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Lele

Exotisch Kurzhaar

Perser-Gelassenheit im pflegeleichten Plüschpelz

auch bekannt als Exotic, Exotic Shorthair, Exotische Kurzhaarkatze

mittelgroß (M)USA
Exotisch Kurzhaar mit rundem Kopf, kurzem Fell und großen orangefarbenen Augen am Fenster
Exotisch Kurzhaar im Porträt

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 4,5 bis 5,5 kg
Lebenserwartung
typisch 8 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Kurzhaar, dicht, plüschig und abstehend, Das kurze Fell braucht nur wöchentliches Bürsten. Wie beim Perser gilt der kurzen Nase und den Tränenrinnen besondere Aufmerksamkeit.
Herkunft
USA
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
sehr ruhig, geringe Energie (1 von 5)
Bewegungsbedarf
genügt wenig Bewegung (1 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
Bellfreude
bellt sehr selten (1 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
kaum Jagdtrieb (1 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Exotisch Kurzhaar im Porträt

Die Exotisch Kurzhaar entstand Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in den USA, als Züchter die Perserkatze mit der American Shorthair kreuzten, um deren pflegeleichteres Fell zu übernehmen. Herausgekommen ist eine Rasse mit dem Körperbau, dem runden Kopf und dem ruhigen Wesen des Persers, aber einem dichten, plüschigen Kurzhaarfell. Seit 1966 ist der eigene Zuchtstandard anerkannt, seither wird nahezu ausschließlich mit Perser-Linien weitergezüchtet. Im Charakter ist die Exotisch Kurzhaar dem Perser sehr ähnlich: gelassen, anhänglich und wenig fordernd. Sie sucht die Nähe ihrer Menschen, bleibt dabei aber unaufdringlich und genießt lange Ruhephasen ebenso wie kurze Spieleinheiten. Fremden begegnet sie eher zurückhaltend, taut aber meist rasch auf. Für den Alltag reicht ein ruhiges Zuhause mit erhöhten Liegeplätzen und einem Kratzbaum völlig aus, wilde Kletteraktionen gehören nicht zu ihren Vorlieben. Freigang eignet sich wegen der eingeschränkten Atmung und der geringen Fluchtdistanz eher nicht, ein gesicherter Balkon ist die bessere Wahl. Beim Fell hat die Exotisch Kurzhaar gegenüber dem Perser einen klaren Vorteil: Wöchentliches Bürsten genügt meist, da das Fell kürzer und weniger verfilzungsanfällig ist. Trotzdem braucht das flache Gesicht dieselbe Aufmerksamkeit wie beim Perser: Die Tränenrinnen laufen häufig über und wollen regelmäßig gesäubert werden. Gesundheitlich teilt die Rasse die Brachyzephalie-Problematik des Persers fast vollständig, denn beide folgen demselben Kopfstandard. Atemwege und Wärmeregulation sind eingeschränkt, dazu kommen erbliche Nieren- und Herzerkrankungen. Wer die ruhige, kuschelbedürftige Art des Persers schätzt, aber mit weniger Fellpflege auskommen möchte, findet in der Exotisch Kurzhaar eine passende Rasse, sofern er die tierärztliche Vorsorge rund um die kurze Nase ernst nimmt. Für aktive Haushalte oder Menschen, die vor Tierarztkosten und regelmäßigen Kontrollen zurückschrecken, ist sie eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Wöchentliches Bürsten reicht für das kurze Fell meist aus, im Fellwechsel häufiger.
  • Die Tränenrinnen brauchen wie beim Perser regelmäßige Reinigung, weil die kurze Nase den Abfluss erschwert.
  • Freigang ist wegen der eingeschränkten Atmung und der geringen Fluchtdistanz keine gute Idee, ein gesicherter Balkon reicht als Außenreiz.
  • Beim Kauf lohnt sich der gezielte Blick auf Zuchtlinien mit deutlich sichtbarer Nase statt auf extrem plattgesichtige Tiere.
  • Vor der Zucht gehören Gentests auf PKD und HCM sowie eine tierärztliche Atemwegskontrolle zum Standard eines seriösen Zuchtbetriebs.
  • Wegen der dokumentierten Qualzuchtmerkmale lohnt sich auch der Blick ins Tierheim oder zu Rasseschutzvereinen statt zu Vermehrern mit extremen Zuchttieren.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Polyzystische Nierenerkrankung (PKD), Gentest vor der Zuchtwahl empfohlen
  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), erblich bedingte Verdickung des Herzmuskels
  • Brachyzephales Atemwegssyndrom durch die stark verkürzte Nase, mit erschwerter Atmung und eingeschränkter Wärmeregulation
  • Chronischer Tränenfluss und Hornhautprobleme durch die flache Gesichtsform und die tiefliegenden Augen
  • Zahnfehlstellungen (Vor, Über oder Kreuzbiss) durch den verkürzten Kiefer

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Exotisch Kurzhaar hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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