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Lele

Chausie

Wildkatzen-Look mit anhänglichem Herzen

groß (L)USAHybridrasse
Chausie mit getickter Tabby-Zeichnung und großen Ohren blickt im Nahporträt direkt in die Kamera
Chausie im PorträtFoto: Wilczakrew · CC BY-SA 3.0
Chausie mit langen Beinen und geringeltem Schwanz läuft wachsam durch eine Wiese mit Löwenzahn
Chausie unterwegsFoto: Wilczakrew · CC BY-SA 3.0
Chausie mit sandfarbenem Fell liegt entspannt im Gras und blickt zur Seite
Chausie zu HauseFoto: Wilczakrew · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
groß (L)
Gewicht
typisch 3,5 bis 7,5 kg
Fell
Kurz bis mittellang mit dichtem, weichem Unterfell und robusterem Deckhaar, getickte oder grizzled Tabby-Zeichnung in Schwarz-Braun-Tönen, Die Fellpflege ist unkompliziert, wöchentliches Kämmen reicht meist aus. Die Chausie geht auf die Kreuzung von Hauskatze und Rohrkatze (Felis chaus) zurück. In Deutschland fallen die Generationen F1 bis F4 unter das Artenschutzrecht und benötigen eine behördliche Genehmigung, als gewöhnliche Hauskatze gilt erst die fünfte Generation.
Herkunft
USA
Anerkennung
Hybridrasse, kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Chausie im Porträt

Die Chausie entstand in den USA aus der Kreuzung von Hauskatzen mit der Rohrkatze (Felis chaus), einer in weiten Teilen Asiens und Nordafrikas verbreiteten Wildkatzenart. Erste Versuche reichen in die 1960er Jahre zurück, zu einer eigenständigen Zuchtrichtung wurde daraus aber erst in den 1990er Jahren. Seit 1995 führt die TICA die Rasse, seit 2013 mit vollem Championatsstatus. Auch die WCF erkennt die Chausie unter dem Kürzel CHS an, in ihrem Standard sind Hauskatze und Abessinier als erlaubte Einkreuzungen genannt. Die FIFe hat die Rasse bislang nicht in ihre Rasselisten aufgenommen. Im Wesen gilt die Chausie als wach, klug und außergewöhnlich verspielt, mit einem ausgeprägten Jagdtrieb und viel Neugier auf ihre Umgebung. Sie bindet sich eng an ihre Menschen und möchte ungern allein bleiben, mit Hunden kommt sie in der Regel gut zurecht. Der athletische, langbeinige Körperbau und die kraftvolle Muskulatur verraten die Herkunft aus der Wildkatze auch optisch, ebenso die hohen, oft mit Haarpuscheln versehenen Ohren. Im Alltag braucht sie viel Bewegung und Beschäftigung: Kletterwege, aktives Spiel und am besten Gesellschaft, sei es durch einen zweiten Vierbeiner oder viel Zeit ihrer Menschen. Freigang ist bei den frühen Hybridgenerationen rechtlich kaum möglich, ein gesichertes Gehege bleibt hier oft die einzige Option. Das kurze bis mittellange Fell mit dichtem Unterfell ist pflegeleicht, wöchentliches Kämmen reicht meist aus. Gesundheitlich ist über rassetypische Erbkrankheiten wenig bekannt, dafür bringt die Kreuzung zwischen Haus und Wildkatze eigene Risiken mit sich: Unterschiedliche Tragzeiten führen besonders in der ersten Generation häufiger zu Früh, Fehl und Totgeburten, und Kater der frühen Generationen sind meist unfruchtbar, erst ab der vierten bis fünften Generation gilt die Fruchtbarkeit als gesichert. Wichtig für die Anschaffung: In Deutschland fallen die Generationen F1 bis F4 unter das Artenschutzrecht und benötigen eine behördliche Genehmigung, als gewöhnliche Hauskatze gilt erst die fünfte Generation. Für erfahrene Halter mit viel Platz, Zeit und Interesse an einer ungewöhnlichen Mitbewohnerin kann die Chausie die richtige Wahl sein, für Anfänger, kleine Wohnungen oder alle, die eine unkomplizierte Familienkatze suchen, ist sie eher nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Nur Tiere ab der fünften Generation gelten in Deutschland als gewöhnliche Hauskatzen, die Generationen F1 bis F4 fallen unter das Artenschutzrecht und brauchen eine behördliche Genehmigung sowie ein gesichertes Gehege.
  • Wer sich für eine frühe Generation interessiert, sollte sich vor dem Kauf bei der zuständigen Naturschutzbehörde nach den genauen Auflagen erkundigen, nicht erst danach.
  • Kletterwege, aktives Spiel und am besten ein zweiter tierischer Mitbewohner oder viel gemeinsame Zeit gehören für diese bewegungsfreudige Rasse fest zum Alltag.
  • Freigang ist bei frühen Generationen rechtlich kaum möglich, ein ausbruchsicheres Gehege ersetzt hier den klassischen Freilauf.
  • Das kurze bis mittellange Fell braucht nur wöchentliches Kämmen, der eigentliche Zeitaufwand liegt bei Beschäftigung und Bewegung.
  • Vor dem Kauf lohnt ein Gespräch mit dem Züchter über Generation, Abstammung und die Fruchtbarkeit der Elterntiere, gerade bei frühen Generationen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Erhöhtes Risiko für Früh-, Fehl- und Totgeburten in der ersten Generation (unterschiedliche Tragzeiten von Haus- und Rohrkatze)
  • Unfruchtbarkeit der Kater in frühen Generationen, meist erst ab der vierten bis fünften Generation zuverlässig aufgehoben
  • Keine spezifisch für die Rasse dokumentierten Erbkrankheiten, empfohlen werden die üblichen Vorsorgeuntersuchungen wie bei anderen Hauskatzenrassen
  • Regelmäßige Zahnkontrolle empfohlen, wie bei den meisten Hauskatzenrassen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Chausie hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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