Bobtail
Zottelbär mit Hüteherz und Familiensinn
auch bekannt als Old English Sheepdog, Altenglischer Schäferhund
Zucht-Hinweis
Der Zuchtstandard erlaubt neben grau, angegraut und blau auch die Farbe Blue Merle. Verpaarungen von zwei Merle Trägern sollten unbedingt vermieden werden, da doppelte Merle Faktoren zu Taubheit, Blindheit und weiteren Fehlbildungen führen können. Achte beim Züchter auf eine verantwortungsvolle Farbzucht mit Gentest. Betroffen ist die Verpaarung zweier Merle-Träger, nicht das einzelne Tier mit normaler Farbausprägung.
Steckbrief
- Größe
- groß (L), 56 bis 61 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 27 bis 45 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 107 Welpen
- Fell
- Langhaar, zottig mit dichter, wasserabweisender Unterwolle, Braucht wöchentlich zwei bis drei Stunden gründliches Bürsten bis zur Haut, sonst verfilzt die Unterwolle rasch.
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 16
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5)
- Pflegeaufwand
- sehr hoher Pflegeaufwand (5 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- offen gegenüber Fremden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- mittlerer Wach-/Schutztrieb (3 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Bobtail im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Rechne mit zwei bis drei Stunden gründlichem Bürsten pro Woche plus regelmäßigen Terminen beim Hundefriseur, sonst verfilzt die Unterwolle und es drohen Hautprobleme.
- Vor der Anschaffung lohnt ein Blick auf HD Röntgenwerte und Augenuntersuchungen der Elterntiere, dazu ein MDR1 Gentest, da manche Bobtails bestimmte Medikamente schlecht vertragen.
- Plane täglich mindestens eine Stunde Bewegung plus etwas Kopfarbeit ein und achte bei Hitze auf Schattenplätze und Pausen, das dichte Fell lässt den Hund schnell überhitzen.
- Der eigensinnige Hütetrieb und ein gewisser Dickkopf verlangen konsequentes, geduldiges Training ab dem Welpenalter, ein reiner Anfängerhund ist der Bobtail eher nicht.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftgelenksdysplasie (HD), Röntgen der Elterntiere vor der Zucht empfohlen
- Erbliche Augenerkrankungen wie Katarakt, progressive Retinaatrophie (PRA) und multiokulare Defekte, jährliche Augenuntersuchung empfohlen
- MDR1 Genvariante mit möglicher Unverträglichkeit bestimmter Medikamente, Gentest verfügbar
- Cerebelläre Abiotrophie (erbliche Ataxie), DNA Test verfügbar
- Erhöhte Neigung zu Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Tumorerkrankungen, laut US-amerikanischer Gesundheitsumfrage mit gut einem Drittel aller Todesfälle die häufigste Todesursache der Rasse
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Bobtail hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Die verfügbaren Angaben stammen von 2017 oder früher, also aus der Zeit vor dem Welpenboom 2020/21. Nimm die Spanne als groben Anhalt und frag beim Zuchtverein nach aktuellen Preisen.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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