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Lele

American Bully

Muskulöser Begleithund mit weiter Formenvielfalt

auch bekannt als Swiss Blue Bully, Swiss Champagner Bully, Bully

groß (L)USA

Steckbrief

Größe
groß (L), 33 bis 58 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 20 bis 60 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5Keine VDH-Zucht, Bestand über Privatzucht und Import, in DACH regelmäßig anzutreffen.
Fell
Kurzhaar, Kurzes, glattes Fell: Gelegentliches Bürsten reicht, Hautfalten und -partien bei kompakteren Linien regelmäßig auf Reizungen kontrollieren.
Herkunft
USA
Anerkennung
Kein FCI-Standard

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
trainierbar mit Konsequenz (3 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt selten (2 von 5, Tendenzwert)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
eingeschränkt verträglich mit anderen Hunden (2 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: American Bully im Porträt

Der American Bully ist eine junge, in den USA der späten 1980er und 1990er Jahre entstandene Rasse. Ausgangsbasis waren American Staffordshire Terrier und American Pit Bull Terrier, später kreuzten Züchter gezielt Bulldoggen-Typen wie American Bulldog, Olde English Bulldogge sowie Französische und Englische Bulldogge ein. Ziel war ein kompakter, sehr muskulöser Begleithund mit ruhigerem Wesen und weniger Arbeitstrieb als die terrierartigen Ausgangsrassen, dafür mit einer massiven, einschüchternd wirkenden Statur. Der American Bully ist damit eine eigenständige Rasse und weder ein Pit Bull noch ein American Bulldog, auch wenn die Begriffe im Alltag häufig durcheinandergeworfen werden. Der American Bully Kennel Club (ABKC) erkannte die Rasse 2004 an, der United Kennel Club (UKC) 2013. Von der FCI ist sie bis heute nicht anerkannt, ein VDH Zuchtbuch gibt es nicht. Der ABKC Standard unterscheidet vier Größenklassen mit deutlich unterschiedlichen Widerristhöhen. Pocket bleibt unter etwa 43 cm, Standard und Classic bewegen sich zwischen rund 43 und 51 cm, wobei Classic einen leichteren Knochenbau hat, und XL erreicht bis zu etwa 58 cm und kann über 45 kg wiegen. Wer sich für einen American Bully interessiert, sollte deshalb genau nachfragen, welcher Klasse der jeweilige Hund entspricht, denn Alltag und Handling unterscheiden sich spürbar zwischen einem kleinen Pocket und einem schweren XL. Weil die Zucht nicht durch einen Verband mit einheitlicher Wesensprüfung kontrolliert wird, streut das Temperament stark zwischen einzelnen Linien und Zwingern. Grundsätzlich gilt die Rasse als menschenbezogen und verspielt, doch die enorme Kraft macht eine konsequente, früh beginnende Erziehung zur Voraussetzung, nicht zur Option. Gesundheitlich zeigt der kompakte, sehr muskulöse Körperbau seine Schattenseiten. Hüftgelenksdysplasie ist dokumentiert, besonders bei XL Linien. Bei extrem kurzköpfigen Exemplaren, vor allem in Pocket und sogenannten Exotic Linien, treten Atemprobleme durch übertriebene Brachyzephalie auf. Auch Hautprobleme wie angeborene Ichthyose kommen in der Rasse vor. In mehreren Schweizer Kantonen stehen der American Bully oder Bully Typen auf kantonalen Rasselisten, die Rechtslage vor der Anschaffung unbedingt bei der zuständigen kantonalen Stelle prüfen. Die Rasse passt zu erfahrenen Halter:innen, die Zeit, Konsequenz und ein Auge für seriöse Zucht mitbringen. Für Ersthalter:innen, die einen vorhersehbar ruhigen Couchhund ohne Trainingsaufwand suchen, ist sie eher nicht geeignet.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Vor der Anschaffung die Rasselisten und Bewilligungspflichten des Wohnkantons beziehungsweise Bundeslands konkret prüfen, die Einordnung reicht von unauffällig bis Wesenstest- und Leinenpflicht.
  • Bei der Zuchtwahl auf HD-Screening (zum Beispiel OFA oder PennHIP) achten und Linien mit extrem verkürzter Schnauze oder auffällig lauter Atmung meiden, besonders in den kompakteren Pocket- und Exotic-Typen.
  • Weil kein Verband eine einheitliche Wesensprüfung vorschreibt, Elterntiere kennenlernen, nach dem Sozialisierungsprogramm des Züchters fragen und nicht allein auf den Rassenamen vertrauen.
  • Frühzeitige, konsequente Leinen- und Grunderziehung einplanen: Die Kraft eines ausgewachsenen Tieres macht sauberes Grundgehorsam-Training zur Voraussetzung, nicht zur Kür.
  • Haftpflichtversicherung und mögliche Zuschläge bei Hundesteuer oder Prämie durch einen etwaigen Listenhund-Status vorab einkalkulieren.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD) ist in der Rasse dokumentiert, besonders bei den schwereren XL-Linien.
  • Atemprobleme durch übertriebene Brachyzephalie bei extrem kurzköpfigen Exemplaren, vor allem in Pocket- und sogenannten Exotic-Zuchtlinien.
  • Hautprobleme, unter anderem angeborene Ichthyose (verdickte, schuppige Haut), kommen in der Rasse vor.
  • Kleine Gründerpopulationen in einzelnen Extremlinien bergen ein erhöhtes Risiko für Inzuchtprobleme.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

American Bully hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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