Langhaariger Pyrenäen-Schäferhund
Wachsamer Wirbelwind mit eigenem Kopf
auch bekannt als Labrit, Petit Berger, Berger des Pyrénées à poil long
Zucht-Hinweis
Die im Standard zugelassene blaue, schwarz getüpfelte Farbvariante (Harlekin oder Schiefergrau) entspricht dem Merle-Faktor. Werden zwei Merle-Träger miteinander verpaart, steigt bei den Welpen das Risiko für Taubheit und Augenfehlbildungen deutlich. Interessenten sollten beim Züchter gezielt nach der Farbgenetik beider Elterntiere fragen. Betroffen ist die Verpaarung zweier Merle-Träger, nicht das einzelne Tier der zugelassenen Farbvariante.
Steckbrief
- Größe
- klein (S), 40 bis 48 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 8 bis 15 kg
- Lebenserwartung
- typisch 15 bis 17 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
- Fell
- Langhaar bis mittellang, dicht, halb glatt oder leicht gewellt, oft mit Zotten oder Schnüren (cadenetten), Das dichte, teils schnurartig verfilzende Haar braucht regelmäßige Kontrolle, damit sich unter den Zotten keine Haut- oder Feuchtigkeitsreizungen bilden. Ausbürsten im klassischen Sinn ist kaum möglich, gepflegt wird eher durch Auseinanderzupfen der Strähnen und Kontrolle von Pfoten, Augenpartie und Fang.
- Herkunft
- Frankreich
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 141
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt häufig (4 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Langhaariger Pyrenäen-Schäferhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Der Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf ist hoch: mehrere Stunden Auslauf und Kopfarbeit täglich sind realistisch, reine Leinenspaziergänge reichen auf Dauer nicht.
- Für Hundesport-Einsteiger ohne Vorerfahrung mit eigenständigen Hütehunden ist die Rasse anspruchsvoll, eine Hundeschule mit Erfahrung in Hüterassen erleichtert den Einstieg deutlich.
- Vor dem Kauf lohnt sich ein klarer Blick auf die Elterntiere: Bei der blauen, getüpfelten Farbvariante (Merle-Faktor) sollte nie ein Merle-Elternteil mit einem zweiten Merle-Träger verpaart worden sein.
- Da die Rasse in Deutschland kaum vertreten ist, ist mit langen Wartezeiten beim Züchter oder einem Import aus Frankreich zu rechnen, ein persönliches Kennenlernen der Zuchtlinie vorab ist sinnvoll.
- Frühe, breite Sozialisierung mit Menschen und Alltagssituationen ist wichtig, da der Standard eine grundsätzliche Zurückhaltung gegenüber Fremden beschreibt.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Die hängenden, dreieckigen Ohren begünstigen tendenziell Ohrenentzündungen, wenn sie nicht regelmäßig kontrolliert und trocken gehalten werden.
- Das dichte, teils zottig verfilzende Haarkleid kann bei mangelnder Pflege zu Hautreizungen und Feuchtigkeitsstau unter den Verfilzungen führen.
- Bei der blauen, schwarz getüpfelten Farbvariante (Harlekin, Schiefergrau) handelt es sich um den Merle-Faktor: Verpaarungen zweier Merle-Träger sind mit erhöhtem Risiko für Taubheit und Augenfehlbildungen bei den Welpen verbunden.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Langhaariger Pyrenäen-Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
Eine Rasse, mehrere Größen
Diese Hunde sind Größenvarietäten derselben Rasse (FCI-Standard Nr. 141). Gleicher Standard, eigener Alltag: Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe und damit in Platzbedarf, Kraft und Handling.
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