Abruzzen-Maremmen-Schäferhund
Unabhängiger Herdenwächter mit eigenem Kopf
auch bekannt als Maremma, Maremmano-Abruzzese, Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese

Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 62 bis 74 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 35 bis 52 kg
- Lebenserwartung
- typisch 11 bis 13 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
- Fell
- Stockhaar
- Herkunft
- Italien
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde), Standard Nr. 201
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5, Tendenzwert)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
- Bellfreude
- bellt sehr häufig (5 von 5)
- Pflegeaufwand
- mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
- Haaren
- haart stark (4 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Abruzzen-Maremmen-Schäferhund im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Bewegung: kein Sportpartner-Pensum, aber täglich mehrere Stunden Zugang zu einem sicher eingezäunten, großen Grundstück sind wichtiger als reine Gassi-Kilometer. Der Hund patrouilliert von sich aus.
- Alleinbleiben: als eigenständig arbeitender Wächter grundsätzlich nicht auf ständige Nähe angewiesen, reagiert bei Unterforderung oder reiner Wohnungshaltung aber eher mit ausdauerndem Bellen als mit klassischem Trennungsstress.
- Fellpflege: dichtes, langes Fell mit ausgeprägtem saisonalem Fellwechsel im Frühjahr und Herbst. Mehrmals wöchentliches Bürsten ist nötig, in der Wechselzeit eher täglich, dafür kein Trimmen oder Scheren.
- Tierarztkosten: als schwere Rasse bis rund 52 kg fallen Narkose-, Medikamenten- und Diagnostikkosten (z. B. Röntgen bei Verdacht auf Hüft- oder Ellbogendysplasie) spürbar höher aus als bei kleinen Rassen.
- Nachbarschaft und Zaun: ausgeprägter Wach- und Bellinstinkt, auch nachts. Ein hoher, wirklich ausbruchsicherer Zaun und Toleranz in der Nachbarschaft gehören zur realistischen Planung dazu.
- Kein gelisteter Hund: in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktuell auf keiner Rasseliste für als gefährlich eingestufte Hunde geführt. Unabhängig davon lohnt sich vor der Anschaffung ein Blick in lokale Hundehaltungsverordnungen wegen der reinen Größe/Gewichtsklasse.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftgelenksdysplasie (HD): wie bei den meisten großwüchsigen, schweren Rassen ein Risikofaktor; Röntgen-Screening bei Zuchttieren ist bei seriösen Züchtern üblich.
- Ellbogendysplasie (ED): ebenfalls im typischen Risikoprofil großer, schwerer Hunde.
- Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus): erhöhtes Risiko durch die laut Rassestandard tiefe, geräumige Brust; mehrere kleine Mahlzeiten und Ruhe nach dem Fressen werden empfohlen.
- Im Vergleich zu anderen Riesenrassen gilt die Rasse als robust und ursprünglich mit vergleichsweise wenigen rassespezifischen Erbkrankheiten. Der FCI-Standard verlangt ausdrücklich, nur funktional und klinisch gesunde Tiere zur Zucht einzusetzen.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Abruzzen-Maremmen-Schäferhund hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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