Scottish Fold
auch bekannt als Schottische Faltohrkatze, Faltohrkatze
GroßbritannienKurzhaar
Steckbrief
- Gewicht
- typisch 2,7 bis 6 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Fell
- Kurzhaar. Kurzhaar, dicht und plüschig, es gibt auch eine halblanghaarige VarianteDie Fellpflege ist unkompliziert. Entscheidend ist etwas anderes: Die gefalteten Ohren beruhen auf einer Knorpelstörung, der Osteochondrodysplasie, die jede Faltohrkatze in sich trägt und die zu schmerzhaften Veränderungen an Gelenken und Schwanz führen kann. In Deutschland gilt die Zucht als Qualzucht und ist verboten, weitere Länder haben sie ebenfalls untersagt.
- Herkunft
- Großbritannien
- Anerkennung
- Von der FIFe nicht anerkannt.Was die FIFe-Kategorien bedeuten
Wie sie im Alltag ist
Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5, gelesen wie man Katzen liest. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
Wesen
- Aktivität
- eher ruhig (2 von 5)
- Nähe zum Menschen
- sucht Nähe, kommt aber gut allein zurecht (3 von 5, Tendenzwert)
- Gesprächigkeit
- fast lautlos (1 von 5)
- Artgenossen
- meist verträglich mit Artgenossen (3 von 5, Tendenzwert)
- Umgang mit Besuch
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Familientrubel
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
- Für Einsteiger
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Pflege
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Fell im Haus
- haart mäßig (3 von 5)
Wenn es bei dir ansteht
- Beschäftigung und Klettern
- braucht mäßig Beschäftigung (2 von 5)
Der Charakter: Scottish Fold im Porträt
Die Scottish Fold geht auf einen einzigen Wurf im schottischen Perthshire von 1961 zurück, in dem eine Kätzin namens Susie mit spontan nach vorn gefalteten Ohren geboren wurde. Aus dieser natürlichen Mutation entstand ab den 1960er Jahren gezielt eine eigene Rasse. Genau diese Mutation ist inzwischen der Grund, warum die FIFe und der britische GCCF sie bis heute nicht anerkennen.
Im Wesen gilt die Scottish Fold als ruhig, anhänglich und wenig gesprächig. Sie sucht die Nähe ihrer Menschen, miaut selten und passt sich der Stimmung im Haushalt meist gut an. Was auf den ersten Blick wie Gelassenheit wirkt, hat allerdings oft eine schmerzhafte Ursache: Das für die Faltohren verantwortliche Gen verursacht eine Knorpel- und Knochenerkrankung, die Osteochondrodysplasie, die praktisch jede Faltohrkatze in unterschiedlichem Ausmaß betrifft, auch Tiere mit nur einer Kopie des Gens. Sie führt zu verdickten, versteiften Gelenken vor allem an Pfoten, Sprunggelenken und Schwanz und kann so schmerzhaft werden, dass Bewegung, Springen und selbst Streicheln an bestimmten Stellen zur Qual werden.
Im Alltag braucht die Scottish Fold deshalb vor allem Rücksicht: niedrige, gut erreichbare Liegeplätze statt hoher Kratzbäume, weiche Unterlagen und aufmerksame Beobachtung, ob sich Bewegungen verändern. Beschäftigung sollte sich an der individuellen Beweglichkeit orientieren statt an sportlichen Ansprüchen. Das dichte, plüschige Fell braucht nur wöchentliches Bürsten, dafür verdienen die oft ebenfalls betroffenen Ohren regelmäßige Kontrolle auf Ausfluss oder Rötung.
In Deutschland gilt die Zucht der Scottish Fold als Qualzucht und ist verboten, auch Österreich, die Niederlande und Teile Belgiens untersagen sie, erste deutsche Gerichtsurteile bestätigen diese Einschätzung ausdrücklich. Wer sich für die Optik begeistert, findet Faltohrkatzen immer wieder im Tierschutz, eine Vermittlung von dort unterstützt keine verbotene Zucht. Für Menschen, die gezielt eine seriöse Zucht suchen, ist die Rasse in Deutschland kaum noch legal zu bekommen, und von einem Kauf ist ethisch klar abzuraten.
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