Westfälische Dachsbracke
Bodenständiger Fährtenspezialist mit eigenem Kopf
Steckbrief
- Größe
- klein (S), 30 bis 38 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 13 bis 17 kg
- Lebenserwartung
- typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 40 Welpen
- Fell
- Stockhaar, Dichtes, grobes Stockhaar, am Kopf und an den Läufen kurz, am Rücken und Hals etwas länger. Wöchentliches Bürsten reicht, im Fellwechsel etwas häufiger.
- Herkunft
- Deutschland
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 100
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht viel Bewegung (4 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt häufig (4 von 5)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
- Verträglichkeit mit Hunden
- gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)
Der Charakter: Westfälische Dachsbracke im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Wegen der sehr kleinen Population läuft die Vermittlung fast nur über Jagdgebrauchshunde-Zuchtvereine, plane realistisch mehrere Monate Wartezeit oder einen Import aus dem benachbarten Ausland ein.
- Ohne geführte Jagdausübung braucht sie täglich echte Nasenarbeit wie Fährten- oder Mantrailing-Training, sonst sucht sie sich selbst Beschäftigung und läuft der eigenen Spur nach.
- Vor der Anschaffung beim Zuchtverein nach HD-Röntgenergebnissen der Elterntiere und dem aktuellen Stand der Einkreuzungsprojekte fragen, die kleine Zuchtbasis macht diese Checks besonders wichtig.
- Ein Zusammenleben mit Katzen oder Kleintieren nur nach ausführlicher, individueller Probephase angehen, der jagdliche Spürsinn auf Kleinwild ist ausgeprägt.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Neigung zu Ohrentzündungen (Otitis externa), begünstigt durch die mittellangen, gut anliegenden Hängeohren
- Aus dem mäßig langen Rücken auf kurzen, kräftigen Läufen lässt sich eine gewisse, deutlich mildere Rückenbelastung als beim chondrodystrophen Dachshund ableiten, rassespezifische Studien dazu fehlen
- Sehr kleine Zuchtbasis mit entsprechend engem Genpool, weshalb der Rasseklub zwischen 2012 und 2017 gezielt mit dem Drever eingekreuzt hat
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Westfälische Dachsbracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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