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Lele

Tiroler Bracke

Ausdauernder Fährtenspezialist mit eigenem Kopf

mittelgroß (M)Österreich
Tiroler Bracke im Portrait mit markanter schwarz-lohfarbener Gesichtszeichnung
Tiroler Bracke im PorträtFoto: Bracke2011 · CC BY-SA 4.0
Tiroler Bracke apportiert ein Spielzeug im hohen Gras
Tiroler Bracke unterwegsFoto: Bracke2011 · CC BY-SA 4.0
Tiroler Bracke liegt entspannt im Gras zwischen Blumen und blickt aufmerksam in die Kamera.
Tiroler Bracke zu HauseFoto: Bracke2011 · CC BY-SA 4.0

Steckbrief

Größe
mittelgroß (M), 42 bis 50 cm Schulterhöhe
Gewicht
typisch 16 bis 24 kg
Lebenserwartung
typisch 12 bis 14 JahreRichtwert für die Rasse, das einzelne Tier kann deutlich abweichen.
Verfügbarkeit in Deutschland
seltenStufe 2 von 5VDH-Welpenstatistik 2024: 39 Welpen
Fell
Stockhaar, Das dichte Stockhaar mit Unterwolle ist im Alltag pflegeleicht, wöchentliches Bürsten reicht. Im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst haart die Bracke deutlich stärker, dann hilft häufigeres Bürsten gegen lose Unterwolle in der Wohnung.
Herkunft
Österreich
Anerkennung
FCI-Gruppe 6 (Lauf- und Schweißhunde), Standard Nr. 68

Charakter im Überblick

14 Werte aus unserer Redaktion, je 1 bis 5. Hohle Punkte heißen: Die Quellenlage ist dünner, der Wert bleibt eine vorsichtige Einschätzung.

Energielevel
lebhaft, viel Energie (4 von 5)
Bewegungsbedarf
braucht sehr viel Bewegung/Auslastung (5 von 5)
Trainierbarkeit
eigenständig, braucht viel Geduld (2 von 5)
Alleinbleiben
bleibt mit Training einige Zeit allein (3 von 5, Tendenzwert)
Bellfreude
bellt sehr häufig (5 von 5)
Pflegeaufwand
geringer Pflegeaufwand (2 von 5)
Haaren
haart mäßig (3 von 5)
Offenheit gegenüber Fremden
abwartend, taut mit der Zeit auf (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Hunden
meist verträglich mit anderen Hunden (3 von 5, Tendenzwert)
Verträglichkeit mit Katzen
eingeschränkt verträglich mit Katzen (2 von 5, Tendenzwert)
Familien-Eignung
bedingt geeignet für Familien (2 von 5, Tendenzwert)
Wach- und Schutztrieb
geringer Wach-/Schutztrieb (2 von 5, Tendenzwert)
Jagdtrieb
sehr ausgeprägter Jagdtrieb (5 von 5)
Anfänger-Eignung
eher ungeeignet für Anfänger (1 von 5)

Der Charakter: Tiroler Bracke im Porträt

Die Tiroler Bracke ist eine der ältesten österreichischen Jagdhunderassen und stammt, wie alle Brackentypen, von der Keltenbracke ab. Bereits Kaiser Maximilian I. soll die Hunde um 1500 in Tirol zur Jagd eingesetzt haben, reinzüchterisch geordnet wurde die Rasse ab etwa 1860, der erste Standard entstand 1896. Gezüchtet wurde sie als Wald- und Bergjagdhund für den Solo-Einsatz auf Hase und Fuchs sowie als Schweißhund für die Nachsuche auf verletztes Wild, und dieser Arbeitsauftrag prägt den Hund bis heute fast unverändert. Der FCI-Standard beschreibt einen wesensfesten, passionierten und feinnasigen Jagdhund, der selbständig sucht, ausdauernd jagt und ausgeprägten Spurlaut zeigt, sie meldet also lautstark, sobald sie eine Fährte aufgenommen hat. Dieser Spurlaut ist kein Fehler, sondern erwünschtes Arbeitswerkzeug, im Alltag außerhalb der Jagd bedeutet er tendenziell ein bellfreudiges Wesen. Fremden gegenüber gilt sie als unauffällig bis freundlich, Scheuheit ist im Standard ausdrücklich als Fehler benannt. Im Alltag braucht die Tiroler Bracke sehr viel Auslastung, langes, ausdauerndes Laufen liegt ihr mehr als kurze Spaziergänge, und ohne echte Nasenarbeit wird sie tendenziell unzufrieden und eigenständig in ihren Entscheidungen. Das dichte Stockhaar mit Unterwolle ist pflegeleicht, verlangt aber während des Fellwechsels mehr Aufmerksamkeit. Die Rasse ist in Deutschland und selbst in ihrer Heimat Österreich sehr selten, geführt fast ausschließlich in jagdlich aktiven Zuchtlinien mit kleiner genetischer Basis. Wer sich für eine Tiroler Bracke interessiert, sollte auf lange Wartezeiten, einen möglichen Import aus Österreich und eine enge Anbindung an Jagdbetrieb oder zumindest Fährtenarbeit als Ersatzbeschäftigung eingestellt sein. Geeignet ist die Rasse für erfahrene, sportliche Halterinnen und Halter mit Bezug zur Jagd oder zu intensiver Nasenarbeit, die einen eigenständigen, ausdauernden Hund nicht als Ungehorsam missverstehen. Für Anfängerinnen, reine Wohnungshaltung oder Familien ohne täglich mehrstündige Auslastungsmöglichkeit ist sie klar nicht die richtige Wahl.

Haltung im Alltag: gut zu wissen

  • Ohne tägliche, mehrstündige Bewegung und echte Nasenarbeit wird die Tiroler Bracke unausgeglichen, ein reiner Familienalltag ohne Jagd- oder Fährtenersatz reicht ihr nicht.
  • Der ausgeprägte Spurlaut ist Zuchtziel und lässt sich kaum wegtrainieren, das ist bei Nachbarschaft und Mietwohnung vorab zu bedenken.
  • Die Rasse ist in Deutschland extrem selten, plane realistisch mit Wartezeiten von einem bis zwei Jahren oder einem Import aus Österreich und prüfe die genetische Vielfalt der Elterntiere beim Züchter.
  • Wegen des ausgeprägten Jagdtriebs ist ein sicher eingezäuntes Grundstück und konsequentes Rückruftraining ab dem Welpenalter Pflicht, freies Laufen ohne Signaltraining ist riskant.

Gesundheit: rassetypische Veranlagungen

Kein Einzeltier muss betroffen sein, aber du solltest sie kennen und beim Kennenlernen danach fragen.

  • Genetische Untersuchungen österreichischer Bracken weisen für die Tiroler Bracke einen vergleichsweise hohen Inzuchtkoeffizienten und eine kleine effektive Populationsgröße aus, was auf eine schmale Zuchtbasis hindeutet und bei der Züchterwahl auf Gesundheitschecks und Ahnentafel-Transparenz achten lässt.
  • In der Literatur werden Hüftgelenksdysplasie und Ohrenentzündungen als Themen genannt, belastbare rassespezifische Zahlen dazu liegen aber nicht vor.
  • Die mäßig lang und breit angesetzten Hängeohren begünstigen tendenziell eine schlechtere Belüftung des Gehörgangs, regelmäßige Ohrkontrolle nach der Jagd oder nach Feldeinsätzen ist sinnvoll.
  • Der Standard fordert eine sehr tiefe Brust bei mittelgroßem, langem Rumpf, ein Risikomerkmal, das bei großen und tiefbrüstigen Rassen allgemein mit einem erhöhten Magendrehungsrisiko in Verbindung gebracht wird, für die Tiroler Bracke selbst liegen dazu keine eigenen Zahlen vor.

Anschaffung, ehrlich eingeordnet

Tiroler Bracke hat keinen Preis. Eine seriöse Zucht hat Kosten, und die schützen den Hund.

Eine seriöse Zucht in Deutschland liegt meist grob zwischen 1.000 und 2.500 Euro.

Lele-Auswertung von 63 Rassen-Recherchen, Stand August 2026

Für diese Rasse gibt es nur eine belastbare Preisangabe. Nimm die Spanne als groben Anhalt und vergleiche mehrere Züchter.

Deutlich billiger

Das ist ein Warnsignal. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, Wurfabnahme, Impfungen und acht Wochen Aufzucht kosten Geld, und darunter geht es nicht. Wo es trotzdem billig ist, stehen fast immer Vermehrer dahinter.

Deutlich teurer

Das braucht eine nachvollziehbare Begründung. Eine seltene Farbe oder das Wort Rarität ist keine. Nachweise, ein Zuchtverein mit Regeln und eine Aufzucht, die du dir ansehen darfst, sind eine.

Im Tierheim gibt es keinen Kaufpreis, sondern eine Schutzgebühr. Sie deckt einen Teil dessen, was Kastration, Impfungen, Chip und Versorgung schon gekostet haben.

Mehr im Lele-Buch: Was kostet ein Hund wirklich?Mehr im Lele-Buch: Woran du seriöse Zucht erkennst

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