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Lele

Britisch Langhaar

Plüschiger Langhaar-Zwilling der Britisch Kurzhaar

auch bekannt als BLH, British Longhair, Highlander, Britisch Langhaarkatze

mittelgroß (M)Großbritannien
Britisch Langhaar mit silbrig schattiertem Fell und grün goldenen Augen im Nahporträt
Britisch Langhaar im PorträtFoto: Nickolas Titkov · CC BY-SA 2.0
Cremefarbene Britisch Langhaar mit rundem Kopf sitzt auf einem Holzschrank zuhause
Britisch Langhaar zu HauseFoto: Fanta3 · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 4 bis 8 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 18 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Halblanghaar, doppelt, mitteldicht, mit abstehendem Unterfell und guter Halskrause, feste Textur, Sie wird nach demselben Standard wie die Britisch Kurzhaar gezüchtet, nur mit langem Fell. Zweimal Bürsten pro Woche hält die Unterwolle in Schach.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
eher ruhig (2 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart stark (4 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
gut geeignet für Anfänger (4 von 5)

Der Charakter: Britisch Langhaar im Porträt

Die Britisch Langhaar ist genetisch dieselbe Rasse wie die Britisch Kurzhaar, nur mit einem zusätzlichen, rezessiv vererbten Langhaar-Gen. Es geht auf die Einkreuzung von Perserkatzen zurück, mit der Züchter nach den Weltkriegen den geschrumpften britischen Bestand auffrischten. Lange wurden langhaarige Wurfgeschwister aussortiert, erst ab den 1960er Jahren in den USA und später auch in Europa als eigene Rasse anerkannt und gezielt weitergezüchtet. Der in Deutschland gebräuchliche Zweitname Highlander meint diese Rasse, nicht die gleichnamige amerikanische Hybridrasse mit den gerollten Ohren. Im Wesen unterscheidet sich die Britisch Langhaar kaum von ihrer kurzhaarigen Verwandten: ruhig, ausgeglichen und anhänglich, dabei nicht aufdringlich. Sie sucht die Nähe ihrer Menschen, kommt aber auch ein paar Stunden allein zurecht, mit einem zweiten Tier zur Gesellschaft wirkt sie häufig ausgeglichener. Für den Alltag reichen Kratzbaum und ein paar erhöhte Liegeplätze, ausgedehntes Spiel schätzt sie trotz ihrer Gelassenheit durchaus. Als Wohnungskatze ist sie gut geeignet, gesicherter Freigang ist ebenso möglich. Beim Fell macht sich der Unterschied zur Kurzhaar-Variante bemerkbar: Das halblange, doppelte Fell mit dichter Unterwolle braucht zweimal wöchentliches Bürsten, sonst bilden sich schnell Knoten, besonders in den Achseln und hinter den Ohren. Gesundheitlich teilt die Rasse die Dispositionen der Britisch Kurzhaar, allen voran Herz und Nierenerkrankungen, für die es Gentests und Herzultraschall-Screenings gibt. Der runde, kurznasige Kopf des gemeinsamen Standards kann je nach Zuchtlinie Augen und Atmung belasten, QUEN führt beide Fellvarianten unter den brachyzephalen Katzen. Für ruhige Haushalte, die etwas mehr Zeit in die Fellpflege investieren möchten als bei der Kurzhaar-Variante, ist die Britisch Langhaar eine unkomplizierte, familientaugliche Wahl. Wer möglichst wenig bürsten will, ist bei der Britisch Kurzhaar besser aufgehoben, wer eine sehr aktive, kletterfreudige Katze sucht, eher bei einer anderen Rasse.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Zweimal wöchentliches Bürsten ist Pflicht, sonst verfilzt die dichte Unterwolle vor allem in Achseln und hinter den Ohren.
  • Herzultraschall-Screening auf HCM gehört beim seriösen Züchter vor die Zuchtwahl.
  • Übergewicht ist bei der eher bewegungsarmen Rasse ein reales Risiko, Futtermenge und Spielanreize im Blick behalten.
  • Beim Kauf lohnt der Blick auf die Zuchtlinie: Extrem rundköpfige Show-Typen können unter Tränenüberlauf und Atemwegsenge leiden, moderatere Linien sind gesünder.
  • Für Einzelhaltung eher zweitrangig geeignet, ein zweites Tier oder viel gemeinsame Zeit tut der Rasse gut.
  • In Deutschland gelegentlich mit langhaarigen Kartäuser-Mischlingen verwechselt: reinrassige Kartäuser gibt es nur kurzhaarig und ausschließlich in Blau.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), erblich bedingte Herzmuskelverdickung, wie bei der kurzhaarigen Variante verbreitet
  • Polyzystische Nierenerkrankung (PKD), Gentest vor der Zuchtwahl empfehlenswert
  • Übergewicht bei zu wenig Bewegung, zusätzliche Belastung für Gelenke und Herz
  • Verfilzungsbedingte Hautreizungen bei vernachlässigter Fellpflege, vor allem in Achseln und hinter den Ohren
  • Zahnfleischentzündungen und Zahnstein, regelmäßige Zahnkontrolle empfohlen

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Britisch Langhaar hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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