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Lele

Westfälische Dachsbracke

Bodenständiger Fährtenspezialist mit eigenem Kopf

klein (S)Deutschland
Westfälische Dachsbracke mit kurzen Beinen und dreifarbigem Fell im Garten
Westfälische Dachsbracke im PorträtFoto: Stute.s · CC BY-SA 3.0

Steckbrief

Größe
klein (S), 30 bis 38 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 13 bis 17 kg
Lebenserwartung
typisch 10 bis 12 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 40 Welpen
Fell
Stockhaar, Dichtes, grobes Stockhaar, am Kopf und an den Läufen kurz, am Rücken und Hals etwas länger. Wöchentliches Bürsten reicht, im Fellwechsel etwas häufiger.
Herkunft
Deutschland
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 100

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
ausgeglichen energiegeladen (3 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht viel Bewegung (4 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
mit Einschränkungen familientauglich (3 von 5)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
für erfahrenere Halter geeignet (2 von 5)

Der Charakter: Westfälische Dachsbracke im Porträt

Die Westfälische Dachsbracke ist die niederläufige Form der Deutschen Bracke und wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus kleineren Deutschen Bracken und Steinbracken gezüchtet, als die Jagdreviere in Westfalen kleiner wurden und ein wendiger, bodennaher Stöberhund gefragt war. Seit 1935 als eigene Rasse geführt, ist sie bis heute fast ausschließlich ein Jagdgebrauchshund für Stöber, Drück und Riegeljagden sowie die Schweißarbeit und wird kaum als reiner Begleithund gezüchtet. Der FCI-Standard beschreibt den Gesichtsausdruck als treu, freundlich, ernst und aufmerksam, und genau so wirkt sie im Kontakt: zugewandt, aber mit eigenem Kopf. Als klassischer Spurhund folgt sie tendenziell eher der Nase als dem Rufkommando, Gehorsam war nie das vorrangige Zuchtziel. Ihr Jagdtrieb ist stark ausgeprägt und richtet sich laut Verwendungszweck auf Dachs, Fuchs, Hase und Kaninchen, weshalb ein Zusammenleben mit Katzen oder Kleintieren nur nach sorgfältiger, individueller Prüfung infrage kommt. Im Alltag braucht sie regelmäßige Bewegung mit echter Nasenarbeit, lange Spaziergänge allein reichen ihr auf Dauer selten. Das dichte, grobe Stockhaar ist pflegeleicht, gelegentliches Bürsten genügt. Auf die mittellangen Hängeohren sollte man achten, sie begünstigen tendenziell Ohrentzündungen, und die für einen Niederlaufhund arbeitsintensive Statur mit mäßig langem Rücken auf kurzen, kräftigen Läufen legt eine gewisse, deutlich schwächer als beim Dachshund ausgeprägte Neigung zu Rückenbelastung nahe. Konkrete Studien zu rassetypischen Erkrankungen fehlen bislang, die Zuchtbasis ist klein, weshalb der Rasseklub zwischen 2012 und 2017 gezielt mit dem verwandten schwedischen Drever eingekreuzt hat, um die genetische Vielfalt zu erweitern. In Deutschland ist die Westfälische Dachsbracke sehr selten, Welpen werden praktisch nur über Jagdgebrauchshunde-Zuchtvereine vergeben, oft mit langer Warteliste und der Erwartung, dass der Hund jagdlich geführt wird. Sie passt zu erfahrenen Jagdhundehaltern oder Menschen, die ihr eine gleichwertige Ersatzbeschäftigung mit Fährten- oder Suchspielen bieten können und Zeit für einen eigenwilligen, ausdauernden Spurenleser mitbringen. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Haushalte, die vor allem einen ruhigen Couch-Begleiter suchen, ist sie ausdrücklich nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Wegen der sehr kleinen Population läuft die Vermittlung fast nur über Jagdgebrauchshunde-Zuchtvereine, plane realistisch mehrere Monate Wartezeit oder einen Import aus dem benachbarten Ausland ein.
  • Ohne geführte Jagdausübung braucht sie täglich echte Nasenarbeit wie Fährten- oder Mantrailing-Training, sonst sucht sie sich selbst Beschäftigung und läuft der eigenen Spur nach.
  • Vor der Anschaffung beim Zuchtverein nach HD-Röntgenergebnissen der Elterntiere und dem aktuellen Stand der Einkreuzungsprojekte fragen, die kleine Zuchtbasis macht diese Checks besonders wichtig.
  • Ein Zusammenleben mit Katzen oder Kleintieren nur nach ausführlicher, individueller Probephase angehen, der jagdliche Spürsinn auf Kleinwild ist ausgeprägt.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Neigung zu Ohrentzündungen (Otitis externa), begünstigt durch die mittellangen, gut anliegenden Hängeohren
  • Aus dem mäßig langen Rücken auf kurzen, kräftigen Läufen lässt sich eine gewisse, deutlich mildere Rückenbelastung als beim chondrodystrophen Dachshund ableiten, rassespezifische Studien dazu fehlen
  • Sehr kleine Zuchtbasis mit entsprechend engem Genpool, weshalb der Rasseklub zwischen 2012 und 2017 gezielt mit dem Drever eingekreuzt hat

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Westfälische Dachsbracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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