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Lele

Don Sphynx

Anhängliche Nacktkatze mit dominant vererbter Haarlosigkeit

auch bekannt als Donskoy, Don-Sphynx

mittelgroß (M)Russland
Don Sphynx mit grauer, faltiger Haut liegt entspannt auf einem Sofa und schaut mit gelben Augen in die Kamera
Don Sphynx zu HauseFoto: ShuroVVV · CC0 1.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 3,5 bis 6 kg
Fell
Von komplett nackt (Rubber Bald) über einen feinen Flaum (Flock) bis zu drahtigem Kurzhaar (Brush), die Haut liegt in warmen, elastischen Falten, besonders an Kopf, Hals und Bauch, Ohne schützendes Fell fettet die Haut und braucht regelmäßiges Abwischen, dazu kommen Schutz vor Kälte und Sonne. Als Qualzucht gilt vor allem, dass den Tieren meist die Tasthaare fehlen: Das Merkblatt des Qualzucht-Evidenz-Netzwerks zu Vibrissen bei Katzen nennt die Don Sphynx ausdrücklich als betroffene Rasse und stützt sich dabei auf Paragraf 11b Tierschutzgesetz.
Herkunft
Russland
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
gut verträglich mit Katzen (4 von 5)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Don Sphynx im Porträt

Die Don Sphynx stammt aus Russland: Ende der 1980er Jahre entdeckte die Züchterin Jelena Kowaljowa in Rostow am Don eine junge Straßenkatze namens Warwara, die kaum Fell trug. Aus ihren Nachkommen entstand in den 1990er Jahren gezielt eine eigene Rasse. Wichtig zu wissen: Die Don Sphynx ist keine Variante der kanadischen Sphynx, auch wenn sich beide Rassen optisch sehr ähneln. Bei der kanadischen Sphynx wird die Haarlosigkeit rezessiv vererbt, bei der Don Sphynx dagegen dominant. Ein einziges Elternteil mit dem entsprechenden Gen reicht also aus, damit Nachkommen unbehaart zur Welt kommen oder ihr Fell in den ersten Lebensmonaten verlieren. Wegen dieses genetischen Unterschieds werden beide Rassen heute nicht miteinander verpaart. Die WCF erkannte die Don Sphynx 1997 an, die FIFe folgte 2011. Charakterlich gilt die Don Sphynx als ausgesprochen menschenbezogen, verspielt und anhänglich, von manchen sogar als hundeähnlich treu beschrieben. Sie sucht aktiv die Nähe ihrer Menschen und verträgt Einsamkeit nur schlecht. In der Regel kommt sie gut mit anderen Katzen, mit Hunden und mit Kindern zurecht, wenn die Eingewöhnung behutsam verläuft. Im Alltag braucht sie viel Ansprache und am liebsten Gesellschaft, entweder durch Menschen, die viel zu Hause sind, oder durch ein zweites Tier. Freigang ist keine gute Idee: Ohne schützendes Fell ist sie kälte- und sonnenempfindlich, ein gesicherter Balkon ist die bessere Alternative. Weil ihr Körper mehr Energie zur Wärmeregulierung braucht, frisst sie spürbar mehr als eine vergleichbar große, behaarte Katze. Die Fellpflege verschiebt sich bei der Don Sphynx komplett auf die Haut: Der Talgfilm, der sich ohne Fellschutz bildet, will regelmäßig mit einem weichen Tuch entfernt werden, dazu kommen die Reinigung der Hautfalten und gelegentliches Baden mit mildem Shampoo. Gesundheitlich ist die Rasse durch den kleinen Gründerbestand anfällig für eine Herzmuskelerkrankung, dazu kommen gelegentlich Zahn- und Augenprobleme. Schwerer wiegt ein struktureller Punkt: Wie anderen Nacktkatzenrassen fehlen der Don Sphynx meist die funktionsfähigen Tasthaare, ein Sinnesorgan zur Orientierung, dessen Fehlen das Qualzucht-Evidenz-Netzwerk unter Verweis auf Paragraf 11b Tierschutzgesetz als Qualzuchtmerkmal einstuft. Die Don Sphynx passt zu Menschen, die viel Zeit zu Hause verbringen, sich auf intensive Hautpflege einlassen und emotional präsent sein können. Wer selten zu Hause ist oder eine pflegearme, unabhängige Katze sucht, ist bei dieser Rasse falsch. Angesichts der Qualzucht-Diskussion um die fehlenden Tasthaare lohnt vor jeder Anschaffung ein ehrlicher Blick zum Tierschutz, wo Nacktkatzen oft auf ein neues Zuhause warten, ganz ohne den Umweg über eine umstrittene Zucht.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Weil der Rasse meist die funktionsfähigen Tasthaare fehlen und das Qualzucht-Evidenz-Netzwerk das unter Verweis auf Paragraf 11b Tierschutzgesetz als Qualzuchtmerkmal einstuft, lohnt sich vor der Anschaffung ein Blick zum Tierschutz statt zur nächstbesten Zucht.
  • Die Don Sphynx verträgt Einsamkeit schlecht: Entweder du verbringst viel Zeit zu Hause oder du stellst ihr ein zweites katzenfreundliches Tier an die Seite.
  • Tägliches Abwischen des Talgfilms und regelmäßige Reinigung der Hautfalten gehören fest zum Alltag, sonst drohen Hautreizungen, Ekzeme und Entzündungen.
  • Freigang ist wegen der Kälte- und Sonnenempfindlichkeit keine gute Idee, ein gesicherter Balkon ist die bessere Alternative.
  • Vor dem Kauf sollten Züchter einen Herzultraschall oder Gentest auf die HCM-Veranlagung der Elterntiere vorlegen können.
  • Wegen des höheren Energiebedarfs zur Wärmeregulierung braucht sie mehr Futter als eine vergleichbar große, behaarte Katze.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Herzmuskelerkrankung, die durch den kleinen Gründerbestand der Rasse begünstigt wird
  • Hautprobleme wie Ekzeme, Entzündungen in den Hautfalten und Sonnenbrand durch die fehlende schützende Fellschicht
  • Erhöhte Anfälligkeit für Zahnprobleme
  • Vereinzelt beschriebene Augenerkrankungen
  • Kleiner Genpool mit erhöhtem Risiko für Erbkrankheiten durch die noch junge, schmale Zuchtbasis

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Don Sphynx hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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