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Lele

German Rex

Seltene, verschmuste Rex-Katze mit ruhigem Gemüt

auch bekannt als Deutsch Rex

mittelgroß (M)Deutschland
German Rex mit schwarzem gewelltem Rexfell liegt lang ausgestreckt vor hellem Hintergrund und blickt in die Kamera
German Rex im PorträtFoto: Bebopscrx · CC BY-SA 3.0
German Rex mit cremefarbenem gelocktem Rexfell liegt entspannt auf einem Kissen im Sonnenlicht
German Rex zu HauseFoto: Grx-vd-huettenwerken · Gemeinfrei

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 3 bis 5 kg
Fell
Kurzes Rexfell, samtig weich, wellig bis gelockt, ohne Leithaare, Die Locken sind erst mit rund zwei Jahren fertig ausgebildet. Die Tasthaare bleiben kürzer als üblich und sind leicht gebogen, das schränkt den Tastsinn ein.
Herkunft
Deutschland
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5, Tendenzwert)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5, Tendenzwert)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
gut verträglich mit Katzen (4 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: German Rex im Porträt

Die German Rex gilt als die älteste bekannte Rex-Rasse überhaupt: Schon 1930/31 dokumentierte ein Foto einen blaugrau gelockten Kater namens Munk in Königsberg. Die moderne Zuchtlinie geht auf die Kätzin Lämmchen zurück, die 1951 nahe Berlin von der Wissenschaftlerin Rose Scheuer Karpin entdeckt wurde. Von deren Nachkommen aus verbreitete sich die Rasse über Ostdeutschland bis nach Frankreich und in die USA, blieb aber immer eine kleine Population. Seit 1982 führt die FIFe sie eigenständig. Im Wesen wird die German Rex als freundlich, gesellig und verschmust beschrieben. Sie sucht die Nähe ihrer Menschen und lebt ungern über längere Zeit allein, insgesamt wirkt ihr Charakter unaufgeregter als bei manch anderer Rex-Rasse und ähnelt eher dem einer normalen Hauskatze mit viel Zuneigung im Gepäck. Im Alltag genügt der German Rex eine Wohnung mit Klettermöglichkeiten und regelmäßigem, nicht zwingend exzessivem Spiel. Freigang ist wegen des dünnen Fells ohne dichtes Deckhaar riskant und sollte, wenn überhaupt, nur gesichert stattfinden. Eine zweite Katze oder viel menschliche Gesellschaft passt besser zu ihrem Bedürfnis nach Nähe als Einzelhaltung mit langen Alleinstunden. Das weiche, wellig bis gelockte Fell braucht kaum Bürsten, ist aber dünner als normales Katzenfell und entsprechend bruchanfälliger, ein warmer Platz in der Wohnung bleibt wichtig. Gesundheitlich ist die Ausgangspopulation der Rasse klein und eng verwandt, was Zuchtverbände inzwischen bei der Verpaarung berücksichtigen, um die genetische Vielfalt zu erweitern und Erbkrankheiten vorzubeugen. Die veränderten, kürzeren und gebogenen Tasthaare der Rasse gelten zudem als belegter Qualzuchtpunkt. Verfügbarkeit ist bei dieser Rasse das größte praktische Thema: Es gibt nur sehr wenige Züchter, auch außerhalb Deutschlands, lange Wartelisten sind eher die Regel als die Ausnahme. Die German Rex passt zu Menschen, die sich bewusst auf eine seltene Rasse einlassen, Geduld bei der Suche mitbringen und bereit sind, die Gesundheitsnachweise der eng verwandten Zuchtlinien genau zu prüfen. Wer schnell eine Katze möchte oder sich nicht mit der Zuchtlage auseinandersetzen will, ist bei häufigeren Rassen besser aufgehoben.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Rechne mit langer Wartezeit: Züchter sind auch in Deutschland selten, ein Kitten zu finden dauert oft deutlich länger als bei bekannteren Rassen.
  • Frag beim Züchter gezielt nach dem Verwandtschaftsgrad der Elterntiere und nach Gesundheitsuntersuchungen, die Ursprungspopulation der Rasse ist genetisch eng.
  • Ein warmer Rückzugsort gehört zur Grundausstattung, das dünne Fell ohne dichtes Deckhaar schützt kaum vor Kälte.
  • Für stundenlanges, regelmäßiges Alleinbleiben ist sie wenig geeignet, plane Gesellschaft durch Menschen oder eine zweite Katze ein.
  • Die veränderten, oft gebogenen oder fehlenden Tasthaare sind ein dokumentierter Qualzuchtpunkt: Wer das nicht mittragen möchte, kann auch bei spezialisierten Rassekatzen-Auffangstationen nach abgegebenen Rex-Katzen fragen.
  • Bürsten ist selten nötig, das Fell ist aber empfindlich für Bruch, grobes Zerren oder Kämmen gegen den Strich vermeiden.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Verringerte genetische Vielfalt aus der kleinen Gründerpopulation, mit erhöhtem Risiko für Erbkrankheiten in eng verwandten Linien
  • Haare mit deutlich reduzierter Dicke im Vergleich zu normalem Katzenfell, dadurch bruchanfälliges Fell mit eingeschränkter Schutzfunktion
  • Erhöhte Kälteempfindlichkeit durch das dünne, deckhaararme Fell

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

German Rex hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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