Boerboel
Massiver Hofwächter mit ruhigem, eigenständigem Wesen
auch bekannt als South African Boerboel, Südafrikanischer Boerboel, South African Mastiff
Steckbrief
- Größe
- sehr groß (XL), 55 bis 66 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 52 bis 92 kg
- Lebenserwartung
- typisch 9 bis 11 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- seltenStufe 2 von 5Keine VDH-Zucht, Bestand über Privatzucht und Import, in DACH selten anzutreffen
- Fell
- Kurzhaar, dicht und glatt anliegend, Das kurze Fell braucht kaum Pflege, gelegentliches Bürsten reicht. Die lockere Haut mit Falten am Kopf sollte regelmäßig auf Reizungen kontrolliert werden.
- Herkunft
- Südafrika
- Anerkennung
- Kein FCI-Standard
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- eher ruhig (2 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht mäßig Bewegung (2 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt meist gut einige Stunden allein (4 von 5)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- sehr zurückhaltend gegenüber Fremden (1 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- sehr ausgeprägter Wach-/Schutztrieb (5 von 5)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Boerboel im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Halterinnen und Halter sollten vor der Anschaffung aktiv Kontakt zu erfahrenen Boerboel-Züchtern oder Rasseclubs suchen und auf dokumentierte HD/ED-Röntgenbefunde der Elterntiere bestehen, das Risiko für Hüft- und Ellbogendysplasie ist bei dieser schweren Rasse real.
- Konsequente Sozialisierung mit fremden Menschen und Hunden gehört von Welpenbeinen an in den Alltag, am besten mit einer Hundeschule, die Erfahrung mit großen Wächterrassen hat, sonst verfestigt sich die natürliche Zurückhaltung schnell zu Schärfe.
- Vor dem Kauf oder der Vermittlung die Rechtslage am eigenen Wohnort und in Nachbarkantonen beziehungsweise Bundesländern konkret prüfen, die Rasse ist in mehreren Regionen eingeschränkt oder gelistet.
- Wegen des hohen Endgewichts lohnt sich früh die Abklärung, ob Wohnung, Auto, Tierarztpraxis und Versicherung überhaupt auf einen Hund dieser Größenordnung eingerichtet sind.
- Futter- und Bewegungsmanagement mit mehreren kleinen Mahlzeiten statt einer großen und Ruhe nach dem Fressen senkt das Magendrehungsrisiko, das bei tiefbrüstigen Riesenrassen erhöht ist.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED), typisch für schnell wachsende Riesenrassen
- Erhöhtes Risiko für Magendrehung (Gastric Dilatation Volvulus) durch tiefe Brust und großes Körpervolumen
- Ektropium und Entropium, also nach außen oder innen gestülpte Augenlider, begünstigt durch die lockere Kopfhaut
- Vaginale Hyperplasie bei unkastrierten Hündinnen ist beschrieben
- Vereinzelt dokumentierte juvenile Epilepsie mit Anfällen, die durch Stress oder Stoffwechselveränderungen ausgelöst werden
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Boerboel hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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