Zum Inhalt springen
Lele

Russisch Blau

Stille Beobachterin mit treuem Herzen

auch bekannt als Russian Blue, Archangel Blue

mittelgroß (M)Russland
Russisch Blau mit silbrig schimmerndem Fell und leuchtend grünen Augen blickt über die Schulter zuhause
Russisch Blau im Porträt
Russisch Blau mit keilförmigem Kopf und grünen Augen sitzt aufmerksam auf einem Ziegeldach
Russisch Blau unterwegs
Russisch Blau mit grünen Augen sitzt auf dem Holzboden neben einem Fahrrad zuhause
Russisch Blau zu Hause

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 2,5 bis 6,5 kg
Lebenserwartung
typisch 15 bis 20 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Kurzhaar, doppelt, plüschig abstehend, immer blau mit silbrigem Schimmer, Das doppelte Fell steht vom Körper ab und braucht nur wenig Pflege, im Fellwechsel etwas mehr.
Herkunft
Russland
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt sehr selten (1 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
sehr zurückhaltend gegenüber Fremden (1 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5, Tendenzwert)

Der Charakter: Russisch Blau im Porträt

Die Russisch Blau stammt ursprünglich aus dem Norden Russlands, aus der Hafenstadt Archangelsk am Weißen Meer. Im späten 19. Jahrhundert brachten Handelsschiffe die ersten Tiere nach Großbritannien, wo sie ausgestellt und weitergezüchtet wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Bestand fast erloschen, erst Verpaarungen mit Siamkatzen, Britisch Kurzhaar und Europäisch Kurzhaar retteten die Linie. Seit 1949 führt die FIFe die Rasse als eigene Rasse. Im Wesen zeigt sich die Russisch Blau als ruhige, zurückhaltende Katze. Fremden gegenüber bleibt sie oft distanziert und verschwindet lieber im Nebenzimmer, wenn es an der Tür klingelt. Wer zu ihrem engeren Kreis gehört, erlebt eine andere Seite: Sie sucht die Nähe ihrer Menschen, folgt durch die Wohnung und zeigt Zuneigung eher in kleinen, beständigen Gesten als in stürmischer Anhänglichkeit. Diese enge Bindung bedeutet auch, dass sie stundenlanges Alleinsein selten mag und von einer Zweitkatze oder viel menschlicher Gesellschaft profitiert. Im Alltag genügt der Russisch Blau eine ruhige Wohnung mit festen Abläufen. Sie braucht keine große Fläche, freut sich aber über Kletter und Rückzugsmöglichkeiten sowie kurze, regelmäßige Spieleinheiten, die ihre Intelligenz fordern. Freigang ist möglich, wegen ihrer Zurückhaltung gegenüber Fremdem und Verkehr ist eine gesicherte Form wie Balkonnetz oder Freigehege aber oft die verträglichere Lösung als offener Auslauf. Das kurze, dichte Doppelfell mit dem charakteristischen silbrigen Schimmer steht deutlich vom Körper ab und braucht wenig Pflege, im Fellwechsel reicht meist gelegentliches Kämmen. Gesundheitlich gilt die Rasse als robust, auch wenn Übergewicht, gelegentliche Nierenprobleme und vereinzelt eine erbliche Netzhauterkrankung beschrieben werden, weshalb Gewichtskontrolle und regelmäßige Vorsorge beim Tierarzt sinnvoll bleiben. Die Russisch Blau passt gut zu Menschen, die eine stille, treue Wohnungsgenossin mit klaren Routinen schätzen und ihr die Zeit geben, Vertrauen aufzubauen, statt sofortige Kontaktfreude zu erwarten. Für turbulente Haushalte mit viel Publikumsverkehr oder für alle, die eine kontaktfreudige Schmusekatze für jeden Gast suchen, ist sie eher die falsche Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Gib ihr Zeit, dir zu vertrauen, und dränge dich nicht auf: Fremden gegenüber ist sie zunächst zurückhaltend, das legt sich oft erst nach Tagen.
  • Sie bleibt ungern lange allein: Bei langen Arbeitstagen lohnt sich eine Zweitkatze oder verlässliche Gesellschaft über den Tag.
  • Kratzbaum und erhöhte Rückzugsorte gehören in die Wohnung, auch wenn die Rasse insgesamt wenig Platz beansprucht.
  • Freigang nur gesichert planen, etwa mit Balkonnetz oder Freigehege, da die Katze bei Schreck oder Fremden schnell das Weite sucht.
  • Futtermenge im Blick behalten: Die Rasse frisst gern und neigt zu Übergewicht.
  • Feste Tagesabläufe bei Fütterung und Katzenklo geben ihr Sicherheit, spontane Umstellungen verunsichern sie eher.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Neigung zu Übergewicht, besonders bei reichlicher Fütterung und wenig Bewegung
  • Vereinzelt Nierenprobleme bis hin zu Niereninsuffizienz, weshalb regelmäßige Blutbilder beim Tierarzt sinnvoll sind
  • Vereinzelt progressive Retina-Atrophie (PRA), eine erbliche Netzhauterkrankung mit möglichem Sehverlust
  • Zahnstein und Zahnfleischprobleme, daher empfiehlt sich regelmäßige Zahnkontrolle

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Russisch Blau hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Ähnliche Rassen entdecken

Passt Russisch Blau zu dir?

Finde in drei Minuten heraus, ob diese Rasse zu deinem Alltag passt: ehrlich, kostenlos und ohne Anmeldung.