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Lele

Rottweiler

Ruhige Kraft mit klarem Schutzinstinkt

auch bekannt als Rotti, Rottie

groß (L)Deutschland
Rottweiler mit typischer schwarz brauner Zeichnung, Nahaufnahme des Kopfes
Rottweiler im Porträt
Rottweiler trägt beim Laufen im Garten einen Ball im Maul
Rottweiler unterwegs
Rottweiler liegt entspannt auf einem grauen Sofa zu Hause
Rottweiler zu Hause

Steckbrief

Größe
groß (L), 56 bis 68 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 42 bis 50 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 11 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
sehr verbreitetStufe 5 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 1.259 Welpen
Fell
Kurzhaar
Herkunft
Deutschland

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Rottweiler im Porträt

Der Rottweiler stammt aus der Region um die württembergische Stadt Rottweil, wo seine Vorfahren vermutlich auf römische Treibhunde zurückgehen. Über Jahrhunderte begleitete er Metzger und Viehhändler als Treib- und Wachhund für Rinderherden. Mit dem Rückgang des Viehtriebs im 19. Jahrhundert wandelte sich seine Rolle hin zum Dienst-, Schutz- und Rettungshund, eine Verwendung, die bis heute Teil des Rassestandards ist. Im Wesen zeigt sich der Rottweiler laut Standard von ruhiger, selbstsicherer Grundstimmung, aufmerksam gegenüber seiner Umgebung und eng an seine Bezugspersonen gebunden. Fremden begegnet er tendenziell eher reserviert und abwartend als überschwänglich zugewandt. Sein ausgeprägter Wach- und Schutztrieb ist züchterisch gewollt und verlangt von klein auf konsequente, liebevolle Führung sowie breite Sozialisierung, damit daraus kein Misstrauen wird. Gut geführt gilt er als sicherer, führiger Begleiter, der im Durchschnitt genau weiß, wo seine Grenzen liegen. Im Alltag ist er ein Arbeitshund: Er möchte gefordert werden, körperlich wie geistig, etwa durch Fährtenarbeit, Gehorsamsübungen, Zughundesport oder ausgedehnte, abwechslungsreiche Spaziergänge. Reines Herumstehen im Garten wird ihm auf Dauer selten gerecht. Sein kurzes Fell ist pflegeleicht, haart im Fellwechsel aber spürbar. Als kräftige, schwere Rasse lohnt sich zudem ein wachsamer Blick auf die Gelenke sowie eine seriöse, auf Gesundheitsuntersuchungen achtende Zuchtauswahl. Wegen seiner Kraft, seines ausgeprägten Schutztriebs und seiner engen Bindung an feste Bezugspersonen passt der Rottweiler eher zu erfahrenen Halterinnen und Haltern mit Zeit für konsequente Erziehung und viel sozialen Anschluss als zu Einsteigern oder dauerhaft Abwesenden. Aktiven, hundeerfahrenen Familien, die ihn als vollwertiges Familienmitglied einbinden und fordern, gibt er im Gegenzug eine enge, verbindliche Bindung und viel Verlässlichkeit im Alltag zurück. Für reine Wohnungshaltung ohne ausreichend Auslauf oder für sehr unerfahrene Erstlingshalter eignet er sich im Durchschnitt eher weniger. Vor der Anschaffung lohnt sich außerdem ein genauer Blick in die jeweiligen Landes- und Kantonsregelungen, da die Rasse vielerorts besonderen Haltungsauflagen unterliegt oder gänzlich gelistet ist.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum von durchschnittlich 1,5 bis über 2 Stunden täglich einplanen: Spaziergänge allein reichen selten, geistige Auslastung (Fährtenarbeit, Gehorsam, Zughundesport) sollte dazukommen.
  • Verträgt Alleinbleiben in der Praxis nur begrenzt: Durch die enge Bindung an Bezugspersonen langsam und schrittweise an Zeiten allein zu Hause gewöhnen, mehrere Stunden am Stück sind im Durchschnitt keine gute Idee.
  • Fellpflege selbst ist unkompliziert und ohne Trimmen oder Schur möglich, im Fellwechsel aber spürbar erhöhtes Haaren einplanen.
  • Vor dem Kauf auf Röntgennachweise zu Hüft- und Ellbogengelenken der Elterntiere sowie auf einen JLPP-Gentest achten, der bei seriösen Züchtern seit 2016 Pflicht ist.
  • Als große, kräftige Rasse können orthopädische und kardiologische Behandlungen im Ernstfall kostenintensiv werden: Eine OP-Kostenversicherung oder entsprechende Rücklage einplanen.
  • In mehreren deutschen Bundesländern (u. a. Bayern, Hessen, Hamburg), österreichischen Bundesländern (Wien, Niederösterreich) und zahlreichen Schweizer Kantonen gelistet, bewilligungspflichtig oder teils verboten: Haltungsauflagen der eigenen Region vor der Anschaffung genau prüfen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftdysplasie (HD): Fehlentwicklung des Hüftgelenks mit genetischer Komponente, bei der Zuchtzulassung per Röntgen kontrolliert
  • Ellbogendysplasie (ED): Gelenkfehlentwicklung, die zu vorzeitiger Arthrose führen kann
  • Osteochondrose (OCD): Knorpel-/Knochenveränderung unter der Gelenkfläche, u. a. durch hohe Gelenkbelastung im Wachstum begünstigt
  • Kardiale Erkrankungen, u. a. Befunde im Bereich der herznahen Gefäße/Klappen, mit vermuteter erblicher Komponente
  • JLPP (Juvenile Laryngeale Paralyse und Polyneuropathie): seltene, schwere erbliche Nerven-/Kehlkopferkrankung; seit November 2016 ist ein Gentest vor der Zuchtpaarung vorgeschrieben

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Rottweiler hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 900 und 1.500 Euro.

Quellen: Fressnapf-Magazin (2020), dogvers (2026). Von uns erhoben am 25.08.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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