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Lele

American Foxhound

Ausdauernder Fährtenspezialist mit lautem Gesang

auch bekannt als Amerikanischer Foxhound

groß (L)USA
American Foxhound tobt auf einer Wiese mit einem schwarzen Hund.
American Foxhound unterwegsFoto: Peter Wadsworth · CC BY 2.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 53 bis 63,5 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 34 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: kein Welpe in Deutschland gemeldet
Fell
Kurzhaar, dicht und harsch, Das dichte, kurze Jagdhundehaar ist pflegeleicht: Bürsten reicht meist, während des Fellwechsels haart der American Foxhound aber sichtbar mehr.
Herkunft
USA
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 303

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: American Foxhound im Porträt

Der American Foxhound stammt aus dem Virginia des 17. und 18. Jahrhunderts, wo Kolonisten englische Foxhounds mit französischen Laufhunden und deutschen Schweißhunden kreuzten, um Füchse und Kojoten in großen Meuten über weite Strecken zu hetzen. Bis heute pflegen mehrere amerikanische Zuchtlinien diese reine Arbeitsausrichtung, weshalb der Hund in Europa und speziell in Deutschland eine echte Seltenheit bleibt. Der FCI-Standard beschreibt einen milden, freundlichen und ansprechenden Jagdhundeausdruck, und tatsächlich gilt die Rasse im Wesen als sanft und umgänglich statt scharf. Gleichzeitig ist sie ausgesprochen eigenwillig: Die Nase und der jahrhundertealte Verfolgungsauftrag stehen im Zweifel über dem Gehorsam, konsequentes und geduldiges Training vom Welpenalter an ist deshalb kein Kann, sondern ein Muss. Im Alltag ist der American Foxhound ein Ausdauersportler. Er wurde gezüchtet, um stundenlang im Meutetrab zu laufen, und braucht entsprechend viel Auslauf, im Idealfall täglich lange, zügige Spaziergänge oder Laufbegleitung, kombiniert mit Fährtenarbeit oder Nasenspielen als geistiger Beschäftigung. Auffallend ist sein charakteristisches, weithin hörbares Geheul beim Jagen, das sogenannte Bay. Wer nicht auf dem Land oder mit deutlichem Abstand zu Nachbarn wohnt, sollte das ernst nehmen. Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht und braucht kaum mehr als gelegentliches Bürsten, während des Fellwechsels haart die Rasse aber merklich. Mit anderen Hunden versteht sich der American Foxhound als klassischer Meutehund in aller Regel sehr gut, Katzen und Kleintiere weckt sein ausgeprägter Jagdtrieb dagegen eher als Beute denn als Mitbewohner, ein sorgfältiges, langsames Zusammenführen mit Katzen im Haushalt ist ratsam und ein Probetreffen vorab sinnvoll. Für Familien mit Erfahrung in Laufhundhaltung, viel Zeit im Freien und Freude an gemeinsamer Bewegung kann die Rasse ein treuer, unkomplizierter Begleiter sein. Für Anfänger, Wohnungshaltung in dicht besiedelten Gegenden oder Menschen, die einen ruhigen, leicht gehorsamen Hund suchen, ist der American Foxhound dagegen selten die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane täglich mindestens 1,5 bis 2 Stunden zügige Bewegung ein, reines Gassigehen im Schritttempo reicht diesem Ausdauerläufer auf Dauer nicht aus.
  • Das laute, weit tragende Geheul beim Fährtenarbeiten ist rassetypisch: prüfe vor der Anschaffung, ob dein Wohnumfeld (Nachbarschaft, Mietvertrag) das mitträgt.
  • Beginne Grunderziehung und Rückruftraining möglichst früh und konsequent an der Schleppleine, da der ausgeprägte Jagdtrieb im Ernstfall stärker zieht als jeder Rufname.
  • Da die Rasse in Deutschland kaum gezüchtet wird, ist mit langer Wartezeit, Import aus dem europäischen Ausland oder den USA und entsprechend höheren Kosten zu rechnen; prüfe die Gesundheitszeugnisse der Elterntiere sorgfältig.
  • Führe Katzen oder Kleintiere im Haushalt nur schrittweise und gesichert ein, spontane Begegnungen im Freien sollten an der Leine erfolgen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Thrombozytopathie (erblich bedingte Blutplättchenfunktionsstörung), die zu verstärkter Blutungsneigung bei kleineren Verletzungen führen kann.
  • Vereinzelt Hüftdysplasie, wie bei vielen mittelgroßen bis großen Laufhundrassen mit hoher Bewegungsleistung.
  • Ohrenentzündungen durch die lang herabhängenden, wenig belüfteten Schlappohren, regelmäßige Ohrkontrolle wird empfohlen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

American Foxhound hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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