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Lele

Deutsche Dogge

Sanfter Riese mit feinem Gespür

auch bekannt als Dogge, Great Dane

sehr groß (XL)Deutschland
Porträt einer schwarzen Deutschen Dogge mit heraushängender Zunge in einer Sommerwiese
Deutsche Dogge im Porträt
Junge gefleckte Deutsche Dogge liegt entspannt auf Kies und schaut in die Kamera
Deutsche Dogge im Porträt
Dunkle Deutsche Dogge rennt mit fliegenden Ohren über eine grüne Wiese
Deutsche Dogge unterwegs

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 72 bis 90 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 50 bis 90 kg
Lebenserwartung
typisch 6 bis 9 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 524 Welpen
Fell
Kurzhaar, Sehr kurzes, dichtes, glänzendes Fell: gelegentliches Bürsten genügt, dazu regelmäßige Kontrolle von Augen, Ohren und Lefzen.
Herkunft
Deutschland

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Deutsche Dogge im Porträt

Die Deutsche Dogge geht auf die alten Bullenbeißer und die Hatzrüden der Fürstenhöfe zurück: kraftvolle Hunde, ein Mittelding aus Mastiff und schnellem Windhund, die einst auf der Saujagd eingesetzt wurden. 1878 fassten Züchter in Berlin die verschiedenen Typen unter dem Namen Deutsche Dogge zusammen, 1880 folgte der erste Standard. Von der Jagdvergangenheit ist im Alltag wenig geblieben. Heute ist die Dogge ein reiner Begleithund, den der FCI-Standard als Apoll unter den Hunderassen beschreibt: groß, kräftig und zugleich edel in der Linie. Im Wesen ist die Dogge freundlich, liebevoll und ausgesprochen anhänglich, Fremden gegenüber darf sie zurückhaltend sein. Der Standard fordert einen selbstsicheren, unerschrockenen, leichtführigen Begleithund mit hoher Reizschwelle und betont, dass sozialverträgliches Verhalten von größter Bedeutung ist. Viele Doggen sind sensible Seelen, die eng an ihren Menschen hängen, fein auf Stimmungen reagieren und ungern lange allein bleiben. In der Erziehung erreichst du mit ruhiger Konsequenz und Geduld viel, mit Druck dagegen wenig. Im Alltag ist eine erwachsene Dogge eher gemütlich: mehrere ruhige Spaziergänge und gemeinsame Zeit machen sie zufriedener als sportliche Dauerbelastung. Im Wachstum, das bis etwa 18 Monate dauert, brauchen Gelenke und Knochen besondere Schonung und angepasste Fütterung. Das kurze Fell ist pflegeleicht. Ernst nehmen musst du die Gesundheit: Die Lebenserwartung liegt im Schnitt nur bei etwa sechs bis neun Jahren, Magendrehung, Herzerkrankungen und Knochenkrebs kommen in der Rasse gehäuft vor. Fütterungsmanagement mit mehreren kleinen Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen gehört deshalb zum Alltag, ebenso ein Budget für Futter und Tierarztkosten im Riesenformat. Die Deutsche Dogge passt zu Menschen mit Platz, Zeit und stabilen Finanzen, die einen sanften, menschenbezogenen Riesen suchen und bereit sind, sich mit den Gesundheitsrisiken auseinanderzusetzen. Sie passt nicht zu dir, wenn du einen ausdauernden Sportpartner willst, in einer kleinen Wohnung ohne Aufzug lebst, viele Stunden außer Haus bist oder die Kosten eines 60 bis 90 Kilogramm schweren Hundes unterschätzt. Wer sie lässt, bekommt einen tief verbundenen Familienhund mit erstaunlich feinem Gespür.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Rechne mit deutlich höheren laufenden Kosten als bei den meisten Rassen: Futter, Medikamente und Zubehör skalieren mit 50 bis 90 kg Körpergewicht, eine Not-OP bei Magendrehung kostet schnell vierstellig. Eine OP- oder Krankenversicherung lohnt sich, schließe sie möglichst schon beim Welpen ab.
  • Achte beim Züchter auf Gesundheitsvorsorge über das Pflichtprogramm hinaus: HD-Auswertung und aktueller Herzultraschall (DCM) der Elterntiere. Bei gefleckten Doggen zusätzlich die Verpaarung erfragen: Zwei Merle-Träger dürfen nicht miteinander verpaart werden.
  • Plane das erste Lebensjahr bewusst ruhig: kein Joggen, kein Radfahren, wenig Treppen, dafür kontrollierte Bewegung und eine auf Riesenrassen abgestimmte Fütterung, bis das Wachstum mit etwa 18 Monaten abgeschlossen ist.
  • Wegen des Magendrehungsrisikos: füttere zwei bis drei kleinere Mahlzeiten statt einer großen und halte nach dem Fressen ein bis zwei Stunden Ruhe ein. Kläre vorab, wo die nächste Tierklinik mit Notdienst liegt.
  • Prüfe deine Wohnsituation ehrlich: Eine Dogge braucht großzügige Liegeplätze mit weicher, orthopädischer Unterlage, ein Auto mit viel Laderaum und einen Alltag, in dem sie nicht regelmäßig viele Stunden allein bleiben muss.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Magendrehung (Magendilatation und Volvulus)
  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
  • Osteosarkom (Knochenkrebs)
  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Wobbler-Syndrom (zervikale Spondylomyelopathie)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Deutsche Dogge hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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