American Bully
Muskulöser Begleithund mit weiter Formenvielfalt
auch bekannt als Swiss Blue Bully, Swiss Champagner Bully, Bully
Zucht-Hinweis
Bei den kompaktesten Pocket- und den sogenannten Exotic-Linien wird die Schnauze so stark verkürzt, dass Brachyzephalie-typische Atemprobleme dokumentiert sind. Standard- und Classic-Typen sind meist deutlich weniger betroffen, trotzdem vor dem Kauf gezielt auf freie Nasenatmung, Geräusche beim Atmen und Hitzeverträglichkeit achten.
Steckbrief
- Größe
- groß (L), 33 bis 58 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 20 bis 60 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5Keine VDH-Zucht, Bestand über Privatzucht und Import, in DACH regelmäßig anzutreffen.
- Fell
- Kurzhaar, Kurzes, glattes Fell: Gelegentliches Bürsten reicht, Hautfalten und -partien bei kompakteren Linien regelmäßig auf Reizungen kontrollieren.
- Herkunft
- USA
- Anerkennung
- Kein FCI-Standard
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
- Trainierbarkeit
- trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: American Bully im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Vor der Anschaffung die Rasselisten und Bewilligungspflichten des Wohnkantons beziehungsweise Bundeslands konkret prüfen, die Einordnung reicht von unauffällig bis Wesenstest- und Leinenpflicht.
- Bei der Zuchtwahl auf HD-Screening (zum Beispiel OFA oder PennHIP) achten und Linien mit extrem verkürzter Schnauze oder auffällig lauter Atmung meiden, besonders in den kompakteren Pocket- und Exotic-Typen.
- Weil kein Verband eine einheitliche Wesensprüfung vorschreibt, Elterntiere kennenlernen, nach dem Sozialisierungsprogramm des Züchters fragen und nicht allein auf den Rassenamen vertrauen.
- Frühzeitige, konsequente Leinen- und Grunderziehung einplanen: Die Kraft eines ausgewachsenen Tieres macht sauberes Grundgehorsam-Training zur Voraussetzung, nicht zur Kür.
- Haftpflichtversicherung und mögliche Zuschläge bei Hundesteuer oder Prämie durch einen etwaigen Listenhund-Status vorab einkalkulieren.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Hüftgelenksdysplasie (HD) ist in der Rasse dokumentiert, besonders bei den schwereren XL-Linien.
- Atemprobleme durch übertriebene Brachyzephalie bei extrem kurzköpfigen Exemplaren, vor allem in Pocket- und sogenannten Exotic-Zuchtlinien.
- Hautprobleme, unter anderem angeborene Ichthyose (verdickte, schuppige Haut), kommen in der Rasse vor.
- Kleine Gründerpopulationen in einzelnen Extremlinien bergen ein erhöhtes Risiko für Inzuchtprobleme.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
American Bully hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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