Tiroler Bracke
Ausdauernder Fährtenspezialist mit eigenem Kopf



Steckbrief
- Größe
- mittelgroß (M), 42 bis 50 cm Schulterhöhe
- Gewicht
- typisch 16 bis 24 kg
- Lebenserwartung
- typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
- Verfügbarkeit in Deutschland
- seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 39 Welpen
- Fell
- Stockhaar, Das dichte Stockhaar mit Unterwolle ist im Alltag pflegeleicht, wöchentliches Bürsten reicht. Im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst haart die Bracke deutlich stärker, dann hilft häufigeres Bürsten gegen lose Unterwolle in der Wohnung.
- Herkunft
- Österreich
- Anerkennung
- FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 68
Charakter im Überblick
14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.
- Energielevel
- lebhaft, viel Energie (4 von 5)
- Bewegungsbedarf
- braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
- Trainierbarkeit
- eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
- Alleinbleiben
- bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
- Bellfreude
- bellt sehr häufig (5 von 5)
- Pflegeaufwand
- geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
- Haaren
- haart mäßig (3 von 5)
- Offenheit gegenüber Fremden
- abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Hunden
- meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
- Verträglichkeit mit Katzen
- eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
- Familien-Eignung
- bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
- Wach- und Schutztrieb
- geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
- Jagdtrieb
- sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
- Anfänger-Eignung
- eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)
Der Charakter: Tiroler Bracke im Porträt
Haltung im Alltag: gut zu wissen
- Ohne tägliche, mehrstündige Bewegung und echte Nasenarbeit wird die Tiroler Bracke unausgeglichen, ein reiner Familienalltag ohne Jagd- oder Fährtenersatz reicht ihr nicht.
- Der ausgeprägte Spurlaut ist Zuchtziel und lässt sich kaum wegtrainieren, das ist bei Nachbarschaft und Mietwohnung vorab zu bedenken.
- Die Rasse ist in Deutschland extrem selten, plane realistisch mit Wartezeiten von einem bis zwei Jahren oder einem Import aus Österreich und prüfe die genetische Vielfalt der Elterntiere beim Züchter.
- Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs ist ein sicher eingezäuntes Grundstück und konsequentes Rückruftraining ab dem Welpenalter Pflicht, freies Laufen ohne Signaltraining ist riskant.
Gesundheit: rassetypische Veranlagungen
Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.
- Genetische Untersuchungen österreichischer Bracken weisen für die Tiroler Bracke einen vergleichsweise hohen Inzuchtkoeffizienten und eine kleine effektive Populationsgröße aus, was auf eine schmale Zuchtbasis hindeutet und bei der Züchterwahl auf Gesundheitschecks und Ahnentafel-Transparenz achten lässt.
- In der Literatur werden Hüftgelenksdysplasie und Ohrenentzündungen als Themen genannt, belastbare rassespezifische Zahlen dazu liegen aber nicht vor.
- Die mäßig lang und breit angesetzten Hängeohren begünstigen tendenziell eine schlechtere Belüftung des Gehörgangs, regelmäßige Ohrkontrolle nach der Jagd oder nach Feldeinsätzen ist sinnvoll.
- Der Standard fordert eine sehr tiefe Brust bei mittelgroßem, langem Rumpf, ein Risikomerkmal, das bei großen und tiefbrüstigen Rassen allgemein mit einem erhöhten Magendrehungsrisiko in Verbindung gebracht wird, für die Tiroler Bracke selbst liegen dazu keine eigenen Zahlen vor.
Anschaffung, ehrlich eingeordnet
Tiroler Bracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.
Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.
Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026
Für diese Rasse gibt es nur eine belastbare Preisangabe. Nimm die Spanne als groben Anhalt und vergleiche mehrere Züchter.
Deutlich billiger
Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.
Deutlich teurer
Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.
Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.
Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst
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