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Lele

Perserkatze

Sanfter Salonlöwe mit hohem Pflegeanspruch

auch bekannt als Persian, Perser, Persisch Langhaar

mittelgroß (M)Iran und Großbritannien
Cremefarbene Perserkatze mit dichtem Langhaarfell liegt aufmerksam auf einer Rasenfläche
Perserkatze im Porträt

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 3 bis 6 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Langhaar, sehr dicht und fein mit viel Unterwolle, Das lange Fell verfilzt schnell und braucht tägliches Bürsten. Bei stark verkürzter Nase laufen die Augen oft, dann gehört das Säubern der Tränenrinnen zur Routine.
Herkunft
Iran und Großbritannien
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
sehr ruhig, geringe Energie (1 von 5)
Bewegungsbedarf
genügt wenig Bewegung (1 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
Bellfreude
bellt sehr selten (1 von 5)
Pflegeaufwand
sehr hoher Pflegeaufwand (5 von 5)
Haaren
haart sehr stark (5 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Perserkatze im Porträt

Die Perserkatze gilt heute eher als britische Zuchtschöpfung, auch wenn ihr Name auf den Orient verweist. Genetische Untersuchungen deuten auf langhaarige russische Hauskatzen als Ursprung hin, gezielt gezüchtet wurde die Rasse ab der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in England. Der runde Kopf mit der stark verkürzten Nase, den viele heute mit dem Perser verbinden, ist dabei kein Ursprungsmerkmal, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Zuchtwahl. Im Wesen zählt der Perser zu den ruhigsten Katzenrassen überhaupt: gelassen, anhänglich und wenig aufdringlich. Fremden gegenüber tritt er eher zurückhaltend auf und braucht Zeit zum Auftauen, seiner Familie schließt er sich dafür eng an. Wilde Verfolgungsjagden oder hohe Sprünge gehören selten zu seinem Programm, viel lieber beobachtet er das Geschehen von einem gepolsterten Aussichtspunkt aus. Für den Alltag bedeutet das: Ein ruhiges Zuhause ohne viel Trubel passt gut, reiner Wohnungshaltung steht der geringe Bewegungsdrang nicht im Weg. Kratzbaum und erhöhte Liegeplätze reichen für die Beschäftigung meist aus, dazu kurze, ruhige Spieleinheiten. Freigang eignet sich wegen der eingeschränkten Atmung und der geringen Fluchtdistanz eher nicht. Die größte tägliche Aufgabe ist das Fell: Das lange, dichte Haar verfilzt schnell und braucht tägliches, gründliches Bürsten, dazu regelmäßige Kontrolle der Tränenrinnen, die bei der verkürzten Nase häufig überlaufen. Gesundheitlich steht die Rasse im Zentrum der Qualzuchtdebatte. Die charakteristisch flache Nase schränkt Atmung und Wärmeregulation ein, dazu kommen erbliche Nieren und Herzerkrankungen, für die es inzwischen Gentests gibt. Wer einen ruhigen, schmusebedürftigen Mitbewohner sucht und Zeit für tägliche Fellpflege sowie tierärztliche Kontrollen mitbringt, findet im Perser einen treuen Begleiter. Wer eine verspielte, kletterfreudige oder pflegeleichte Katze möchte oder wenig Zeit für Fellpflege hat, ist bei dieser Rasse falsch beraten. Vor der Anschaffung lohnt sich außerdem ein genauer Blick auf die Nasenform der Elterntiere.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Tägliches, gründliches Bürsten ist Pflicht, sonst verfilzt das dichte Unterfell binnen weniger Tage.
  • Die Tränenrinnen brauchen regelmäßige Reinigung, weil die kurze Nase den Abfluss oft erschwert.
  • Freigang ist wegen der eingeschränkten Atmung und der geringen Fluchtdistanz keine gute Idee, ein gesicherter Balkon reicht als Außenreiz.
  • Beim Kauf lohnt sich der gezielte Blick auf Zuchtlinien mit deutlich sichtbarer Nase statt auf extrem plattgesichtige Tiere.
  • Vor der Zucht gehören Gentests auf PKD und HCM sowie eine tierärztliche Atemwegskontrolle zum Standard eines seriösen Zuchtbetriebs.
  • Wegen der dokumentierten Qualzuchtmerkmale lohnt sich auch der Blick ins Tierheim oder zu Rasseschutzvereinen statt zu Vermehrern mit extremen Zuchttieren.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Polyzystische Nierenerkrankung (PKD), Gentest vor der Zuchtwahl empfohlen
  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), erblich bedingte Verdickung des Herzmuskels
  • Brachyzephales Atemwegssyndrom durch die stark verkürzte Nase, mit erschwerter Atmung und eingeschränkter Wärmeregulation
  • Chronischer Tränenfluss und Hornhautprobleme durch die flache Gesichtsform und die tiefliegenden Augen
  • Progressive Retinaatrophie (PRA), erbliche Netzhauterkrankung mit möglicher Erblindung

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Perserkatze hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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