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Lele

Petit Gascon Saintongeois

Seltener Meutehund mit feiner Nase und viel Jagdlust

auch bekannt als Kleiner Gascon Saintongeois

groß (L)Frankreich
Petit Gascon Saintongeois läuft schnüffelnd über einen Kiesweg, weiß mit schwarzen Platten und langen Hängeohren
Petit Gascon Saintongeois unterwegsFoto: Jérôme BARDIAU · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
groß (L), 53 bis 63 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 27 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Wie die Stammrasse ohne VDH-Meldung in Deutschland, Bezug nur über Import
Fell
Kurzhaar, Das kurze, dichte Fell ist pflegeleicht und braucht nur gelegentliches Bürsten. Die langen Hängeohren solltest du regelmäßig auf Rötungen und Geruch kontrollieren.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 21

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
sehr verträglich, liebt Hundekontakt (5 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Petit Gascon Saintongeois im Porträt

Der Petit Gascon Saintongeois ist die kleinere der beiden Varietäten des Gascon Saintongeois und entstand Mitte des 20. Jahrhunderts, als Jäger im Südwesten Frankreichs gezielt die kleinsten Welpen aus Würfen des Grand Gascon Saintongeois auswählten. Ursprünglich war er auf die Hasenjagd spezialisiert, heute gilt er laut FCI Standard als vielseitiger Hund für die Flintenjagd, der ebenso gut auf Hochwild jagt. Die Rasse ist inzwischen extrem selten geworden: In Frankreich soll nur noch eine einzige Meute bestehen, nur wenige Jäger führen noch einzelne Hunde dieser Linie. Der FCI Standard beschreibt sein Wesen als ruhig, anhänglich und leicht unterordnend, dazu einen vorzüglichen Meutehund mit feiner Nase und sehr klangvollem Geläut. Er ordnet sich instinktiv in eine Meute ein und sucht die Nähe von Artgenossen, tendenziell verträgt er sich also gut mit anderen Hunden. Fremden gegenüber wirkt er eher zurückhaltend als überschwänglich, was zu seiner jagdlichen Prägung passt und kein Zeichen von Ängstlichkeit ist. Im Alltag braucht der Petit Gascon Saintongeois viel Bewegung und vor allem Nasenarbeit, reines Spazierengehen wird seinem Jagdtrieb kaum gerecht. Sein kurzes, dichtes Fell ist pflegeleicht und braucht nur gelegentliches Bürsten, die langen Hängeohren solltest du aber regelmäßig auf Rötungen und Geruch kontrollieren, weil sie Feuchtigkeit schlechter abtransportieren als Stehohren. Die tiefe, lange Brust legt zudem ein erhöhtes Risiko für Magendrehung nahe, wie bei vielen tiefbrüstigen Laufhunden, mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen gelten als sinnvolle Vorsicht. Wegen der extremen Seltenheit ist die Anschaffung in Deutschland praktisch ausgeschlossen, wer sich für die Rasse interessiert, muss den Kontakt zu französischen Zuchtvereinen suchen und mit sehr langen Wartezeiten rechnen. Der Petit Gascon Saintongeois passt zu erfahrenen, jagdlich aktiven Haltern mit viel Zeit für Auslastung und einem verlässlichen Rückruftraining, denn sein Jagdtrieb bleibt trotz der geringeren Größe stark ausgeprägt. Für die klassische Familienhaltung in der Stadt, für Einsteiger oder für alle, die einen ruhigen Wohnungshund suchen, eignet er sich dagegen ausdrücklich nicht.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Die Rasse ist in Frankreich auf eine einzige aktive Meute geschrumpft, in Deutschland gibt es praktisch keine Zuchtstätten. Rechne mit langer Wartezeit oder Kontakt zu französischen Zuchtvereinen, wenn du dich für die Rasse interessierst.
  • Der ausgeprägte Jagdtrieb verlangt konsequentes Rückruftraining von klein auf, Freilauf in Wildgebieten ist ohne verlässlichen Rückruf oder Schleppleine riskant.
  • Die Hängeohren brauchen regelmäßige Kontrolle auf Rötung und Geruch, besonders nach dem Einsatz im dichten Gelände oder nach dem Baden.
  • Als klassischer Meutehund sucht er die Nähe von Artgenossen, plane von Anfang an regelmäßigen Kontakt zu anderen Hunden ein, dauerhafte Einzelhaltung passt schlecht zu seinem Naturell.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Die tiefe, lange Brust legt laut FCI Standard ein erhöhtes Risiko für Magendrehung nahe, wie bei vielen tiefbrüstigen Laufhunden. Mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen und Ruhe nach dem Fressen gelten als sinnvolle Vorsicht.
  • Die langen, gefalteten Hängeohren begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Petit Gascon Saintongeois hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Eine Rasse, mehrere Größen

Diese Hunde sind Größenvarietäten derselben Rasse (FCI-Standard Nr. 21). Gleicher Standard, eigener Alltag: Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe und damit in Platzbedarf, Kraft und Handling.

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