier läuft mit wehenden Ohren über einen sandigen Weg
Yorkshire Terrier unterwegs
Yorkshire Terrier sitzt aufmerksam auf einem Stuhl im Wohnzimmer
Yorkshire Terrier zu Hause

Steckbrief

Größe
sehr klein (XS)
Gewicht
typisch 3 bis 3,2 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH 2024: 241 Welpen; TASSO Top 10 2017 bis 2023 mehrfach vertreten
Fell
Langhaar, seidig
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 3 (Terrier), Standard Nr. 86

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
sehr hoher Pflegeaufwand (5 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5, Tendenzwert)

Der Charakter: Yorkshire Terrier im Porträt

Der Yorkshire Terrier entstand im späten 19. Jahrhundert in den nordenglischen Industriestädten der Grafschaft Yorkshire. Ärmere Bevölkerungsschichten kreuzten dort verschiedene kleine Terrier (unter anderem den alten Englischen Toy Terrier, den Malteser und den Skye Terrier) und schufen einen wendigen kleinen Hund, der ursprünglich Ratten in Fabriken und Minen jagen und bei der Kaninchenjagd helfen sollte. Seinen heutigen Namen trägt die Rasse seit 1870; wenig später wandelte sie sich vom Arbeitshund zum beliebten Gesellschaftshund des britischen Bürgertums. Trotz eines Gewichts von meist deutlich unter 3,2 Kilogramm neigt der Yorkshire Terrier zu einem selbstbewussten, wachen und lebhaften Wesen. Viele Tiere zeigen ein enges Bindungsverhalten zu ihren Bezugspersonen, reagieren aufmerksam bis misstrauisch auf Fremde und Geräusche und lassen gelegentlich noch den alten Jagdinstinkt gegenüber Nagetieren erkennen. Ohne ruhige, konsequente Führung neigen einzelne Vertreter dazu, im Haushalt die Zügel selbst in die Pfote zu nehmen. Die geringe Größe täuscht leicht über den ausgeprägten eigenen Kopf hinweg. Der Alltag mit dieser Rasse ist stark von der Fellpflege geprägt: Das lange, seidige Haar wächst kontinuierlich nach, haart kaum, verfilzt aber ohne tägliches Bürsten und regelmäßiges Waschen und Nachschneiden rasch. Der Bewegungsbedarf fällt im Vergleich zu größeren Terriern moderat aus: mehrere kurze Spaziergänge und etwas geistige Beschäftigung reichen in der Regel, wobei viele Yorkshire Terrier gerne auch längere Runden mitlaufen. Gut passt die Rasse zu Menschen, die einen kleinen, temperamentvollen Wohnungshund mit eigener Meinung suchen und bereit sind, täglich Zeit in Fellpflege und ruhige Erziehung zu investieren. Wegen seines zierlichen Körperbaus ist der Yorkshire Terrier eher für Haushalte mit älteren, rücksichtsvollen Kindern geeignet als für sehr kleine Kinder, die seine Zerbrechlichkeit unterschätzen könnten. Wer eine pflegearme Rasse ohne tägliche Fellroutine sucht, sollte sich eher woanders umsehen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum von etwa 30 bis 60 Minuten täglich, aufgeteilt in mehrere kurze Spaziergänge, deckt den Bedarf meist ab. Ausgedehnte Sporteinheiten sind nicht nötig.
  • Neigt zu starker Bindung an Bezugspersonen; längeres Alleinbleiben über 3 bis 4 Stunden hinaus sollte schrittweise trainiert werden, sonst drohen Stress und vermehrtes Bellen.
  • Tägliches Bürsten sowie ein Termin beim Hundefriseur alle 6 bis 8 Wochen gehören zum Alltag und verursachen laufende Kosten.
  • Rassetypisch anfällig für Patellaluxation, Trachealkollaps und Zahnfehlstellungen: tierärztliche Vorsorge und ggf. Zahnsanierungen sollten finanziell eingeplant werden.
  • Wegen der geringen Größe und des zierlichen Körperbaus verletzungsanfällig bei Stürzen, grobem Spiel oder Zusammentreffen mit großen Hunden. Aufsicht ist wichtig.
  • Wegen der Neigung zu Trachealproblemen empfiehlt sich für Spaziergänge meist ein gut sitzendes Geschirr statt eines Halsbands.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Patellaluxation (Kniescheibenverlagerung)
  • Trachealkollaps
  • Portosystemischer Shunt (Lebershunt)
  • Zahnfehlstellungen und persistierende Milchzähne
  • Linsenluxation und progressive Retinaatrophie (erbliche Augenerkrankungen)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Yorkshire Terrier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2020 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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