Sphynx
auch bekannt als Kanadische Nacktkatze, Sphynx-Katze
KanadaOhne FellKategorie IV
Steckbrief
- Gewicht
- typisch 2,7 bis 6,4 kg
- Fell
- Ohne Fell. Nahezu haarlos, die Haut trägt höchstens einen feinen FlaumOhne Fell fehlen Kälteschutz und Sonnenschutz, dazu fettet die Haut und braucht regelmäßiges Abwischen oder Baden. Als Qualzucht gilt vor allem, dass den Tieren die Tasthaare fehlen: Darauf stellen das Gutachten zu Paragraf 11b Tierschutzgesetz von 1999 und ein Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin von 2015 ab.
- Herkunft
- Kanada
- Anerkennung
- FIFe-Kategorie IV (Siam und Orientalen). Kennung SPH.Was die FIFe-Kategorien bedeuten
Wie sie im Alltag ist
Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5, gelesen wie man Katzen liest. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
Wesen
- Aktivität
- lebhaft, viel unterwegs (4 von 5)
- Nähe zum Menschen
- braucht viel Nähe, bleibt ungern allein (5 von 5)
- Gesprächigkeit
- meldet sich, wenn etwas ansteht (3 von 5, Tendenzwert)
- Artgenossen
- gut verträglich, lebt gern zu zweit (4 von 5)
- Umgang mit Besuch
- offen gegenüber Fremden (4 von 5, Tendenzwert)
- Familientrubel
- gut geeignet für Familien (4 von 5, Tendenzwert)
- Für Einsteiger
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Pflege
- Pflegeaufwand
- hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
- Fell im Haus
- haart kaum (1 von 5)
Wenn es bei dir ansteht
- Beschäftigung und Klettern
- braucht viel Beschäftigung (4 von 5)
- Beute- und Spieltrieb
- geringer Beute- und Spieltrieb (2 von 5)
- Lernfreude
- lernfreudig, Tricks und Clickern klappen (4 von 5)
Der Charakter: Sphynx im Porträt
Die Sphynx stammt aus Kanada, wo in den 1960er Jahren eine natürlich haarlos geborene Hauskatze zum Ausgangspunkt einer gezielten Zucht wurde. Seit 1980 ist die Rasse offiziell anerkannt, mittlerweile auch bei der FIFe. Der Name erinnert an die ägyptische Sphinx, mit dem alten Ägypten hat die Rasse aber nichts zu tun: Berichte über haarlose Katzen aus der Antike gelten als Legende, die älteste sichere Abbildung stammt erst von 1902.
Im Wesen zeigt sich die Sphynx auffallend menschenbezogen und verspielt. Viele Halterinnen und Halter beschreiben sie als hundeähnlich zutraulich: Sie folgt gern durch die Wohnung, sucht aktiv Nähe und Wärme und mag es, im Mittelpunkt zu stehen. Dazu kommt eine gesprächige, oft leise zwitschernde Art, mit der sie sich bemerkbar macht, und ein waches, neugieriges Interesse an allem, was im Haushalt passiert.
Im Alltag braucht die Sphynx viel Beschäftigung und wenig Zeit allein. Sie fühlt sich meist deutlich wohler mit einem katzenfreundlichen Partnertier, reine Einzelhaltung ist selten die beste Lösung. Kletterhilfen und Intelligenzspielzeug helfen, den regen Geist auszulasten. Freigang ist für diese Rasse keine gute Idee: Ohne Fellschutz ist sie kälte- und sonnenempfindlich, und ihr auffälliges Äußeres macht sie zusätzlich zu einem beliebten Ziel für Diebstahl. Ein gesicherter Balkon kann als Kompromiss dienen.
Die Fellpflege verschiebt sich bei der Sphynx vollständig auf die Haut: Weil die schützende und reinigende Funktion des Fells fehlt, sammelt sich Hautfett, das regelmäßiges Baden oder Abwischen nötig macht, dazu kommen Ohrenpflege und Sonnenschutz bei hellen Tieren. Gesundheitlich ist die Rasse unter anderem für eine Neigung zu einer Herzmuskelerkrankung bekannt, seriöse Zucht testet die Elterntiere darauf. Schwerer wiegt ein struktureller Punkt: Der Sphynx fehlen rassebedingt die Tasthaare, ein Sinnesorgan zur Orientierung, dessen Fehlen deutsche Gerichte inzwischen als Qualzucht eingestuft haben.
Die Sphynx passt zu Menschen, die viel Zeit zu Hause verbringen, aktiv mit ihrer Katze beschäftigt sein wollen und die aufwendige Hautpflege nicht scheuen. Für alle, die selten zu Hause sind oder eine pflegearme, unabhängige Katze suchen, ist sie die falsche Wahl. Wer sich für diese Optik entscheidet, sollte sich außerdem grundsätzlich fragen, ob eine Vermittlung über den Tierschutz nicht der ehrlichere Weg ist als der Griff zu einer umstrittenen Zucht.
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