Aussiedoodle
Kluger Wirbelwind im Lockenfell
auch bekannt als Australian Shepherd x Pudel
Zucht-Hinweis
Viele Aussiedoodles tragen den Merle-Faktor aus der Australian-Shepherd-Linie. Die Verpaarung zweier Merle-Träger gilt als Qualzucht im Sinne von Paragraf 11b Tierschutzgesetz, weil Doppel-Merle-Welpen häufig taub sind und fehlgebildete Augen haben. Achte auf einen Merle-Gentest der Elterntiere und meide Anbieter, die gezielt mit seltenen Farben und blauen Augen werben. Das Risiko betrifft die Verpaarung zweier Merle-Träger, nicht den einzelnen Hund mit unauffälliger Zeichnung.
Hybridrasse ohne einheitlichen Standard
Für Hybridrassen gibt es keinen FCI-Standard und keine einheitlich kontrollierte Zucht. Aussehen, Wesen und Gesundheit können deshalb stark streuen. Schau dir Elterntiere und Herkunft besonders genau an.
Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 38 bis 60 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 9 bis 32 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- mit SucheStufe 3 von 5Keine organisierte Zucht, Angebot über private Vermehrung
- Fell
- Wellig bis lockig, mittellang, regelmäßig bürsten, Schur alle 6 bis 8 Wochen
- Herkunft
- USA
- Anerkennung
- Hybridrasse, kein FCI-Standard
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- sehr leicht trainierbar, hochgradig gehorsam (5 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
- Bellfreude
- bellt situationsbedingt (3 von 5, Tendenzwert)
- Pflegeaufwand
- hoher Pflegeaufwand (4 von 5)
- Haaren
- haart wenig (2 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- meist verträglich mit Katzen (3 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- gut geeignet für Familien (4 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- geringer Jagdtrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Aussiedoodle im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Plane täglich rund zwei Stunden Bewegung plus Kopfarbeit ein, etwa Tricktraining, Nasenarbeit oder Hundesport wie Agility. Ein unterforderter Aussiedoodle sucht sich eigene Jobs und hütet dann ersatzweise Kinder, Jogger oder Fahrräder.
- Fellpflege gehört fest in den Kalender: mehrmals pro Woche gründlich bürsten und etwa alle sechs bis acht Wochen eine Schur beim Groomer oder mit eigener Schermaschine. Zeit und laufende Kosten dafür von Anfang an einplanen.
- Die Zucht ist unreguliert. Frag nach Nachweisen der Elterntiere: MDR1-Gentest, Augenuntersuchung, Gelenkbefunde. Eine Verpaarung zweier Merle-Träger ist ein klares Ausschlusskriterium.
- Aussiedoodles sind meist stark auf ihre Menschen bezogen. Übe das Alleinbleiben von Anfang an kleinschrittig; ein Vollzeitjob ohne Betreuungslösung passt schlecht zu diesem Hund.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Der MDR1-Defekt aus der Australian-Shepherd-Linie macht bestimmte Medikamente gefährlich, ein Gentest schafft vor der Anschaffung Klarheit.
- Augenerkrankungen wie prcd-PRA, Distichiasis und Iris-Hypoplasie sind aus den Elternrassen beschrieben, für PRA gibt es Gentests.
- Patellaluxation und Hüftgelenksdysplasie kommen vor, Gelenkbefunde der Elterntiere sind deshalb wichtig.
- Epilepsie ist bei beiden Elternrassen beschrieben und kann weitervererbt werden.
- Magendrehung (Gastric Dilatation-Volvulus) ist bei großen, tiefbrüstigen Hunden ein anerkanntes Risiko; der Standardpudel-Anteil gilt laut MSD Vet Manual als Risikotyp, schnelles Handeln bei Symptomen wie erfolglosem Würgen und geblähtem Bauch ist lebenswichtig.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Aussiedoodle hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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