Perserkatze
Sanfter Salonlöwe mit hohem Pflegeanspruch
auch bekannt als Persian, Perser, Persisch Langhaar
Zucht-Hinweis
Die stark verkürzte Nase schränkt Atmung, Tränenabfluss und Wärmeregulation im Normalzustand der Rasse ein. QUEN und das BMEL Gutachten zu Paragraf 11b Tierschutzgesetz ordnen den Perser deshalb in die höchste Belastungskategorie ein.
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M)
- Gewicht
- typisch 3 bis 6 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Fell
- Langhaar, sehr dicht und fein mit viel Unterwolle, Das lange Fell verfilzt schnell und braucht tägliches Bürsten. Bei stark verkürzter Nase laufen die Augen oft, dann gehört das Säubern der Tränenrinnen zur Routine.
- Herkunft
- Iran und Großbritannien
- Anerkennung
- Kein FCI-Standard
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- sehr ruhig, geringe Energie (1 von 5)
- Bewegungsbedarf
- genügt wenig Bewegung (1 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
- Bellfreude
- bellt sehr selten (1 von 5)
- Pflegeaufwand
- sehr hoher Pflegeaufwand (5 von 5)
- Haaren
- haart sehr stark (5 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- kaum Jagdtrieb (1 von 5)
- Anfänger-Eignung
- mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)
Der Charakter: Perserkatze im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Tägliches, gründliches Bürsten ist Pflicht, sonst verfilzt das dichte Unterfell binnen weniger Tage.
- Die Tränenrinnen brauchen regelmäßige Reinigung, weil die kurze Nase den Abfluss oft erschwert.
- Freigang ist wegen der eingeschränkten Atmung und der geringen Fluchtdistanz keine gute Idee, ein gesicherter Balkon reicht als Außenreiz.
- Beim Kauf lohnt sich der gezielte Blick auf Zuchtlinien mit deutlich sichtbarer Nase statt auf extrem plattgesichtige Tiere.
- Vor der Zucht gehören Gentests auf PKD und HCM sowie eine tierärztliche Atemwegskontrolle zum Standard eines seriösen Zuchtbetriebs.
- Wegen der dokumentierten Qualzuchtmerkmale lohnt sich auch der Blick ins Tierheim oder zu Rasseschutzvereinen statt zu Vermehrern mit extremen Zuchttieren.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Polyzystische Nierenerkrankung (PKD), Gentest vor der Zuchtwahl empfohlen
- Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), erblich bedingte Verdickung des Herzmuskels
- Brachyzephales Atemwegssyndrom durch die stark verkürzte Nase, mit erschwerter Atmung und eingeschränkter Wärmeregulation
- Chronischer Tränenfluss und Hornhautprobleme durch die flache Gesichtsform und die tiefliegenden Augen
- Progressive Retinaatrophie (PRA), erbliche Netzhauterkrankung mit möglicher Erblindung
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Perserkatze hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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