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Lele

Barsoi

Stiller Aristokrat mit blitzschnellem Jagdreflex

auch bekannt als Russischer Jagdwindhund, Borzoi, Russkaya Psovaya Borzaya

sehr groß (XL)Russland
Barsoi mit langem, seidigem Fell läuft draußen an einer Person vorbei
Barsoi unterwegs

Steckbrief

Größe
sehr groß (XL), 68 bis 85 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 35 bis 45 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
mit SucheStufe 3 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 77 Welpen
Fell
Langhaar, seidig, wellig bis leicht gelockt, Regelmäßiges Bürsten ein bis zwei Mal pro Woche hält das seidige Fell frei von Verfilzungen, besonders an Befederung, Hals und Rute.
Herkunft
Russland
Anerkennung
FCI-Gruppe 10 (Windhunde), Standard Nr. 193

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5)
Bellfreude
bellt sehr selten (1 von 5)
Pflegeaufwand
mittlerer Pflegeaufwand (3 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
kaum Wach-/Schutztrieb (1 von 5)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Barsoi im Porträt

Der Barsoi wurde in Russland über Jahrhunderte für die Hetzjagd auf Hase und Fuchs gezüchtet, seltener auf Wolf. Aus einer Kreuzung arabischer Windhunde mit robusten russischen Jagdhunden entstand ein Läufer, der Wild allein durch Sicht aufspürt und in kurzen, extrem schnellen Sprints stellt statt es über lange Distanzen zu hetzen. Der erste einheitliche Standard entstand 1888 in Moskau, seither wurde er mehrfach angepasst, der aristokratische Grundcharakter der Rasse blieb aber erhalten. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als ausgeglichen, den Blick als aufmerksam und das Verhalten gegenüber Menschen als neutral bis freundlich. Im Alltag zeigt sich der Barsoi zuhause oft ruhig und zurückhaltend, gegenüber Fremden eher reserviert statt überschwänglich. Er ist seiner Familie zugetan, bleibt dabei aber ein eigenständig denkender Windhund, der Kommandos abwägt statt sie reflexhaft auszuführen. Sein Jagdtrieb ist sehr ausgeprägt: Alles, was schnell wegläuft, kann den Sprint auslösen, deshalb sind ein sicher eingezäunter Garten und kontrollierte Freilaufflächen wichtig. Bewegung braucht er in Form von echten Sprintmöglichkeiten, nicht nur ausgedehnten Spaziergängen, etwa auf eingezäunten Wiesen oder beim Coursing. Zuhause ist er ein überraschend ruhiger Couch-Gefährte. Das lange, seidige Fell haart moderat und braucht regelmäßige, aber unkomplizierte Pflege. Wegen der tiefen Brust sollte er nach dem Fressen Ruhe bekommen, um das Risiko einer Magendrehung zu senken. Der Barsoi passt zu Menschen mit sighthound-Erfahrung, einem sicher eingezäunten Grundstück und der Bereitschaft, Freilauf nur an geeigneten Orten zuzulassen. Für Haushalte mit Katzen oder anderen kleinen Tieren ist er wegen des starken Jagdtriebs in der Regel nicht die richtige Wahl, ein Kennenlernen unter kontrollierten Bedingungen ist unverzichtbar. Für Einsteiger ohne Windhund-Erfahrung, reine Wohnungshaltung ohne Auslauffläche oder Familien, die einen trainierbaren Allrounder suchen, ist er eher ungeeignet.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Freilauf nur auf sicher eingezäunten Flächen: Der stark ausgeprägte Jagdtrieb macht einen zuverlässigen Rückruf im offenen Gelände fast unmöglich.
  • Nach dem Fressen für ein bis zwei Stunden Ruhe einplanen und statt einer großen lieber zwei bis drei kleinere Mahlzeiten füttern, das senkt das Risiko einer Magendrehung.
  • Vor der Anschaffung das Zusammenleben mit Katzen oder Kleintieren nicht annehmen, sondern unter kontrollierten Bedingungen konkret testen.
  • Herzuntersuchungen (Auskultation, bei Zuchttieren idealerweise Herzultraschall) beim Züchter erfragen, da dilatative Kardiomyopathie in der Rasse beschrieben ist.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Magendrehung (Gastrische Dilatation-Volvulus) durch die tiefe, schmale Brust
  • Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
  • Osteosarkom (Knochenkrebs), wie bei vielen großen Rassen erhöhtes Risiko

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Barsoi hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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