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Lele

Whippet

Sanfter Sprinter mit Sofaherz

klein (S)Großbritannien
Falbfarbener Whippet mit weißen Abzeichen steht auf einem Felsen vor Bergkulisse
Whippet im Porträt
Gestromter Whippet rennt in vollem Lauf durch hohes trockenes Gras
Whippet unterwegs
Whippet im Hundepullover springt am Strand durch flaches Wasser
Whippet unterwegs

Steckbrief

Größe
klein (S), 44 bis 51 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 9 bis 14 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 15 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
gut verfügbarStufe 4 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 520 Welpen
Fell
Kurzhaar, Kurzes, feines, eng anliegendes Fell: gelegentliches Abreiben mit Noppenhandschuh genügt. Bei Kälte und Nässe braucht der Whippet einen Hundemantel.
Herkunft
Großbritannien
Anerkennung
FCI-Gruppe 10 (Windhunde), Standard Nr. 162

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht regelmäßige Bewegung (3 von 5)
Trainierbarkeit
gut trainierbar, lernwillig (4 von 5)
Alleinbleiben
bleibt nur kurz gern allein (2 von 5)
Bellfreude
bellt sehr selten (1 von 5)
Pflegeaufwand
minimaler Pflegeaufwand (1 von 5)
Haaren
haart wenig (2 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5)
Familien-Eignung
gut geeignet für Familien (4 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
mit Vorbereitung auch für Anfänger geeignet (3 von 5)

Der Charakter: Whippet im Porträt

Der Whippet entstand im 19. Jahrhundert in Nordengland. Der Überlieferung nach züchteten vor allem Bergleute diesen kleinen Windhund für die Sichtjagd auf Kaninchen und für Wettrennen, weil er günstiger im Unterhalt und robuster als der große Greyhound war. Der erste Rassestandard erschien 1891. Dieses Erbe spürst du bis heute: Der Whippet ist ein Sprinter, der auf kurzer Distanz enorme Geschwindigkeit erreicht und auf Bewegungsreize in der Ferne blitzschnell reagiert. Im Haus zeigt er ein ganz anderes Gesicht. Der FCI-Standard beschreibt ihn als ausgeglichenen, sanften und anpassungsfähigen Begleiter, und genau so erleben ihn die meisten Halter: verschmust, leise, sehr sauber und eng an seine Menschen gebunden. Viele Whippets suchen aktiv Körperkontakt und liegen am liebsten mit auf dem Sofa. Diese Nähe hat eine Kehrseite: Längeres Alleinbleiben fällt vielen Tieren schwer und will behutsam aufgebaut werden. Fremden gegenüber sind Whippets tendenziell freundlich bis zurückhaltend, als Wachhund taugen sie nicht. Die Rasse gilt zudem als sensibel: Bei Aufregung können die Hunde zittern, grober Umgang und harte Erziehung passen nicht zu ihnen. Im Alltag braucht der Whippet tägliche Spaziergänge und regelmäßig Gelegenheit, auf gesichertem Gelände richtig zu rennen. Windhundrennen oder Coursing sind schöne Hobbys, aber kein Muss. Der Jagdtrieb des Sichtjägers ist ausgeprägt: Ein zuverlässiger Rückruf ist Trainingsarbeit, in unübersichtlichem Gelände bleibt oft die Schleppleine die ehrliche Lösung. Die Fellpflege ist minimal, dafür verlangen das dünne Fell und das geringe Unterhautfett Kälteschutz: Ein Hundemantel gehört in DACH-Wintern zur Grundausstattung. Die dünne Haut reißt beim Toben durchs Gestrüpp leichter ein als bei robusteren Rassen. Der Whippet passt zu Menschen, die einen ruhigen, anhänglichen Wohnungshund mit sportlichem Zweitleben suchen und Zeit für gemeinsame Nähe mitbringen, tendenziell auch zu engagierten Einsteigern. Weniger geeignet ist er für Haushalte, in denen er viele Stunden allein bleiben müsste, für eine Haltung draußen im Zwinger oder für Menschen, die einen jederzeit frei laufenden Begleiter ohne Jagdmanagement erwarten. Auch mit Katzen und Kleintieren braucht es sorgfältige Gewöhnung und realistische Erwartungen.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum: Plane täglich rund 1 bis 1,5 Stunden Auslauf plus mehrmals pro Woche freies Rennen auf eingezäuntem Gelände; organisiertes Coursing oder Rennbahntraining im Windhundverein ist ein sinnvolles Zusatzangebot.
  • Jagdtrieb ernst nehmen: Der Whippet jagt auf Sicht und reagiert auf Bewegungsreize in großer Entfernung. Rückruftraining von Welpe an, in Feld und Wald meist Schleppleine statt Freilauf.
  • Kälteschutz einplanen: Kurzes Fell und wenig Unterhautfett machen den Whippet kälteempfindlich, ein Hundemantel für Herbst und Winter ist praktisch Pflicht. Die dünne Haut neigt zu Rissverletzungen, gelegentliche Tierarztkosten dafür solltest du einkalkulieren.
  • Vor Operationen das Praxisteam auf die windhundtypische Narkoseempfindlichkeit hinweisen: Wegen des geringen Körperfettanteils sollte die Dosierung nach Wirkung erfolgen.
  • Alleinbleiben in kleinen Schritten aufbauen: Whippets sind sehr menschenbezogen, lange Arbeitstage ohne Betreuung sind für viele Tiere keine realistische Option.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Mitralklappeninsuffizienz: Herzklappenerkrankung, die vor allem ältere Whippets betreffen kann
  • Windhundtypische Narkoseempfindlichkeit durch geringen Körperfettanteil
  • Erhöhte Verletzungsanfälligkeit durch hohe Sprintgeschwindigkeit und dünne Haut, unter anderem Hautrisse und Kreuzbandverletzungen
  • Bully-Whippet-Syndrom: Mutation im Myostatin-Gen, reinerbige Träger entwickeln stark erhöhte Muskelmasse
  • Ausgeprägte Kälteempfindlichkeit durch kurzes Fell und wenig Unterhautfett

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Whippet hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse liegt ein Welpe beim seriösen Züchter meist zwischen 1.300 und 1.900 Euro.

Der Deutsche Windhundzucht- und Rennverband führt Züchter und Würfe, nennt aber keine Preise. Frag deshalb beim Züchter selbst nach, was in seinem Preis steckt.

Quellen: rundum.dog, Hundemagazin.com, Welpen-Liebe, HonestDog (2026). Von uns erhoben am 02.09.2026. Grob auf Hunderter gerundet. Einen amtlichen Preis gibt es nicht.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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