Chausie
Wildkatzen-Look mit anhänglichem Herzen



Hybridrasse ohne einheitlichen Standard
Für Hybridrassen gibt es keinen FCI-Standard und keine einheitlich kontrollierte Zucht. Aussehen, Wesen und Gesundheit können deshalb stark streuen. Schau dir Elterntiere und Herkunft besonders genau an.
Steckbrief
- Größe
- groß (L)
- Gewicht
- typisch 3,5 bis 7,5 kg
- Fell
- Kurz bis mittellang mit dichtem, weichem Unterfell und robusterem Deckhaar, getickte oder grizzled Tabby-Zeichnung in Schwarz-Braun-Tönen, Die Fellpflege ist unkompliziert, wöchentliches Kämmen reicht meist aus. Die Chausie geht auf die Kreuzung von Hauskatze und Rohrkatze (Felis chaus) zurück. In Deutschland fallen die Generationen F1 bis F4 unter das Artenschutzrecht und benötigen eine behördliche Genehmigung, als gewöhnliche Hauskatze gilt erst die fünfte Generation.
- Herkunft
- USA
- Anerkennung
- Hybridrasse, kein FCI-Standard
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- extrem lebhaft, kaum zu bremsen (5 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- gut trainierbar, lernwillig (4 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
- Wach- und Schutztrieb
- ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (4 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Chausie im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Nur Tiere ab der fünften Generation gelten in Deutschland als gewöhnliche Hauskatzen, die Generationen F1 bis F4 fallen unter das Artenschutzrecht und brauchen eine behördliche Genehmigung sowie ein gesichertes Gehege.
- Wer sich für eine frühe Generation interessiert, sollte sich vor dem Kauf bei der zuständigen Naturschutzbehörde nach den genauen Auflagen erkundigen, nicht erst danach.
- Kletterwege, aktives Spiel und am besten ein zweiter tierischer Mitbewohner oder viel gemeinsame Zeit gehören für diese bewegungsfreudige Rasse fest zum Alltag.
- Freigang ist bei frühen Generationen rechtlich kaum möglich, ein ausbruchsicheres Gehege ersetzt hier den klassischen Freilauf.
- Das kurze bis mittellange Fell braucht nur wöchentliches Kämmen, der eigentliche Zeitaufwand liegt bei Beschäftigung und Bewegung.
- Vor dem Kauf lohnt ein Gespräch mit dem Züchter über Generation, Abstammung und die Fruchtbarkeit der Elterntiere, gerade bei frühen Generationen.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Erhöhtes Risiko für Früh-, Fehl- und Totgeburten in der ersten Generation (unterschiedliche Tragzeiten von Haus- und Rohrkatze)
- Unfruchtbarkeit der Kater in frühen Generationen, meist erst ab der vierten bis fünften Generation zuverlässig aufgehoben
- Keine spezifisch für die Rasse dokumentierten Erbkrankheiten, empfohlen werden die üblichen Vorsorgeuntersuchungen wie bei anderen Hauskatzenrassen
- Regelmäßige Zahnkontrolle empfohlen, wie bei den meisten Hauskatzenrassen
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Chausie hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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