Puggle
Verschmuster Sturkopf mit Spürnase und Charme
auch bekannt als Mops x Beagle
Zucht-Hinweis
Über den Mops-Elternteil kann der Puggle brachyzephale Merkmale erben, auch wenn der meist längere Beagle-Fang die Atemprobleme im Schnitt mildert. Da keine Zuchtbuch-Kontrolle existiert, ist das Ergebnis je Wurf und Elterntier nicht sicher vorhersehbar. Interessierte sollten vor der Anschaffung gezielt auf eine sichtbar längere Schnauze, offene Nasenlöcher und ruhige Atemgeräusche bei beiden Elterntieren achten und im Zweifel von besonders kurzköpfigen Exemplaren absehen. Brachyzephale Merkmale treten unterschiedlich stark und nicht bei jedem Wurf gleich auf, betroffen ist ein Risiko und keine feste Einschränkung.
Hybridrasse ohne einheitlichen Standard
Für Hybridrassen gibt es keinen FCI-Standard und keine einheitlich kontrollierte Zucht. Aussehen, Wesen und Gesundheit können deshalb stark streuen. Schau dir Elterntiere und Herkunft besonders genau an.
Steckbrief
- Größe
- klein (S), 25 bis 38 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 6 bis 14 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5Keine organisierte Zucht, Angebot über private Vermehrung
- Fell
- Kurz und glatt, ohne Unterwolle, regelmäßig bürsten, Nase, Augen und Gesichtsfalten im Blick behalten
- Herkunft
- USA
- Anerkennung
- Hybridrasse, kein FCI-Standard
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- offen gegenüber Fremden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- mittlerer Jagdtrieb (3 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- gut geeignet für Anfänger (4 von 5)
Der Charakter: Puggle im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Vor dem Kauf oder der Übernahme beide Elterntiere ansehen, wenn möglich: eine sichtbar längere Schnauze als beim reinrassigen Mops und ruhige Atemgeräusche in Ruhe sind ein gutes Zeichen, lautes Schnarchen oder Rasseln ein Warnsignal.
- Etwa 45 bis 60 Minuten Bewegung am Tag einplanen, aufgeteilt in mehrere Spaziergänge mit Schnüffelmöglichkeiten, dazu Rückzug bei großer Hitze wegen der möglichen kurzen Atemwege.
- Futtermenge konsequent kontrollieren: Puggles neigen bei zu wenig Auslauf und freiem Futterzugang schnell zu Übergewicht, was Gelenke und Atmung zusätzlich belastet.
- Bellfreude früh und konsequent trainieren, wenn Nachbarn oder eine hellhörige Wohnsituation ein Thema sind, das Beagle-Erbe kann sich in ausdauerndem Bellen oder Heulen zeigen.
- Da keine Zuchtbuch-Kontrolle existiert, auf Transparenz des Züchters oder der Vermittlungsstelle achten: Gesundheitschecks der Elterntiere, Aufzuchtbedingungen und ehrliche Angaben zu möglichen Erbkrankheiten beider Ausgangsrassen einfordern.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Brachyzephale Atemprobleme in unterschiedlicher Ausprägung: Der oft längere Fang mildert die typischen Mops-Atemwegsprobleme, schließt sie aber nicht sicher aus, besonders bei Welpen mit stärkerem Mops-Einfluss.
- Patellaluxation und Hüftgelenksdysplasie, wie sie bei beiden Elternrassen vorkommen können.
- Augenerkrankungen wie fortschreitende Netzhautatrophie (PRA) oder Vorfall der Nickhautdrüse (Kirschauge), teils untypisch häufig bei dieser Kreuzung beschrieben.
- Neigung zu Übergewicht, das Gelenke und Atmung zusätzlich belastet.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Puggle hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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