Zum Inhalt springen
Lele

Balinesenkatze

Seidige Plaudertasche mit Siam-Herz

auch bekannt als Balinese, Balinesen

mittelgroß (M)USA
Balinesenkatze mit Tortie Point Zeichnung und leuchtend blauen Augen im Porträt
Balinesenkatze im PorträtFoto: Mike McBey · CC BY 2.0
Balinesenkatze mit sealfarbener Point Zeichnung sitzt aufmerksam auf einem Weg am Wegrand
Balinesenkatze unterwegsFoto: W.carter · CC BY-SA 4.0
Balinesenkatze mit Chocolate Point Zeichnung liegt entspannt auf einem gemusterten Sessel
Balinesenkatze zu HauseFoto: Talophex · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M)
Gewicht
typisch 3 bis 5 kg
Lebenserwartung
typisch 18 bis 22 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Fell
Halblanghaar, seidig, ohne Unterwolle, in Point Zeichnung, Ohne Unterwolle filzt das Fell kaum, einmal Bürsten pro Woche genügt. Sie ist die halblanghaarige Variante der Siamkatze.
Herkunft
USA
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt sehr ungern allein (1 von 5)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
offen gegenüber Fremden (4 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
sehr verträglich mit Katzen (5 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
mittlerer Jagdtrieb (3 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Balinesenkatze im Porträt

Die Balinesenkatze ist trotz ihres Namens keine Rasse von der Insel Bali, sondern eine amerikanische Entwicklung der 1950er Jahre. Züchterinnen in Kalifornien und New York fielen langhaarige Kätzchen in Siam-Würfen auf, aus denen sie gezielt eine eigene Linie aufbauten. Den Namen gab die anmutige Bewegung der Katzen, die an balinesische Tempeltänzerinnen erinnerte. Genetisch ist die Balinese schlicht die halblanghaarige Variante der Siamkatze und wird auch entsprechend nah mit ihr verwandt geführt. Im Wesen unterscheidet sie sich kaum von ihrer kurzhaarigen Verwandten: gesprächig, verspielt und sehr menschenbezogen, mit einem eigenwilligen, charakterstarken Auftreten, das Widerspruch schon mal laut kommentiert. Sie sucht aktiv Nähe und Beschäftigung und meldet sich zuverlässig, wenn sie zu kurz kommt. Diese enge Bindung macht sie zu einer aufmerksamen, mitdenkenden Mitbewohnerin, verlangt im Gegenzug aber auch tägliche Zuwendung. Im Alltag braucht die Balinese ähnlich viel Beschäftigung wie die Siam: Klettermöglichkeiten, Spielzeit und idealerweise eine zweite Katze, denn stundenlanges Alleinsein passt schlecht zu ihrem geselligen Wesen. Mit Hunden kommt sie bei behutsamer Gewöhnung meist gut zurecht. Freigang ist möglich, sofern sicher, viele Halterinnen und Halter bevorzugen aber eine reich strukturierte Wohnungshaltung. Das seidige Halblanghaar hat kaum Unterwolle, verfilzt dadurch selten und lässt sich mit wöchentlichem Kämmen unkompliziert pflegen. Gesundheitlich zeigt die Rasse dieselben Schwerpunkte wie die Siam-Familie: Amyloidose, erblich bedingte Netzhautveränderungen und eine gewisse Neigung zu Zahnproblemen gehören zu den bekannten Themen, ein Blick in die Gesundheitsunterlagen der Elterntiere ist vor dem Einzug sinnvoll. Für Menschen, die das Wesen der Siam mögen, sich aber ein Fell mit etwas mehr Länge wünschen, ist die Balinese eine naheliegende Wahl, besonders im Mehrkatzenhaushalt. Wer wenig Zeit für Ansprache und Spiel hat oder eine ruhige, unabhängige Katze sucht, wird mit dieser Rasse eher nicht glücklich.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Trotz Halblanghaar reicht wöchentliches Kämmen, das feine Fell ohne Unterwolle verfilzt nur selten.
  • Tägliche Spielzeit und Klettermöglichkeiten fest einplanen, sonst wird die Balinese laut und einfallsreich bei der Selbstbeschäftigung.
  • Für stundenlanges Alleinbleiben ist die Rasse wenig geeignet, eine Zweitkatze passt gut zu ihrem geselligen Wesen.
  • Beim Züchter nach Augen- und Organchecks der Elterntiere fragen, insbesondere zu erblichen Netzhaut- und Leberwerten.
  • Die Stimme ist präsent und ausdauernd, für sehr ruhebedürftige Haushalte oder hellhörige Wohnungen vorher bedenken.
  • Freigang nur in sicherer Umgebung, ansonsten eine Wohnung mit ausreichend Kletter- und Rückzugsflächen einrichten.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Amyloidose (Eiweißablagerungen vor allem in der Leber, die betroffene Organe im Verlauf schädigen können)
  • Progressive Retinaatrophie (PRA, erblicher Netzhautabbau mit fortschreitendem Sehverlust)
  • Erhöhte Neigung zu Zahnfleischentzündungen und Zahnstein
  • Vereinzelt Herzerkrankungen wie hypertrophe Kardiomyopathie, wie in der weiteren Siam-Verwandtschaft beschrieben

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Balinesenkatze hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

Ähnliche Rassen entdecken

Passt Balinesenkatze zu dir?

Finde in drei Minuten heraus, ob diese Rasse zu deinem Alltag passt: ehrlich, kostenlos und ohne Anmeldung.