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Lele

Abessinier

Neugierige Kletterkünstlerin mit leiser Stimme

auch bekannt als Abyssinian, Abessinierkatze, Aby

mittelgroß (M)Großbritannien
Abessinier mit getickter Fellzeichnung, großen Ohren und mandelförmigen Augen im Nahporträt
Abessinier im Porträt

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 3 bis 5 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Kurzhaar, fein und dicht, mit getickter Zeichnung ohne Streifen, Sehr pflegeleicht, gelegentliches Bürsten reicht. Jedes Haar trägt mehrere Farbbänder, das gibt dem Fell den warmen Schimmer.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
gut verträglich mit Katzen (4 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Abessinier im Porträt

Die Abessinierkatze trägt ihren Namen zu Unrecht: Genetische Untersuchungen deuten eher auf einen Ursprung in den Küstenregionen des Indischen Ozeans zwischen Singapur und Sri Lanka als auf Äthiopien. Die erste dokumentierte Katze dieser Art, Zula, kam 1868 im Gefolge britischer Truppen nach England, 1871 wurde sie im Crystal Palace in London gezeigt. 1882 erkannten britische Züchter die Rasse offiziell an, seither hat sich das charakteristische getickte Fell kaum verändert. Im Wesen ist die Abessinierin neugierig, wach und ausgesprochen bewegungsfreudig. Sie gilt als menschenbezogen und gleichzeitig eigenständig: Sie sucht die Nähe ihrer Familie, lässt sich aber selten tragen oder festhalten und erkundet lieber selbst die Wohnung. Ihre Stimme setzt sie selten ein, dafür umso mehr Pfoten und Sprungkraft. Im Alltag braucht sie hohe Klettermöglichkeiten bis unter die Decke, stabile Kratzbäume und tägliche aktive Spieleinheiten, sonst wird die überschüssige Energie schnell zu Unruhe. Als einzige Katze im Haushalt fühlt sie sich häufig nicht wohl, eine zweite Katze oder sehr viel gemeinsame Zeit mit Menschen gleicht das eher aus. Freigang oder ein gesichertes Gehege passen gut zu ihrem ausgeprägten Jagd- und Erkundungstrieb, reine Wohnungshaltung verlangt entsprechend mehr Ersatzbeschäftigung. Das feine, dichte Kurzhaarfell mit der namensgebenden Tickung ist pflegeleicht, wöchentliches Bürsten reicht meist aus. Gesundheitlich ist bei der Rasse vor allem auf Pyruvatkinase-Mangel und progressive Retinaatrophie zu achten, für beide gibt es Gentests für die Elterntiere, dazu kommen vereinzelt renale Amyloidose und Patellaluxation. Für aktive Menschen mit Zeit für tägliche Beschäftigung und im Idealfall mit einer zweiten Katze im Haushalt kann die Abessinierin eine lebhafte, anhängliche Begleiterin sein. Wer eine ruhige Schoßkatze sucht oder wenig Zeit für Klettermöbel und Spiel hat, findet in dieser Rasse eher keine passende Partnerin.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Braucht täglich mehrere aktive Spieleinheiten und hohe Kletterflächen bis unter die Decke, sonst wird der Bewegungsdrang schnell zu Unruhe.
  • Fühlt sich als einzige Katze im Haushalt oft nicht wohl, eine zweite Katze oder viel gemeinsame Zeit mit der Familie gleicht das aus.
  • Das feine Kurzhaarfell braucht nur wöchentliches Bürsten, die Beschäftigung verlangt deutlich mehr Zeit als die Fellpflege.
  • Vor dem Kauf sollten Züchter Gentests auf Pyruvatkinase-Mangel und progressive Retinaatrophie der Elterntiere vorlegen können.
  • Freigang oder ein gesichertes Gehege passt gut zu ihrem ausgeprägten Jagdtrieb, reine Wohnungshaltung braucht entsprechend mehr Ersatzbeschäftigung wie Jagdspiele und Futterverstecke.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Pyruvatkinase-Mangel (Enzymdefekt der roten Blutkörperchen, führt zu chronischer Blutarmut, per Gentest ausschließbar)
  • Progressive Retinaatrophie (PRA, erbliche Netzhautdegeneration mit fortschreitender Erblindung, Gentest verfügbar)
  • Renale Amyloidose (Eiweißablagerungen in der Niere, bricht meist zwischen dem vierten und siebten Lebensjahr aus)
  • Patellaluxation (rezessiv vererbte Kniescheibenverrenkung)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Abessinier hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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