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Lele

Ungarische Bracke

Ausdauernder Fährtenspezialist mit eigenem Kopf

auch bekannt als Transylvanischer Laufhund, Siebenbürger Bracke, Erdélyi Kopó

groß (L)Ungarn

Steckbrief

Größe
groß (L), 55 bis 65 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 25 bis 35 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
kaum zu bekommenStufe 1 von 5Keine VDH-Zucht in Deutschland, Bezug meist nur über Import
Fell
Kurzhaar, Kurzes, dichtes Stockhaar mit Unterwolle: gelegentliches Bürsten reicht, dafür lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle der Hängeohren.
Herkunft
Ungarn
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 241

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5, Tendenzwert)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt häufig (4 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5, Tendenzwert)
Offenheit gegenüber Fremden
zurückhaltend gegenüber Fremden (2 von 5)
Verträglichkeit mit Hunden
gut verträglich mit anderen Hunden (4 von 5)
Verträglichkeit mit Katzen
verträgt sich selten mit Katzen (1 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Ungarische Bracke im Porträt

Die Ungarische Bracke stammt aus den Karpaten und Siebenbürgen, dem heutigen Rumänien, und trägt daher ihren ungarischen Namen Erdélyi Kopó, zu Deutsch etwa Siebenbürger Laufhund. Im Mittelalter war sie der bevorzugte Jagdhund an ungarischen Adelshöfen. Mit dem Rückzug der Wälder in schwer zugängliches Gebirgsgelände entwickelten sich zwei Varietäten: eine hochläufige für die Jagd auf Bär, Schwarzwild und Luchs, eine niederläufige für Fuchs, Hase und Gams. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Rasse fast ausgerottet, erst 1968 begann ein gezielter Zuchtaufbau. Heute existiert nur noch die hochläufige Form, die niederläufige Varietät gilt als verschwunden, ein eigener Datenbankeintrag entfällt deshalb. In Deutschland ist die Ungarische Bracke eine ausgesprochene Seltenheit. Interessierte müssen in aller Regel aus Ungarn oder Rumänien importieren, mit entsprechenden Wartezeiten und Sprachbarrieren bei der Züchtersuche rechnen und sollten wissen, dass die meisten Linien nach wie vor konsequent jagdlich geführt werden, nicht als reiner Begleithund gezüchtet. Der FCI-Standard beschreibt einen gutgesinnten, mutigen und ausdauernden Hund mit ruhigem, ausgeglichenem, dabei bestimmtem und temperamentvollem Grundcharakter. Als klassischer Jagdgebrauchshund arbeitet sie oft weit vom Führer entfernt, allein oder zu zweit, meldet eine frische Fährte mit einem eigenen, winselnden Laut und bellt auf der heißen Spur weitschallend und hoch. Dieser ausgeprägte Spurlaut und der hohe Jagdtrieb sind fest im Wesen verankert und tendenziell kaum wegzutrainieren, ebenso die grundsätzliche Selbstständigkeit dieser Arbeitslinie. Im Alltag braucht die Ungarische Bracke sehr viel Bewegung mit echter Nasenarbeit, dazu ein sicher eingezäuntes Grundstück oder konsequente Leinenführung an Waldrändern. Das kurze, dichte Fell mit Unterwolle ist pflegeleicht, regelmäßiges Bürsten genügt. Belastbare, rassespezifische Gesundheitsstudien fehlen bislang; die tief hängenden, eng anliegenden Ohren begünstigen vom Körperbau her tendenziell ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang, was Ohrentzündungen begünstigen kann. Sekundärquellen beschreiben die Rasse insgesamt als robust. Die Ungarische Bracke passt zu erfahrenen, aktiven Jägerinnen und Jägern oder Hundemenschen mit viel Zeit für lange Waldläufe und echte Nasenarbeit. Für Anfänger, reine Wohnungshaltung oder Familien, die einen ruhigen Couchhund suchen, ist sie dagegen nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Bewegungspensum deutlich über dem Durchschnitt: mehrere Stunden täglich, davon ein Teil als echte Nasenarbeit oder Fährtentraining, reine Spaziergänge unterfordern die Rasse.
  • Für Anfänger kaum geeignet: als selbstständiger Jagdgebrauchshund, der weit vom Führer entfernt arbeitet, braucht sie einen sehr zuverlässigen Rückruf und viel Erfahrung im Umgang mit hohem Jagdtrieb.
  • Ohne sicher eingezäuntes Gelände oder Leine an Waldrändern besteht ein reelles Risiko, dass der Hund einer Fährte folgt und weit weg gerät.
  • Anschaffung meist nur über Import aus Ungarn oder Rumänien möglich: Wartezeiten, Reisen zum Züchter und teils Sprachbarrieren vorab einplanen.
  • Hängeohren regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf reinigen, um Ohrentzündungen vorzubeugen.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Tendenziell erhöhtes Risiko für Ohrentzündungen: aus der Ohrform des FCI-Standards (tief angesetzt, eng anliegend, ohne Falten) abgeleitet, keine belegte rassespezifische Studie vorhanden.
  • In Sekundärquellen als insgesamt robuste Rasse ohne bekannte spezifische Erbkrankheit beschrieben; belastbare veterinärmedizinische Studien zur Rasse fehlen bislang, eine Lücke in der Quellenlage.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Ungarische Bracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Eine eigene Spanne führen wir für diese Rasse noch nicht. Lies einen Preis deshalb nie für sich allein, sondern im Gesamtbild: Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Aufzucht mitten im Haus, ein Zuchtverein mit Regeln und ein Züchter, der dir selbst Fragen stellt.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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