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Lele

Kartäuser

Stille Schattenkatze mit Herz für einen Menschen

auch bekannt als Chartreux, Kartäuserkatze

mittelgroß (M)Frankreich
Kartäuser mit blaugrauem Fell und kupferfarbenen Augen sitzt aufmerksam im Garten
Kartäuser im PorträtFoto: 4028mdk09 · CC BY-SA 3.0
Kartäuser Kater mit rundem Kopf und kupferfarbenen Augen läuft aufmerksam über einen Gartenweg
Kartäuser unterwegsFoto: 4028mdk09 · CC BY-SA 3.0
Kartäuser mit wolligem blaugrauem Fell stützt die Pfoten auf eine Lehne zuhause
Kartäuser zu HauseFoto: Wolfgang Steinkläubl · Gemeinfrei

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 4 bis 7 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Kurzhaar, dicht, mit wolliger Unterwolle, immer in Blau, Das doppelte Fell braucht im Fellwechsel häufiges Bürsten, sonst genügt einmal pro Woche.
Herkunft
Frankreich
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt sehr selten (1 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Kartäuser im Porträt

Die Kartäuser gilt als Frankreichs Nationalkatze, ihre genaue Herkunft ist trotzdem nicht restlos geklärt. Möglicherweise gelangten Vorfahren im Mittelalter aus dem Gebiet zwischen der Türkei und dem Iran nach Europa, der Legende nach über die Kartäusermönche der Grande Chartreuse. Die planmäßige Zucht begann erst 1925 auf der bretonischen Insel Belle-Île, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zur Rettung des geschrumpften Bestands mit Britisch Kurzhaar gekreuzt. 1977 erkannte die FIFe sie als eigenständige Rasse an. Im Wesen ist die Kartäuser besonnen, geduldig und auffallend leise: Sie miaut kaum und macht sich eher über Blicke und Körpersprache bemerkbar. Anders als bei vielen ruhigen Rassen bleibt sie dabei eng auf eine bevorzugte Bezugsperson fixiert, der sie oft durchs ganze Haus folgt, fast wie ein kleiner Hund. Ein paar Stunden allein verkraftet sie in der Regel gut, richtig wohl fühlt sie sich aber an der Seite ihres Menschen. Für den Alltag schätzt sie erhöhte Sitzplätze und Kratzmöglichkeiten, als Kitten ist sie verspielter, als der ruhige Ruf der Rasse vermuten lässt. Historisch als Mäusejägerin gehalten, freut sie sich über gesicherten Freigang, kommt aber auch als reine Wohnungskatze gut zurecht. Das dichte, wasserabweisende Kurzhaarfell mit wolliger Unterwolle braucht wöchentliches Bürsten, im Fellwechsel häufiger. Gesundheitlich ist die Rasse robust gebaut, disponiert aber für Kniescheibenverrenkungen und trägt gehäuft die Blutgruppe B, was bei der Verpaarung mit Blutgruppe A zu Komplikationen bei den Welpen führen kann. Nach einer Kastration neigt sie zu Übergewicht. Für Menschen, die eine ruhige, leise und eng gebundene Katze suchen und bereit sind, ihr diese enge Bindung auch zurückzugeben, ist die Kartäuser eine ausgesprochen unkomplizierte Wahl. Wer eine gesprächige, distanzierte oder gleichmäßig auf mehrere Bezugspersonen verteilte Katze möchte, findet anderswo eher, was er sucht.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Sie bindet sich stark an eine Bezugsperson, andere Familienmitglieder sollten das nicht persönlich nehmen.
  • Wöchentliches Bürsten reicht für das dichte Kurzhaarfell, im Fellwechsel häufiger.
  • Vor der Zucht lohnt ein Test auf die Blutgruppe, weil Blutgruppe B bei Verpaarung mit Blutgruppe A zu Welpenverlusten führen kann.
  • Nach der Kastration Gewicht im Blick behalten, der Bewegungsdrang lässt spürbar nach.
  • Kniescheiben beim Tierarzt checken lassen, besonders bei Zuchttieren achten seriöse Züchter seit Jahren gezielt darauf.
  • Sie kommt einige Stunden allein zurecht, für ganze Arbeitstage ist trotzdem ein zweites Tier oder viel gemeinsame Zeit die bessere Wahl.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung), angeboren, kann Lahmheit verursachen
  • Blutgruppe B kommt in der Rasse gehäuft vor, bei Verpaarung mit Blutgruppe A drohen Blutgruppenunverträglichkeiten bei den Welpen (neonatale Isoerythrolyse)
  • Übergewicht, besonders nach der Kastration, mit Folgerisiken für Herz und Gelenke
  • Zahnstein und Zahnfleischerkrankungen, regelmäßige Zahnpflege empfohlen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Kartäuser hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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