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Lele

Kurilen Bobtail

auch bekannt als Kurilian Bobtail, Kurilischer Bobtail

RusslandKurzhaarKategorie III
Kurilen Bobtail mit schwarz-weißem Fell blickt im Porträt aufmerksam nach oben, die langen Tasthaare gut sichtbar
Kurilen Bobtail im PorträtFoto: Nickolas Titkov · CC BY-SA 2.0
Getigerte Kurilen Bobtail liegt zusammengerollt und schlafend auf einem gestreiften Kissen in der Sonne
Kurilen Bobtail zu HauseFoto: Evg os · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Gewicht
typisch 4 bis 7 kg
Fell
Kurzhaar. Kurzhaar mit dichtem, robustem Deckhaar, festen Grannenhaaren und mäßiger Unterwolle. Daneben gibt es eine halblanghaarige Variante mit Halskrause, Hosen und OhrpinselnWöchentliches Bürsten reicht bei der kurzhaarigen Variante, die halblanghaarige Variante braucht mehrfach wöchentlich Pflege. Der charakteristische kurze, geknickte Pompon-Schwanz gilt einem aktuellen Merkblatt der Qualzucht-Evidenz-Datenbank zufolge als möglicher Verstoß gegen Paragraf 11b Tierschutzgesetz, auch wenn anders als bei der Manx kein Letalfaktor und keine Wirbelsäulenfehlbildung bekannt sind.
Herkunft
Russland
Anerkennung
FIFe-Kategorie III (Kurzhaar und Somali). Kennung KBS.Was die FIFe-Kategorien bedeuten

Wie sie im Alltag ist

Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5, gelesen wie man Katzen liest. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Wesen

Aktivität
lebhaft, viel unterwegs (4 von 5)
Nähe zum Menschen
sehr menschenbezogen, ist gern dabei (4 von 5)
Gesprächigkeit
meldet sich, wenn etwas ansteht (3 von 5, Tendenzwert)
Artgenossen
gut verträglich, lebt gern zu zweit (4 von 5)
Umgang mit Besuch
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Familientrubel
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Für Einsteiger
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5, Tendenzwert)

Pflege

Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Fell im Haus
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)

Wenn es bei dir ansteht

Beschäftigung und Klettern
braucht viel Beschäftigung (4 von 5)
Beute- und Spieltrieb
sehr ausgeprägter Beute- und Spieltrieb (5 von 5)

Der Charakter: Kurilen Bobtail im Porträt

Der Kurilen Bobtail stammt von den Kurilen, einer vulkanischen Inselkette zwischen Russland und Japan, sowie von der Insel Sachalin und der Halbinsel Kamtschatka. Dort lässt sich die Rasse seit rund zweihundert Jahren nachweisen, richtig bekannt wurde sie aber erst Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, als russische Militärs und Wissenschaftler Tiere in den europäischen Teil der damaligen Sowjetunion brachten. Seit 2004 erkennt die FIFe die Rasse in Kategorie 3 an, mit den EMS-Codes KBS für die kurzhaarige und KBL für die halblanghaarige Variante. Trotz ihres wilden Aussehens gilt die Katze als sanftmütig und anhänglich. Sie verlangt viel Zuwendung, fixiert sich häufig auf eine einzelne Bezugsperson, bleibt aber grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber Besuch. Bemerkenswert ist ihre Stressresistenz, dazu ein waches, aktives Temperament und ein ausgeprägter Jagdtrieb, ein Erbe ihrer Herkunft als geschickte Jäger und Fischer auf den Inseln. Viele Tiere zeigen eine auffällige Vorliebe fürs Wasser. Im Alltag braucht der Kurilen Bobtail Beschäftigung und Bewegung. Kletter- und Kratzmöglichkeiten sind willkommen, ebenso Wasserspiele als Auslauf für die angeborene Neugier. Reine Einzelhaltung passt selten gut zu dieser geselligen Rasse, eine zweite Katze erleichtert ihr die vielen wachen Stunden. Freigang ist möglich, sofern das Grundstück sicher eingefriedet ist, in reiner Wohnungshaltung braucht sie dafür umso mehr Beschäftigung und Klettermöglichkeiten. Die Fellpflege ist überschaubar: Wöchentliches Bürsten reicht bei der kurzhaarigen Variante, die halblanghaarige Variante braucht mehrfach wöchentlich Aufmerksamkeit, vor allem an Halskrause und Hosen. Gesundheitlich gilt die Rasse insgesamt als robust, rassetypische Skeletterkrankungen abseits des Schwanzes sind kaum beschrieben. Der kurze, geknickte Pompon-Schwanz selbst ist allerdings umstritten: Anders als bei der Manx ist die zugrunde liegende Mutation nach bisherigem Kenntnisstand nicht mit einem Letalfaktor gekoppelt und verursacht keine der für Manx bekannten Wirbelsäulenfehlbildungen. Ein aktuelles Merkblatt der Qualzucht-Evidenz-Datenbank stuft die gezüchtete Kurzschwänzigkeit dennoch als möglichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ein, weil sie Balance und die arttypische Kommunikation über den Schwanz einschränken kann. Der Kurilen Bobtail passt zu Menschen, die eine aktive, wasserfreudige und gesellige Katze suchen, ausreichend Zeit für Beschäftigung mitbringen und sich mit der Qualzuchtdiskussion um die Schwanzform bewusst auseinandersetzen möchten. In Deutschland ist die Rasse nach wie vor ein Exot mit wenigen Züchtern, die meisten davon im Baltikum und in der Ukraine. Wer sich für sie entscheidet, sollte Geduld bei der Suche und einen genauen Blick auf die Zuchtlinie mitbringen. Für alle, die eine ruhige, pflegeleichte Couch-Katze ohne Diskussion um ihre Anatomie suchen, ist diese Rasse eher nicht die richtige Wahl.

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