Zum Inhalt springen
Lele

Sibirische Katze

Kräftige Naturkatze mit Jagdlust und Grazie

auch bekannt als Sibirer, Siberian, Sibirische Waldkatze

groß (L)Russland
Sibirische Katze mit kräftigem, rundem Kopf und dichter Halskrause blickt in die Kamera
Sibirische Katze im Porträt

Steckbrief

Größe
groß (L)
Gewicht
typisch 4 bis 9 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 18 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Halblanghaar, doppellagig, mit dichter Unterwolle und wasserabweisendem, griffigem Deckhaar, Regelmäßiges Bürsten ist im Fellwechsel Pflicht, sonst reicht ein bis zwei Mal pro Woche. Sie wird erst mit rund drei Jahren ganz erwachsen.
Herkunft
Russland
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
gut verträglich mit Katzen (4 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Sibirische Katze im Porträt

Langhaarige Katzen waren in Russland seit Jahrhunderten volkstümlich bekannt, als eigenständige Rasse aber lange nicht erfasst. Ausgerechnet in der DDR wurde die damals noch Sibirische Waldkatze genannte Rasse am 1. Januar 1987 erstmals weltweit offiziell anerkannt, 1991 fiel der Zusatz Wald aus dem Namen, die Weltkatzenföderation WCF folgte 1992, die FIFe 1998. Im Wesen ist die Sibirische Katze ursprünglich, selbstbewusst und neugierig, mit früher Sozialisierung entwickelt sie eine enge, anhängliche Bindung zu ihren Menschen und passt sich gut in den Haushalt ein. Sie gilt als unkompliziert, will aber ernst genommen werden und ist keine reine Schmusekatze für jede Gelegenheit. Im Alltag ist die Rasse ausgesprochen bewegungsfreudig: sie klettert, springt und jagt mit sichtbarer Begeisterung, ein hoher Kratzbaum und Klettermöglichkeiten gehören deshalb in jede Wohnung. Als geübte Jägerin profitiert sie von gesichertem Freigang oder einem Gehege, reine Wohnungshaltung gelingt nur mit viel Ersatzbeschäftigung. Sie ist gesellig und lebt lieber mit einer zweiten Katze zusammen als allein, kommt mit Kindern und anderen Tieren bei behutsamer Gewöhnung meist gut zurecht. Erst mit etwa drei Jahren ist sie körperlich ausgewachsen. Das dichte, doppellagige Fell mit wasserabweisendem Deckhaar pflegt die Katze im Sommer weitgehend selbst, im Winterfell und besonders im Fellwechsel braucht sie mindestens wöchentliches Kämmen, sonst verfilzt die Unterwolle. Gesundheitlich gilt die Sibirische Katze als vergleichsweise robust, dokumentiert sind vor allem die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) in einzelnen Linien und die erbliche Pyruvatkinase-Defizienz, eine Form der Blutarmut. Als reinrassig gezüchtete Katze trägt sie zudem, wie jede Rasse mit begrenztem Genpool, ein grundsätzlich erhöhtes Risiko für erbliche Erkrankungen. Für aktive Haushalte mit Platz zum Klettern, Interesse an einer eigenständigen, aber bindungsfreudigen Katze und idealerweise gesichertem Freigang ist die Sibirische Katze oft gut aufgehoben. Wer eine sehr ruhige, pflegeleichte Wohnungskatze ohne Bewegungsdrang sucht, findet in dieser Rasse eher nicht die passende Mitbewohnerin.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Ein hoher Kratzbaum und Kletterwege sind für den ausgeprägten Bewegungs- und Jagdtrieb dieser Rasse fast Pflicht.
  • Gesicherter Freigang oder ein Gehege kommt der Jagdlust sehr entgegen, reine Wohnungshaltung braucht dafür deutlich mehr Ersatzbeschäftigung wie Fummelbretter oder Angelspiele.
  • Im Winterfell und im Fellwechsel mindestens wöchentliches Kämmen einplanen, im Sommer reicht meist deutlich weniger.
  • Beim Züchter nach Herzuntersuchungen der Elterntiere und nach einem Gentest auf Pyruvatkinase-Defizienz fragen.
  • Für stundenlanges Alleinbleiben eignet sich oft eine zweite Katze besser als Einzelhaltung, die Rasse ist ausgesprochen gesellig.
  • Bei früher Gewöhnung an Kinder und andere Haustiere zeigt sich die Rasse meist entspannt, ohne Sozialisierung eher zurückhaltend gegenüber Fremdem.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), in einzelnen Zuchtlinien dokumentiert
  • Pyruvatkinase-Defizienz, eine erbliche Blutarmut, per Gentest nachweisbar
  • Grundsätzlich erhöhtes Risiko erblicher Erkrankungen durch den im Vergleich zu Hauskatzen kleineren Genpool reinrassiger Zucht

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Sibirische Katze hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Ähnliche Rassen entdecken

Passt Sibirische Katze zu dir?

Finde in drei Minuten heraus, ob diese Rasse zu deinem Alltag passt: ehrlich, kostenlos und ohne Anmeldung.