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Lele

Alpenländische Dachsbracke

Wetterfester Bergjäger mit kurzen, kräftigen Beinen

auch bekannt als Dachsbracke, Alpine Dachsbracke

klein (S)Österreich
Alpenländische Dachsbracke steht im Profil auf einer Wiese vor einem Zaun.
Alpenländische Dachsbracke im PorträtFoto: Mark Magdon · CC0 1.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 34 bis 42 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 15 bis 18 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 87 Welpen
Fell
Stockhaar mit dichter Unterwolle, Kurzes, dichtes Stockhaar. Wöchentliches Bürsten reicht, im Fellwechsel häufiger, da die Unterwolle dann stärker ausfällt.
Herkunft
Österreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 254

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Alpenländische Dachsbracke im Porträt

Die Alpenländische Dachsbracke stammt aus Österreich und wurde als robuster, wetterharter Gebrauchshund des Bergjägers gezüchtet. Ihr Haupteinsatz ist die Nachsuche als Schweißhund, also das Aufspüren verletzten Schalenwilds im steilen Gelände, dazu die Brackierjagd auf Hase und Fuchs. Sie ist eine der wenigen Schweißhunderassen, die dabei fährtenlaut arbeitet, also während der Verfolgung Laut gibt. Genau dieser Arbeitsauftrag prägt bis heute ihr Wesen und ihre Stimme im Alltag. Der FCI-Standard beschreibt einen niederläufigen, kräftigen Jagdhund mit starkknochigem Körperbau und dichtem Haarkleid, dazu einen klugen, freundlichen Gesichtsausdruck und ein unerschrockenes Wesen. Im Alltag zeigt sich das als eigenständiger, selbstbewusster Charakter, der auf der Fährte kaum zu bremsen ist und zuhause eher ruhig und anhänglich wird. Der ausgeprägte Jagdtrieb lässt sich nicht wegtrainieren, weshalb sie in Deutschland und Österreich fast ausschließlich von Zuchtverbänden an Jäger vermittelt wird. Bewegung braucht sie regelmäßig und ausgiebig, am liebsten mit Nasenarbeit, Fährtensuche oder anderer Beschäftigung, die ihren angeborenen Spürsinn fordert. Reine Spaziergänge reichen ihr auf Dauer nicht. Das dichte Stockhaar mit Unterwolle ist pflegeleicht, ein wöchentliches Bürsten genügt meist, nur im Fellwechsel fällt mehr Unterwolle aus. Auffällig ist ihre Stimmfreude beim Jagen, die auch in Wohngebieten zum Thema werden kann. Für erfahrene Jägerinnen und Jäger oder Halterinnen und Halter mit viel Zeit für Fährtenarbeit, Longieren oder ähnliche Nasenschulung ist die Alpenländische Dachsbracke ein treuer, robuster Begleiter mit viel Ausdauer im Gelände. Für Anfängerinnen und Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Familien, die einen ruhigen Couchhund suchen, passt sie dagegen ausdrücklich nicht: Der ungebremste Jagdtrieb, die Eigenständigkeit auf der Fährte und die Lautfreude verlangen erfahrene Führung und ein passendes Umfeld. Katzen und Kleintiere im Haushalt sind wegen der jagdlichen Zuchtauslese ein echtes Risiko, ein Probetreffen unter kontrollierten Bedingungen ist hier unerlässlich.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Reine Spaziergänge genügen ihr nicht: Sie braucht regelmäßige Fährten- oder Nasenarbeit, sonst sucht sie sich selbst eine Beschäftigung, meist auf eigene Faust.
  • In Deutschland und Österreich geben Zuchtvereine Welpen fast nur an Jägerinnen und Jäger oder Menschen mit engem Bezug zur jagdlichen Ausbildung ab, das solltest du vor der Anschaffung klären.
  • Wegen ihrer Stimmfreude beim Verfolgen einer Fährte (fährtenlaute Jagdweise) ist sie in dicht besiedelten Wohnlagen ohne konsequentes Training eine Herausforderung für Nachbarn.
  • Katzen, Kaninchen oder andere Kleintiere im Haushalt solltest du nur nach einem sorgfältig begleiteten Probetreffen einplanen, der Jagdtrieb ist rassetypisch stark ausgeprägt.
  • Achte beim Züchter auf eine Hüftuntersuchung (HD) der Elterntiere, sie gehört bei verantwortungsvoller Zucht dieser robusten, aber muskulös-schweren Rasse zum Standard.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Zuchtvereine verlangen daher eine Hüftuntersuchung der Zuchttiere.
  • Als kräftig gebauter, robuster Jagdhund neigt sie bei Bewegungsmangel und Übergewicht zu Gelenkbelastung, konsequentes Gewichtsmanagement wird empfohlen.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Alpenländische Dachsbracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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