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Lele

Orientalisch Langhaar

Gesprächige Schattenkatze im Seidenfell

auch bekannt als Oriental Longhair, Javanese, Mandarin

mittelgroß (M)Großbritannien
Orientalisch Langhaar in Rot mit sehr großen Ohren und keilförmigem Kopf liegt entspannt und schaut nach oben
Orientalisch Langhaar im PorträtFoto: Nickolas Titkov · CC BY-SA 2.0
Rote Orientalisch Langhaar liegt auf einer hellen Decke, das halblange Fell am Körper ist gut zu sehen
Orientalisch Langhaar zu HauseFoto: Nickolas Titkov · CC BY-SA 2.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 3 bis 5 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Halblanghaar, fein und seidig, mittellang am Körper, länger an Halskrause, Schultern und am Schwanz, der eine Federfahne bildet, ohne wollige Unterwolle, Einmal pro Woche kämmen genügt meist, ohne Unterwolle verfilzt das feine Fell selten. Genau deshalb friert die Rasse aber leicht und braucht warme Schlafplätze.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
sehr verträglich mit Katzen (5 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Orientalisch Langhaar im Porträt

Die Orientalisch Langhaar ist die halblanghaarige Schwester der Orientalisch Kurzhaar. Bei der FIFe teilt sie sich mit dieser, mit der Siam und der Balinesen einen einzigen Rassestandard, anerkannt ist sie dort seit 1985. In Großbritannien lief sie lange unter dem Namen British Angora und wurde 2002 umbenannt, damit sie nicht länger mit der Türkisch Angora verwechselt wird. In den USA entstand parallel dazu aus der Zucht der Balinesen eine halblanghaarige Orientalin ohne Maskenzeichnung, die dort Javanese heißt. Genau das ist auch das äußere Erkennungszeichen: vollfarbiges oder getigertes Fell, keine Points, dazu meist leuchtend grüne Mandelaugen. Im Wesen ist sie durch und durch orientalisch. Sie ist neugierig, sehr menschenbezogen und ausgesprochen gesprächig, kommentiert mit melodiöser Stimme, was um sie herum geschieht, und lässt sich dabei kaum unterbrechen. Hat sie einmal ihren Lieblingsmenschen gefunden, folgt sie ihm durch die Wohnung und will an allem beteiligt sein. Im Alltag braucht sie viel zu tun: hohe Kletterplätze, Fummelbretter, feste Spielzeiten und Kopfarbeit. Clickertraining liegt ihr, weil sie schnell lernt und gern mitmacht. Stundenlanges Alleinsein passt dagegen schlecht zu ihr, eine zweite Katze mit ähnlichem Temperament ist bei dieser Rasse fast Bedingung, wenn du tagsüber außer Haus bist. Freigang ist möglich, sofern die Umgebung sicher ist, ein gut gesicherter Balkon oder Garten tut es aber auch. Das halblange Fell ist fein und seidig, am Körper mittellang, an Halskrause, Schultern und am buschigen Schwanz länger. Weil die wollige Unterwolle fehlt, verfilzt es kaum, einmal pro Woche kämmen reicht in der Regel. Dieselbe fehlende Unterwolle sorgt aber dafür, dass diese Katze leicht friert und warme Schlafplätze sucht. Gesundheitlich stehen dieselben Themen im Raum wie bei den anderen Orientalen, genannt werden vor allem Amyloidose, ein erblicher Netzhautabbau und bei sehr jungen Kitten das Flachbrust-Syndrom. Wenn du Zeit, Nerven für eine laute Stimme und Platz für eine Zweitkatze hast, bekommst du eine warmherzige, verspielte Begleiterin. Wer eine ruhige, selbstgenügsame Katze sucht oder oft lange unterwegs ist, sollte sich eher anders umsehen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane feste Spielzeiten ein und richte hohe Kletterplätze und Fummelbretter ein, sonst sucht sich diese Katze ihre Beschäftigung selbst.
  • Bei langen Arbeitstagen gehört eine zweite Katze mit ähnlichem Temperament dazu, allein leidet die Rasse sichtbar.
  • Einmal pro Woche kämmen genügt für das halblange Fell, im Fellwechsel darf es öfter sein.
  • Richte warme, zugfreie Schlafplätze ein, denn ohne Unterwolle friert diese Katze schnell.
  • Die Stimme ist laut und ausdauernd, das solltest du in einer hellhörigen Wohnung vorher bedenken.
  • Frag beim Züchter nach Augenuntersuchungen und Organwerten der Elterntiere und lass dir die Elterntiere zeigen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Amyloidose (krankhafte Eiweißablagerungen, bei orientalischen Katzen vor allem in Leber und Nieren, die die Organe im Verlauf schädigen können)
  • Erblicher Netzhautabbau (progressive Retinaatrophie, beginnt oft im ersten oder zweiten Lebensjahr mit Nachtblindheit und kann zur Erblindung führen)
  • Flachbrust-Syndrom bei Kitten (der Brustkorb bleibt flach, was die Atmung erschweren kann)
  • Pica (Fressen von Nichtessbarem wie Wolle oder Plastik, mit dem Risiko von Vergiftung und Darmverschluss)

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Orientalisch Langhaar hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Eine Rasse, mehrere Größen

Diese Hunde sind Größenvarietäten derselben Rasse. Gleicher Standard, eigener Alltag: Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe und damit in Platzbedarf, Kraft und Handling.

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