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Lele

Cornish Rex

Windhund unter den Katzen, wärmebedürftig und verspielt

klein (S)Großbritannien
Cornish Rex mit welligem Fell und schlankem Körper läuft über eine Mauer im Garten
Cornish Rex unterwegs

Steckbrief

Größe
klein (S)
Gewicht
typisch 2,5 bis 4,5 kg
Lebenserwartung
typisch 11 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Kurzes Rexfell, dicht gewellt, ohne Leithaare, Grannenhaare nur spärlich, Das Fell besteht fast nur aus Unterwolle und wellt sich. Es haart wenig, schützt aber kaum vor Kälte, ein warmer Platz drinnen ist wichtig.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart kaum (1 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
gut verträglich mit Katzen (4 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
ausgeprägter Jagdtrieb (4 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5, Tendenzwert)

Der Charakter: Cornish Rex im Porträt

Die Cornish Rex entstand Anfang der 1950er Jahre auf einem Bauernhof in der englischen Grafschaft Cornwall, mitten in einem Wurf gewöhnlicher Hofkatzen. Ein Kater mit auffällig gewelltem Fell wurde gezielt zurückgekreuzt, um die Locke zu erhalten, und begründete damit die Rasse. Seit 1968 führt die FIFe sie als eigenständige Rasse. Im Wesen ist die Cornish Rex ein Energiebündel. Sie gilt als eine der lebhaftesten Katzenrassen überhaupt, manche nennen sie den Windhund unter den Katzen: schlank, hochbeinig und ständig in Bewegung. Fremden begegnet sie meist neugierig statt zurückhaltend und läuft gern zur Tür, wenn es klingelt. Ihren Menschen gegenüber ist sie eng gebunden und sitzt am liebsten auf oder direkt neben ihnen, wenn gerade nicht gespielt wird. Im Alltag braucht sie viel Beschäftigung: mehrere Spielrunden am Tag mit Angeln und interaktivem Spielzeug, Klettermöglichkeiten und im besten Fall Kopfarbeit durch Futterrätsel, denn sie lernt schnell und lässt sich gut motivieren. Für eine Einzelhaltung ist sie eher nicht gemacht, ein verspielter Artgenosse oder viel Zeit mit ihren Menschen tut ihr gut. Freigang ist wegen des dünnen Fells und der fehlenden Schutzhaare riskant, eine gesicherte Außenfläche ist die verträglichere Alternative. Das Fell besteht fast nur aus gewellter Unterwolle ohne Deckhaare, haart daher kaum, bietet aber wenig Schutz vor Kälte und Sonne. Ein warmer Schlafplatz oder eine Heizung in Reichweite gehört für diese Katze zur Grundausstattung, ebenso regelmäßige Kontrolle von Haut und Ohren, die schneller nachfetten als bei Katzen mit normalem Fell. Gesundheitlich sind Herzmuskelerkrankungen und eine erbliche Netzhautveränderung bekannt, weshalb ein Gentest beim Züchter sinnvoll ist. Zusätzlich gelten die stark veränderten Tasthaare der Rasse als belegter Qualzuchtpunkt. Die Cornish Rex passt zu aktiven Menschen, die eine anhängliche, verspielte Mitbewohnerin mit viel Temperament suchen und ihr Wärme und Beschäftigung bieten können. Wer eine ruhige, pflegeleichte Wohnungskatze für zurückgezogene Stunden sucht, findet in dieser Rasse eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Plane mehrere kurze Spielrunden täglich ein, am besten mit Angelspielzeug: Ohne Auslastung wird sie schnell unruhig.
  • Ein warmer Rückzugsort (Kuscheldecke, Sonnenplatz, Heizungsnähe) gehört zur Grundausstattung, das dünne Fell schützt kaum vor Kälte.
  • Haut und Ohren regelmäßig kontrollieren, sie neigen bei dieser Rasse schneller zu Fett und Verschmutzung als bei Katzen mit normalem Deckhaar.
  • Vor dem Kauf beim Züchter nach dem Herzultraschall oder Gentest der Elterntiere für Kardiomyopathie fragen.
  • Die veränderten, oft brüchigen oder fehlenden Tasthaare sind ein dokumentierter Qualzuchtpunkt: Wer das nicht mittragen möchte, findet über Rassekatzen-Auffangstationen oder Tierschutz oft ausgesetzte oder abgegebene Rex-Katzen.
  • Eine zweite verspielte Katze oder viel gemeinsame Zeit mit dir gleicht ihren hohen Bedarf an Gesellschaft besser aus als reine Einzelhaltung.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine erbliche Herzmuskelerkrankung mit verdickten Herzwänden
  • Progressive Retina-Atrophie (PRA), eine erbliche Netzhauterkrankung, die zur Erblindung führen kann
  • Erhöhte Neigung zu öliger Haut und schneller verschmutzenden Ohren, regelmäßige Kontrolle ist sinnvoll
  • Dünnes Fell ohne schützendes Deckhaar, dadurch erhöhtes Risiko für Unterkühlung und Sonnenbrand auf nackter oder dünn behaarter Haut

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Cornish Rex hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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